Bildquelle: Ralf Ponzetto, Aldi Suisse

Aldi Suisse „Weltpremiere“ am Bahnhof

Nach den Convenience Aktivitäten, die Aldi bereits hier zu Lande unternommen hat, macht das Unternehmen jetzt in Sachen C-Stores ernst. An einem Schweizer Bahnhof wurde kürzlich der erste echte 240 qm-C-Store eröffnet. Dieses Format könnte auch nach Deutschland kommen.

Wir sprachen mit Philippe Vetterli, Pressesprecher Aldi Suisse, über den 240 qm großen Shop, der am Bahnhof in Lausanne „Weltpremiere“ feiert.

Herr, Vetterli, Was hat Sie veranlasst, erstmals mit einem Convenience-Konzept an den Start zu gehen?
Philippe Vetterli: Als regionaler Nahversorger suchen wir stets die Nähe zu unserer Kundschaft. Die zentrale Lage, die hohe zu erwartende Kundenfrequenz und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sind für uns immer wichtiger werdende Indikatoren für die Standortwahl. Dabei setzen wir vermehrt auch auf urbane Standorte. Die neue Filiale im Bahnhof Lausanne haben wir eröffnet, da es sich um einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt handelt und sich dort eine gute Möglichkeit für unser erfolgreiches Smart-Discount-Konzept ergeben hat.

Ist dies auch ein Test für die gesamte Europa-Organisation von Aldi?
Unsere neue Filiale ist die erste und weltweit einzige Aldi-Filiale in dieser Größe innerhalb eines Bahnhofkomplexes. Ob beim schnellen Umsteigen, auf dem Weg ins Büro oder abends auf dem Nachhauseweg – Schweizerinnen und Schweizer können künftig ohne Umwege ihren Einkauf in unserer neuen Filiale inmitten des Bahnhofs Lausanne erledigen. Es sind zukünftig auch weitere Filialen in den urbanen Zentren geplant. Weitere Bahnhofsfilialen sind grundsätzlich denkbar – auch in anderen Aldi-Ländern.

Nach dem Sortiment sieht es so aus, dass – bis auf die frischen Backwaren – das Sortiment weniger auf Reisebedarf abgestimmt ist, sondern eher auf die schnelle Versorgung für zu Hause. Ist dieser Eindruck richtig?
Derzeit bieten wir in der neuen Filiale nichts an, was es nicht auch schweizweit in all unseren Aldi Suisse-Filialen gibt. Jedoch haben wir unser Standardsortiment, welches normalerweise rund 1.500 Artikel umfasst, aus Platzgründen etwas reduzieren müssen, so dass wir in Lausanne am Bahnhof nur rund 1.000 Artikel des täglichen Bedarfs anbieten. Zudem wird es in der Bahnhofsfiliale keine wöchentlich wechselnden Aktionsartikel geben. Ein besonderes Augenmerk haben wir auf die schnelle und frische Zwischenverpflegung gelegt: Neben heißen Kaffee-Spezialitäten für nur einen Schweizer Franken aus der Coffeebox, gibt es eine täglich frische Auswahl an ofenwarmen Backwaren und Snacks in der Panetteria. Das abwechslungsreiche Angebot an Convenience-Produkten in der Kühlung reicht von kleinen Mahlzeiten wie verzehrfertigen Salaten, Sushi oder Sandwiches bis hin zu gekühlten Softgetränken und Säften. Zudem erwartet die Kundschaft eine Auswahl an Obst und Gemüse im Frische-Bereich. Die Verkaufspreise in der Bahnhofsfiliale sind jedoch genauso günstig, wie in den üblichen Aldi Suisse-Filialen.

Gibt es spezielle Verpackungsgrößen für diese Art Shops und arbeiten Sie mit denselben Lieferanten für diese Shops?
Nein, das Sortiment ist lediglich etwas schlanker. Die Verpackungsgrößen sind dieselben wie in den üblichen Filialen auch.

Können Sie solche Standorte aus der eigenen Logistik heraus beliefern, oder arbeiten sie hier mit Partnern zusammen?
Die Bahnhofsfiliale in Lausanne wird gewöhnlich von unserer Zweigniederlassung in Domdidier aus beliefert.

Warum testen Sie Ihr Konzept in Lausanne?
Andere Unternehmen gehen für solche Projekte eher an große Stationen wie Zürich. Wir haben bereits 2016 in Zürich eine sehr zentral gelegene Filiale in der Zollstraße nahe dem Hauptbahnhof eröffnet und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Da in Lausanne ‧eine ideale Ladenfläche frei geworden war, haben wir uns für diesen gut geeigneten Standort am Bahnhof entschieden.

Bedeutet das „günstige Preis-Leistungs-Verhältnis“, von dem Sie sprechen, dass Sie in diesem Shop exakt dieselbe Preisstellung haben wie in Ihren anderen Schweizer Filialen?
Ganz genau, die Verkaufspreise sind genauso günstig wie in allen Aldi Suisse-Filialen.

Handelt es sich um ein Projekt, nach dessen Auswertung über die Expansion entschieden wird, oder sind bereits weitere Eröffnungen geplant?
In diesem Jahr folgen weitere zentral gelegene Filialen in Schweizer Großstädten, unter anderem in Freiburg, Luzern und Zürich. Weitere Bahnhofsfilialen mit variierender Filialgröße und daraus resultierender Anpassung des Sortiments sind künftig ebenfalls denkbar.