Internorga Trendschmiede an der Elbe

Wohin geht die Reise im Außer-Haus-Markt? Welche Produkte und Konzepte prägen die Zukunft? Fragen, auf die die diesjährige Internorga Antworten gab.

Sich eine halbe Stunde in die Food- und Beverage-Welt von morgen beamen, war im Pink Cube möglich. In dem Trendforum bekam jeder Internorga-Besucher von Trendforscherin Karin Tischer und ihrem Team Einblicke in internationale Märkte und Zukunftsprojekte sowie neue Geschäftsimpulse. Ein Schwerpunkt war die Digitalisierung, wie sie sich auf den Außer-Haus-Markt auswirkt, ihn sogar revolutionieren wird.

Die Belieferung aus dem Supermarkt gehört mittlerweile zum Alltag, und Unternehmen wie McDonalds gehen Partnerschaften mit Lieferplattformen ein. Aber die Digitalisierung nistet sich auch über sprachgesteuerte, internetbasierte Assistenten, wie Alexa von Amazon, als neues Familienmitglied ein. Darüber hinaus kommt die künstliche Intelligenz auch bei der Belieferung zum Einsatz. Domino Pizza testet zum Beispiel seit vergangenem Mai bereits die Zustellung per Roboter. Andere haben Drohnen testweise im Einsatz.

Auf der kulinarischen Ebene ist eine Entwicklung hin zu den Bowls erkennbar: ein legeres Essen aus der Schale. Geschmacklich orientieren sich die Konsumenten an traditionellen und bekannten Speisen, sind aber auch neugierig auf Neues. Im Rahmen des so genannten New Food Hopping müssen darum traditionelle Rezepturen angepasst werden, etwa an das Essverhalten. Beispiel alte Brotbackrezepte: Sie sind nicht eins zu eins umzusetzen, weil sie dann zu hart zum Kauen und ungünstige für Zähne und Zahnfleisch wären. Ein anderes Beispiel sind neue Mais-Sorten – nicht gelb, sondern blau oder sogar bunt – für die traditionelle Rezepte zur Weiterverarbeitung umgeschrieben werden.

Die diesjährige Internorga hat mit neuen und innovativen Formaten wie der Craft Spirit Lounge, dem Deutschen Gastro-Gründerpreis und dem Next Chef Award wieder Gespür für Trends und Themen gezeigt, die heute und in der Zukunft wichtig sind. Damit überzeugte sie nicht nur die rund 93.000 Besucher, auch Branchen-Kenner und Top-Entscheider ließen sich inspirieren.

„Die Internorga zeichnet aus, dass sie jedes Jahr Trends und Top-Themen professionell präsentiert“, fasst Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe, zusammen. Im März standen die jährliche Sommer-Highlight Grillen im Fokus. Was die Inhaltsstoffe bei Lebensmitteln betrifft, ist weiterhin eine Abkehr von künstlichen Zusatzstoffen, Aromen erkennbar. Natürlichkeit wird groß geschrieben, Qualität und Geschmack sowieso. Wachsende Bedeutung gewinnen proteinhaltige Speisen, Snacks oder Produkte.

Weil vegan-vegetarische Ernährung und Verpflegung bei Verbrauchern und in der Gastronomie nicht mehr wegzudenken ist, schaffte die Internorga für Gastronomen und alle, die sich sich im Außer-Haus-Markt bewegen ein Beratungsangebot und holte sich mit ProVeg Deutschland e.V. einen Partner an Bord.

Auch in diesem Jahr machte das Food Truck Village wieder auf dem Messevorplatz Station. Neben kulinarischen Angeboten erhielten die Besucher beim „Truckers Talk“ wertvolles Know-how aus der mobilen Praxis. Was vor gar nicht allzu langer Zeit noch als neuartiges Geschäftsmodell im Außer-Haus-Service gefeiert wurde, hat mittlerweile seinen festen Platz in der Unterwegsverpflegung gefunden und nimmt an Professionalität zu.

Laut einer Gäste-Befragung beurteilten 93 Prozent der Fachbesucher die Messe für Gastronomie, Bäckereien, Convenience Shops usw. mit sehr gut bis gut, 94 Prozent würden sie weiterempfehlen. Dabei erwies sich ein weiteres Mal das Rahmenprogramm als Gäste-Magnet. Erstmals rückte die so genannte Craft Spirit Lounge das Thema „handcrafted“ von Hochprozentigem in den Fokus. Es drehte sich alles um handgefertigte Spirituosen und edle Destillate wie Gin, Korn, Whiskey, Rum, Obstbrand und Wodka.

Die 93. Internorga findet vom 15. bis 19. März 2019 auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress GmbH statt.