Kassensysteme Nachholbedarf bei Zahlung ohne Bargeld

Eigentlich meint man, dass bargeldlose Bezahlung – von Handel bis Gastro – überall dabei ist. Dass es noch nicht so ist, zeigt jetzt die aktuelle Erhebung „Händlergeschäft am Point of Sale (POS)” von S-Payment.

Montag, 13. Juli 2026, 08:58 Uhr

Demnach erkennen auch die kleinen und mittelständischen Betriebe (KMU) zwar zunehmend die Notwendigkeit, bargeldlos zu kassieren – viele Inhaber kleinerer Betriebe befürchteten bei Kartenzahlung aber technische Störungen, „Knebelverträge“ oder undurchsichtige Preismodelle, berichten die Studienmacher. Andere dagegen folgten den digitalen Payment-Trends, würden die Vorteile für ihren Geschäftserfolg erkennen und akzeptierten deshalb alle gängigen bargeldlosen Zahlungssysteme. Die Befragten,  insgesamt 524 Händler und Unternehmer, die Entscheider beim Thema Bezahlen am POS sind, kamen aus dem stationären und mobilen Einzelhandel, aus dem Handwerk, der stationären und mobilen Gastronomie sowie den mobilen Dienstleistungen. Der maximale Jahresumsatz der ausgewählten Unternehmen beträgt bis zwei Millionen Euro. Sie gehören zu keiner großen Unternehmenskette und keinem Franchiseanbieter, bei denen die Zentrale über die akzeptierten Bezahlverfahren und die technische Geräteausstattung entscheidet. Die S-Payment GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der DSV-Gruppe und soll das „Kompetenzcenter Payment“ der Sparkassen-Finanzgruppe sein. Hier würden „federführend ganzheitliche, zielgruppen-spezifische und Omnikanal-fähige Paymentlösungen für Privat- und Firmenkunden der Sparkassen entwickelt und vermarktet – sowohl für den POS als auch für E- und M-Commerce“, sagt das Unternehmen selbst.

Drei Händlertypen identifiziert

Die Studie identifiziert drei Händlertypen, die sich mit Blick auf Technikaffinität, Erfahrung mit Terminals und POS-Systemen sowie dem unternehmerischen Selbstanspruch an Payment-Lösungen unterscheiden: Die „Einsteiger” : 55 Prozent der befragten Unternehmen, besitzen überhaupt noch kein Terminal. Die „Wechsler”: acht Prozent der befragten Unternehmen, haben in den vergangenen 24 Monaten ein Terminal oder POS-System angeschafft und die „Experten”: 37 Prozent der befragten Unternehmen, besitzen länger als 24 Monate mindestens ein Terminal oder POS-System.

Kartenzahlung als Black Box

Der Anteil in der Gruppe der „Einsteiger” unter den Händlern ist relativ gering und groß im Handwerk (92 Prozent) und bei mobilen Dienstleistungen (beispielsweise ambulante soziale Dienste oder Gebäudereiniger) 90 Prozent. Kartenzahlung werde von diesen oft als „Black-Box“ empfunden. Sie würden zwar mitmachen wollen, trauten sich aber nicht, aufgrund diffuser Vorbehalte und Unwissenheit. Die so genannten „Wechsler” sind mit 24 Prozent in der mobilen Gastronomie am stärksten vertreten (Caterer, Food-Trucks, Imbissbuden etc.). Sie hätten oft schon seit längerem die Notwendigkeit erkannt, den Payment-Trends zu folgen und hielten es für den eigenen Geschäftserfolg für wichtig, ihrer Kundschaft die Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, die diese sich wünschen.

Bisher bleibt Barzahlung dominant

Die „Experten” sind mit 71 Prozent in der stationären Gastronomie (von Restaurants über Cafés, bis hin zu Imbissen) und mit 55 Prozent im Fachhandel (von Auto-Werkstätten bis hin zu Schmuckhändlern) sehr präsent. Diese Gruppe sehe klar die faktischen Vorteile für ihr Business, routiniert mit Kartenzahlung umzugehen. Auf der Grundlage eines hohen Unternehmensgeists und ausgeprägter Technik-Affinität habe sie ihr Payment meist aus eigenem Antrieb optimiert und sei damit auch weitgehend zufrieden. Dennoch darf man sich laut Studie nicht täuschen lassen. Denn insbesondere im Einzelhandel und in der stationären und mobilen Gastronomie bei KMU bleibt bisher Barzahlung  dominant, auch wenn „Kartenzahlung per Girocard, Kreditkarte oder Debitkarte zunehmend an Bedeutung, vor allem in technikaffinen Segmenten und bei jüngeren Kunden gewinne.

Vielfalt von Ausstattungen

Von der Geldkassette bis zu Hightech reicht quer durch die betrachteten Branchen immer noch die Ausstattungsvielfalt beim Zahlvorgang. Vor allem bei den „Einsteigern” findet man häufig noch offene Ladenkassen wie Geldkassetten.  Mehr als drei Viertel der Befragten nutzen einfache Terminals, die nur für Kartenzahlungen genutzt werden können, ohne Anbindung an ein Kassensystem (POS-System), so vor allem die stationäre Gastronomie (54 Prozent). Jeder zweite Händler mit mobilem Verkaufsstand ist offenbar inzwischen überzeugt, dass das Angebot von Kartenzahlung seinen Umsatz steigert.

Mobile Terminals werden geordert

Mobile Terminals werden vor allem in der Gastronomie, an mobilen Verkaufsständen und im Einzelhandel eingesetzt. Daher plant laut Studie rund jeder zehnte Gastro-Betrieb und rund jeder zehnte mobile Verkaufstand binnen Jahresfrist mobile Terminals, mit und ohne Anbindung an ein Kassensystem, anzuschaffen. Die wichtigsten Kaufkriterien für ein Terminal sind laut der vorliegenden Studie „Händlergeschäft am Point of Sale (POS)” quer durch alle Branchen: zuverlässige Transaktionen, günstige Transaktionskosten und außerdem eine schnelle Auszahlung der Umsätze auf das Firmenkonto.