Foodservice Edeka greift an

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Was lange erwartet worden war, wird jetzt umgesetzt: Edeka Foodservice wird mit einer Vereinheitlichung ihrer Logistik zum ernst zu nehmenden Partner für nationale Belieferung im Convenience-Geschäft. Eine neue Ausgangslage für den gesamten Markt.

Nun ist es also soweit: Die Edeka stellt das Großhandelsgeschäft für die Belieferung von Großverbrauchern neu auf. Dafür wird das nationale Zustellgeschäft in der deutschlandweit agierenden Gesellschaft Edeka Foodservice gebündelt. „Zielsetzung ist es, eine effiziente deutschlandweite Versorgung aller überregionalen und nationalen Kunden im Großverbraucher- und Gastro-Zustellgeschäft aus einer Hand zu gewährleisten“, teilte das Unternehmen im Rahmen einer Pressemeldung mit, die während der Uniti-Tankstellenmesse in Stuttgart bekannt wurde.

Zwar war in der Mitteilung vor allem davon die Rede, dass „Kunden aus der Hotellerie, der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung“ davon profitieren. Klar ist aber, dass mit diesem Schritt künftig auch die bundesweite Belieferung der Shops großer Mineralölgesellschaften problemlos möglich werden wird. Darüber hinaus kann durch die Integration des regionale Zustell- und Abholgeschäft von C+C der Edeka-Regionen Minden-Hannover, Südwest und Nordbayern-Sachsen-Thüringen in das Unternehmen auch die Belieferung kleinerer und mittlerer Akteure im Convenience-Markt verbessert werden. Das neu strukturierte Unternehmen hat seinen Sitz in Offenburg, wo auch die Verwaltung angesiedelt ist. Logistik und Vertrieb werden zukünftig aus Minden gesteuert. Die Steuerung des Tankstellen- und Convenience-Geschäfts wird weiterhin durch die bestehenden Ansprechpartner in Hamburg organisiert.

Mit der Neuaufstellung verbunden seien deutliche Investitionen in Logistik, IT, Sortimente und Services, teilt Edeka mit. „Die Optimierung des Logistiknetzes ermöglicht mehr Nähe zum Kunden und kürzere Lieferwege. National einheitliche, moderne IT-Systeme werden den Bestellprozess erheblich vereinfachen. Alle Kunden erhalten Zugriff auf ein umfangreiches und vielfältiges Kernsortiment, ergänzt durch regionale Highlights aus allen Sortimentsbereichen.“ Für die Beratung gelte der Anspruch, individuelle Lösungen zu entwickeln: von Services über digitale Leistungen bis hin zu innovativen Vertriebskonzepten zwischen Handel und Gastronomie.

Zentrale forciert die Entwicklung

Hinter dem, was als einfache Meldung daherkommt, steckt in Wahrheit viel mehr. Tut sich doch das stark von den Regionen geprägte Unternehmen Edeka immer schwer mit Entscheidungen, Dinge zentral aufzustellen. Es ist daher auch kaum daran zu zweifeln, dass diese Entwicklung aus der Edeka-Zentrale heraus forciert wurde. Im Convenience-Markt war eine solche Entwicklung schon seit längerer Zeit erwartet worden. Schließlich ist Wettbewerber Rewe dabei, sich auf der Basis der zentralen Vereinbarung mit Tankstellen-Marktführer Aral, einen entscheidenden Vorteil in diesen Vertriebskanal zu erarbeiten. Auch wenn aus dem Markt heraus immer wieder zu hören ist, dass sich der Kölner Wettbewerber aktuell mit der Belieferung der Convenience-Shops nicht leicht tut und offenbar Probleme dabei hat, in allen Regionen bei allen Sortimenten komplett lieferfähig zu sein, macht es keinen Sinn, dass die Edeka so lange wartet, bis der Wettbewerber aus neuen Strukturen heraus auch im Convenience-Markt alles perfekt abwickeln kann. Das hat man jetzt offenbar erkannt.