Bildquelle: Scheidt & Bachmann

Expert Panel 2016:Die Zukunft der Tankstellen

Zu einem spannenden Dialog unter Branchenfachleuten zum Thema Zukunft der Tankstelle kam es beim Expert Panel von Scheidt & Bachmann.

Wir sehen uns als Innovator und Spezialisten im Bereich der Tankstellensysteme.“ Jörg M. Heilingbrunner, Geschäftsführer von Scheidt & Bachmann konnte in diesen Tagen 70 Teilnehmer, vor allem von Mineralölgesellschaften zum so genannten Experts Panel 2016 begrüßen. Im Fokus dabei standen aktuelle Trends in Tankstellengeschäft und die Entwicklungen in der Zukunft. „Die Veranstaltung wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmern nutzen, um mit Experten der Branche die Trends zu durchleuchten und deren Sicht der Dinge zu diskutieren“, so Heilingbrunner.

Zunächst einmal stellte er die aus Sicht des Unternehmens sechs wichtigsten Trends vor, die das Retail-Geschäft an Tankstellen beeinflussen. Veränderungen sieht Heilingbrunner besonders im Bereich der sich entwickelnden Cloud-Lösungen, bei mobilen Technologien, die zur Kundenbindung beitragen, sowie Innovationen im Payment-Bereich. Dazu kommt die zunehmende Komplexität der Geschäftsbeziehungen, die neue technische Lösungen erfordert. Außerdem das Sammeln und Auswerten von großen Datenmengen (Big Data), des Weiteren die umfangreichen Zusatzangebote in Tankstellen, z.B. durch das Shop-Geschäft sowie die steigende Bedeutung sozialer Medien auch in diesem Geschäft.

Auch Scheidt & Bachmann hat in den vergangenen Jahrzehnten eine klare Veränderung durchgemacht. Während früher u.a. die Herstellung von Zapfsäulen im Mittelpunkt stand, geht es jetzt bei dem Mönchengladbacher Unternehmen vor allem um Systeme. „Von Dispenser-driven zu Cloud-driven“ brachte Heilingbrunner das auf den Punkt. Nach seinen Worten orientiert sich die Entwicklungsarbeit des Unternehmens an den oben genannten Trends. Zu den Ergebnissen gehören beispielsweise:

  • Ein Tankautomat in der Smartphone-App (Fuel & Go)
  • Die Tankstellenkasse auf einem Tablet-PC
  • Das mobile Backoffice-System l auf Laptop oder Tablet-PC (MobileBOS)
  • Ein Forecourt Controller. Er verbindet Tankstellengeräte mit der Cloud und ermöglicht, dass Kassen und Forecourt unabhängig vom Hersteller miteinander kommunizieren
  • Business to Consumer -Apps zur Kundenbindung (Punkte sammeln etc.)

Ralph Mahnke von Shell machte in seinem Vortrag unter dem Motto „The Road to Digital Retail“ deutlich, wie die Shell an Zukunftsthemen herangeht. „Eigentlich befinden wir uns in einer Fortschrittsgesellschaft, die nicht neu ist, neu sind nur die Dimensionen“, sagt Mahnke auch mit Hinweis auf Big Data. Eine besondere Herausforderung für alle großen Unternehmen, wegen der großen Datenmenge, der Notwendigkeit der ständigen Analyse der Daten und ihrer unterschiedlichen Form. Dazu kommt der Zweifel, wie akkurat die Daten wirklich sind. „Tankstelle 4.0 kann auch heißen, dass nicht alles funktioniert“, sagte Mahnke. Die Erkenntnisse über die Kunden werden aus seiner Sicht nicht fertig, aber sie werden wahrscheinlicher sein. Wenn die Kunden in der Zukunft an eine Tankstelle kommen, dann wird sie dort ein vielfach verbundenes digitales Kundenerlebnis erwarten. Dazu gehören zum Beispiel mobile Zahlungssysteme, aber auch personalisierte Angebote, Services un d Rabatte.

Um solche Ideen kreisten auch viele der Ergebnisse der ebenfalls an diesem Tag angesetzten Workshops zum Thema Tankstellen-Innovationen 2020. Hier galt es, der Fantasie freien Lauf zu lassen, ohne die Machbarkeit aus dem Auge zu lassen. Viele der Fachleute gehen davon aus, dass die Tankstellen künftig sowohl mit den Kunden als auch deren Fahrzeugen digital vernetzt sein werden. Daraus ergeben sich aus ihrer Sicht eine ganze Reihe möglicher personalisierter Service-Angebote für Kunde und Fahrzeug, die auch zu neuen Geschäftsmodellen führen können. Einig waren sich die Fachleute, dass die Realisierung solcher Ideen eher Richtung 2030 passieren wird. Spannend wird dann vor allem auch sein, wie das alles zu rechtlichen Regulierungen passt.