Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer stößt im Handel auf deutlichen Widerstand. Die Unternehmensgruppe Dr. Eckert hat sich mit einem Appell an den Finanzausschuss des Deutschen Bundestages gewandt und warnt vor erheblichen Folgen für den stationären Einzelhandel. Das Unternehmen betreibt bundesweit 220 Filialen und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nach Einschätzung der Gruppe zählen Tabakwaren zu den wichtigsten Frequenzbringern im Convenience-Handel. „Tabakwaren sind für unsere 220 Filialen ein kritischer Frequenzbringer“, sagt Geschäftsführer Torsten Löffler. Steigende Preise infolge höherer Steuern könnten dazu führen, dass weniger Kunden die Geschäfte besuchen. Das wirke sich nicht nur auf den Tabakverkauf aus, sondern auch auf Presseerzeugnisse und weitere Randsortimente. „Viele Standorte lassen sich so schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, so Löffler.
Kritisch sieht Dr. Eckert zudem den Umgang mit tabakfreien Nikotinbeuteln (Nikotin Pouches). Nach Unternehmensangaben entgehen dem Staat durch das bestehende Verkaufsverbot und die fehlende Besteuerung jährlich rund 500 Millionen Euro. Löffler fordert deshalb einen Kurswechsel: „Statt den steuerzahlenden Mittelstand in den Ruin zu treiben, muss die Politik ungenutzte Steuerpotenziale heben.“ Eine Legalisierung mit klaren Regeln und kontrollierter Abgabe im Fachhandel könne aus Sicht des Unternehmens zusätzliche Steuereinnahmen schaffen und den Jugendschutz stärken.
Darüber hinaus warnt Dr. Eckert vor einer Verlagerung der Nachfrage in den Schwarzmarkt oder in den grenznahen Einkauf. Dadurch könnten die angestrebten Mehreinnahmen aus der Tabaksteuer geringer ausfallen als erwartet. Das Unternehmen hat seine Einschätzung den finanzpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen übermittelt und fordert eine Überarbeitung der geplanten Steuerpläne.