Food online Der Kick mit dem Klick - Unternehmensgruppe Bünting

Der Online-Handel boomt, und mancher Branchenkenner prophezeit ihm eine blühende Zukunft. Blindes Vertrauen in globale Aussagen kann aber fatale Folgen haben.

Samstag, 27. April 2013 - E-Food
Ulrike Pütthoff
Artikelbild Der Kick mit dem Klick - Unternehmensgruppe Bünting

Inhaltsübersicht

Einer, der sich eine gewisse Marktnische zu eigen macht, ist die Unternehmensgruppe Bünting aus Leer. Klare Ansage: Mit dem Lebensmittel-Onlineshop myTime.de soll die Nahversorgung im ländlich strukturierten Ostfriesland gedeckt werden. Seit seinem Launch im April 2012 war die Käuferzahl stetig gewachsen, so dass zum Einjährigen ein E-Commerce-Logistikzentrum in Betrieb genommen wurde. Das Angebot wurde in den vergangenen zwölf Monaten um 3.000 auf jetzt rund 28.000 Artikel ausgeweitet. Platz aber ist für 40.000 aus den Warengruppen Trockensortiment, Getränke, Drogerie, Haushaltswaren sowie Kühl- und Tiefkühlwaren.

Im Frischebereich, etwa Obst und Gemüse sowie Fleisch und Wurst, stehen rund 2.700 Produkte zur Auswahl, die weiterhin aus dem zur Unternehmensgruppe gehörenden Famila XXL-Markt in Oldenburg kommen. Für diese Frische-Artikel und Schnittware ließ myTime.de spezielle Umverpackungen entwickeln. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Artikel aus dem Nonfood-Markenshop d-living.de und dem Lebensmittelonlineshop myTime.de, dessen Sortiment auch Nonfood-Markenartikel rund um das Thema Essen beinhaltet, zusammenzuführen. Eine Rundum-Versorgung über den virtuellen Shop ist also gegeben.

Dabei hat myTime.de auch die Schnelligkeit der Auslieferung im Blick. Im Test ist derzeit die Same-day-Lieferung für das Stadtgebiet Köln. Dazu arbeitet Bünting eCommerce mit dem Logistikpartner DHL zusammen. Bestellungen, die aus der Domstadt bis vormittags 9 Uhr eingehen, werden am gleichen Abend ausgeliefert. In den nächsten Monaten soll dieses Angebot auf weitere deutsche Großstädte ausgeweitet werden.

In der Metropole Düsseldorf haben Benjamin Brüser und Sebastian Diehl ein originelles Nahversorger-Konzept realisiert – ein so genanntes Hybridsystem, also die Kombination von stationärem und Online-Handel. Emmas Enkel heißt ihr Geschäft, das in seiner nostalgisch anmutenden Ausstattung und in der Aufmachung seiner Internetseite an das Flair eines Tante Emma-Ladens von anno dazumal erinnert, und trotzdem keinen „Stilbruch“ zu iPads, Smartphone und dem elektronischen Equipment für den Online-Shop darstellt. Emmas Enkel überzeugt emotional und funktional. Kunden, die es nicht in den Laden schaffen, bestellen via Netz. Der Unterschied zu myTime.de liegt aktuell vor allem darin, dass Brüser und Diehl mit dem Anspruch gestartet waren, primär die städtische Bevölkerung zu versorgen, und dies seit Kurzem als Franchise-Geber auch in Essen machen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie weit Online-Shops Einfluss auf den stationären Einzelhandel haben. Der BBE-Branchenreport „Food Online“ sieht insofern einen Zusammenhang, als User über Internetplattformen und Foren schnell ihre Meinung zu den virtuellen Shops verbreiten. Ist diese negativ, dann schlage sich das auch aufs stationäre Geschäft nieder.