Bildquelle: Getnow

Getnow Onlinehändler wird weiter wachsen

In sechs deutschen Großstädten ist der E-Food-Anbieter Getnow schon vertreten. Weitere Standorte sollen dazu kommen. Partner auf diesem Wege sind die Metro und als Logistiker DHL.

Getnow expandiert. Der Lebensmittel-Onlinehändler wird, wie er selbst ankündigt, in Kürze weitere Standorte in Deutschland für sein E-Commerce-Geschäft erschließen. Aktuell können Kunden vor allem in den Großstädten München, Berlin und Frankfurt am Main, sowie in Essen, Düsseldorf und Neuss Food-Produkte online bestellen und sich liefern lassen. Darüber hinaus, so lässt das Unternehmen mitteilen, zählen unter Umständen auch angrenzende Städte zu den Liefergebieten. Das kann beispielsweise Offenbach am Main im Falle von Frankfurt sein. Aber auch Städte wie Wuppertal, Mönchengladbach oder Krefeld gehören zu diesen Einzugsgebieten. Erstaunlich ist diese schnelle Expansion einerseits schon.

Denn im E-Food-Handel in Deutschland wird bekanntlich nach wie vor kein Geld verdient. Im Gegenteil: Die Handelssparte wird weiterhin von Investoren subventioniert. Das gilt – wie für viele Startups – auch für diese Food-Startup im Onlinehandel. Andererseits lässt die Zusammenarbeit von Getnow mit der Metro ein weiteres Erschließen von Standorten als folgerichtig erscheinen. Denn vor rund einem Jahr vereinbarten die beide Unternehmen in einem Kooperationsvertrag die Absicht, deutschlandweit an den Standorten der Metro-Großmärkte, weitere Getnow-Niederlassungen zu eröffnen. Bis zum Jahr 2021 soll es wohl an 24 Metro-Märkten neue Ableger des Online-Lebensmittelhändlers geben, wie es in Presseberichten heißt.

Von Anfang an Erfahrungen sammeln
Getnow selbst begründet sein schnelles Wachstum mit dem anhaltenden Trend bei den Konsumenten, immer mehr online zu bestellen. Die Nachfrage in den Online-Supermärkten nehme weiter zu „auf einer Basis, die sich deutliche steigern lässt“, teilt das Unternehmen mit. Man sei von Anfang an dabei, um Erfahrungen zu sammeln und davon fortlaufend zu profitieren.

Spezialisten im Management
Gleichzeitig verstärkte das Startup sein Management-Team. Zuletzt stieß Torsten Schero, der zuvor bei Rebuy und Amazon tätig war, als CEO und Managing Director dazu. Anfang des Jahres kam Robert Schambach als Chief Operating Officer zu Getnow. Er arbeitete zuvor bei Allyouneed Fresh, das im Vorjahr von DHL, dem Logistik-Partner von Getnow, verkauft wurde. Im vergangenen Jahr kam IT-Spezialist Sebastian Wiese als neuer CTO zum Unternehmen und das Marketing übernahm Thorsten Eder, bis dahin in gleicher Funktion bei Saturn, Teil von Ceconomy beziehungsweise der Metro, im Einsatz.

80 Prozent der Kunden bestellen Frische
Von der Metro kommen auch die 15.000 Artikel, die der Onlinehändler seinen Kunden im Netz anbietet. Die Bestellungen werden in den Regalen der Metro-Großmärkte händisch zusammengetragen, an den Marktkassen abgerechnet und anschließend in kleinen Hubs auf den Parkplätzen vor den Märkten versandfertig verpackt. Getnow weist darauf hin, dass man für Privatkunden die Ware ohne Preisaufschlag zugänglich mache. Der Schwerpunkt liege dabei auf einer besonders großen Auswahl an frischen und exotischen Früchten und Gemüsesorten, sowie Fleisch und Fischwaren. 80 Prozent der Kundenbestellungen enthalten nach Anhaben von Getnow Frischeprodukte. Preislich bewegt sich der Onlinehändler auf Augenhöhe mit dem klassischen stationären Handel oder auch anderen Online-Händlern. „Häufig unterbieten wir diese“, so ein Statement von Getnow. In der Regel werden aber wohl die Metro-Preise eins zu eins den Webkunden in Rechnung gestellt. Zudem betont der E-Food-Anbieter, das es jede Woche ein preislich günstiges Top-Angebot gebe. Versandkosten von knapp vier Euro schreibt das Unternehmen offenbar nur bei einem Bestellwert von unter 40 Euro pro Lieferung auf die Rechnung der Konsumenten. Liegt der Betrag darüber, ist die Zustellung kostenlos. Es sei denn der Besteller möchte die Waren innerhalb von 90 Minuten erhalten. Dann wird eine Gebühr fällig. Lieferkosten werden allerdings bei Getnow im Schnitt wohl kaum bezahlt, denn das Unternehmen teilt gegenüber Convenience Shop mit, dass „der durchschnittliche Warenkorb pro Einkauf bei 80 Euro liegt“.

Retouren gibt es kaum
Um die Kunden zufrieden zu stellen, achtet der Online-Supermarkt darauf, dass die Ware den Kunden unversehrt im gewünschten Zustand erreicht. Dafür kommen spezielle Transportboxen zum Einsatz, die die bestellte Tiefkühlwaren bis zu 48 Stunden kühl halten können. Diese Boxen werden bei Zustellung ausgepackt und wieder mitgenommen. Der Kunde erhalte seine Ware in umweltfreundlichen Papiertüten. Deshalb fallen keine zusätzlichen Verpackungen an. Das Unternehmen arbeite in dieser Hinsicht etwas anders als ein klassische Versandhändler. Und auch die Retourenquote sei verschwindend gering.