Mit Rekordzahlen endete die sechste Ausgabe der UNITI expo in Stuttgart. Im Mai präsentierten 604 Aussteller aus 43 Ländern auf insgesamt 45.000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen rund um Tankstelle, Carwash und Convenience. Mehr als 20.500 Teilnehmer aus 114 Ländern, rechneten die Veranstalter vor, kamen zur Messe. So viele wie nie zuvor. Neben klassischen Themen wie Technik, Zahlungssystemen oder Carwash bestimmten vor allem Zukunftsfragen das Bild: alternative Kraftstoffe, digitale Verkaufsmodelle, innovative Shop-Konzepte und die Rolle des Foodservice-Geschäfts in einem anspruchsvollen Marktumfeld.
Veränderte Mobilität wirkt aufs Shop-Geschäft
UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn sprach von einer Veranstaltung, die „unsere selbstgesteckten Ziele und die hohen Erwartungen aller Beteiligten sogar noch übertreffen konnte“. Internationale Resonanz und hohe Besucherfrequenz hätten gezeigt, welchen Stellenwert die Messe inzwischen in Europa erreicht habe. Für zusätzlichen fachlichen Tiefgang sorgten mehr als 80 Vorträge und Paneldiskussionen in vier Messeforen. Rund 2.800 Zuhörer nutzten die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Themen wie die Mobilitätswende und neue Retail-Konzepte standen vielfach im Mittelpunkt. Ein stark frequentierter Bereich war erneut die „Future Mobility Lounge“. Die Sonderfläche zu regenerativen Antriebsenergien wurde gegenüber der Vorveranstaltung auf 2.000 Quadratmeter verdoppelt. Mehr als 50 Unternehmen präsentierten dort Technologien rund um alternative Mobilität. Auch wurde deutlich: Die Veränderungen im Mobilitätsmarkt wirken sich direkt auf das Shop-Geschäft aus.
Viele Anbieter konzentrierten sich auf Konzepte, die Prozesse vereinfachen, Personalkosten reduzieren und gleichzeitig den Ertrag steigern sollen. Ein zentrales Thema war dabei Smart Food. Es wurden Lösungen für frische Snacks, einfache Zubereitung und digitale Vermarktung präsentiert. FFS Fresh Food Services stellte mehrere neue Ansätze für das Bistro-Geschäft der Shops vor. Im Mittelpunkt standen „einfaches Handling, reduzierte Komplexität und eine nachhaltige Steigerung der Wirtschaftlichkeit“. Besonders auffällig: mit wenigen Produkten mehrere Einsatzmöglichkeiten abdecken.
„Mit unserem Bayernsonne Original Bayerischer Leberkäse zeigen wir, wie sich aus einem einzigen Produkt ein vielseitiges Angebot entwickeln lässt“, erklärte FFS-Marketingleiterin Vanessa Niederdellmann. „Das reduziert die Komplexität im Alltag und verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit.“ Darüber hinaus zeigte FFS neue Logistiklösungen mit dem Ziel, kleinere und gleichzeitig effizientere Lieferprozesse zu ermöglichen. Betreiber sollen dadurch Überbestellungen und Abschriften besser vermeiden können. Neu vorgestellt wurde außerdem die Produktfamilie „Ofenschnecke“. Dahinter steckt ein Snack-Konzept, das entweder direkt aus dem Tiefkühlbereich verzehrt oder mit minimalem Aufwand erwärmt werden kann.
Druck auf den Außer-Haus-Konsum
Wie stark die wirtschaftlichen Herausforderungen derzeit den Markt prägen, zeigte auch der Auftritt von Lekkerland. Das Unternehmen verwies auf die Kaufzurückhaltung und den Druck auf den Außer-Haus-Konsum. Gleichzeitig rückten langfristige Themen wie weitere Regulierungen im Tabakbereich in den Fokus. C-Stores sollten deshalb zusätzliche Umsatzfelder erschließen. Lekkerland präsentierte entsprechend verschiedene Foodservice- und Kaffee-Konzepte, Eigenmarken sowie digitale Verkaufs- und Werbelösungen, unbemannte Verkaufssysteme und Smart Stores. Auch Kaffeesysteme spielten eine zentrale Rolle – von klassischen Bedienkonzepten bis hin zu Self-Service-Lösungen. Ergänzt durch Trendthemen wie Matcha-Produkte.