18 Jahre Convenience-Shop Unser Job ist der Shop

Seit 1995 verfügt das Convenience-Geschäft in Deutschland und alle, die beruflich damit zu tun haben, über ein eigenes Informationsmedium: Convenience Shop. Die Herausforderung ist die gleiche geblieben: für mehr Erfolg im Shop-Geschäft zu sorgen.

„Wir reiten auf der Reisewelle“. Die Titelzeile der Erstausgabe unseres Magazins Convenience Shop im Jahr 1995 war aus heutiger Sicht vielleicht nicht besonders orginell, aber sie erfüllte ihren Zweck: Sie zeigte, dass es in Deutschland einen bis dahin kaum beachteten weiteren Food-Markt gab, der vor allem von den mobilen Kunden in Autos, Bahnen und Flugzeugen getrieben wurde, auch wenn Nahversorger wie Kioske natürlich ebenfalls dazugehörten. Schon bald bürgerte sich, sicherlich auch Dank unseres Magazins, für dieses Geschäft der Begriff Convenience-Markt ein. Auf den war man allerdings schon vor der Gründung gekommen, weil die in anderen europäischen Ländern und in den USA verbreiteten Convenience Stores durchaus als Vorbild und Benchmark für die hiesigen Shops gesehen wurden. Problematisch war dabei allerdings, dass es den Begriff Convenience in der hiesigen Food-Branche in Bezug auf Fertiggerichte bereits gab, die mit den Shops eigentlich nichts zu tun hatten. Das sorgte einerseits lange für Verwirrung, machte es aber andererseits immer wieder notwendig und sinnvoll, sich über das Konzept, dessen Ideen und Hintergründe auszutauschen. Dadurch entstand ein Prozess, den man heute nachhaltig nennen würde, weil er trotz der „Volljährigkeit“ von Convenience Shop immer noch lebendig ist. Entscheidend war, dass die Branche damals erstmals ein Gesicht bekam, die man bis dahin mit Begriffen wie „Non-LEH“ oder „No Nielsen“ bezeichnet hatte. Und der Grund für dieses plötzliche Interesse war relativ lapidar: Umsatz. In schwierigen Jahren für den Lebensmittel-Einzelhandel fiel den Branchen-Playern erstmals auf, dass am Rande dieses Marktes weitere Umsätze gemacht wurden, um die man sich bis dahin nicht richtig gekümmert hatte. Erste ernsthafte Marktforschungen in diese Richtung ergaben Mitte der 90er Jahre, dass es sich hier bereits um ein Marktvolumen von 28 Mrd. DM handelte. Damit hatte niemand gerechnet. Doch was dahinter steckte, war weitgehend unbekannt. Recherchen in den Jahren vor dem erstmaligen Erscheinen von Convenience Shop hatten ergeben, dass es für die Betreiber selber bis dahin kaum fachgerechte neutrale Unterstützung oder Informationen gab. Ein großer Teil des Geschäftes wurde einfach den Großhändlern überlassen. Die Eigeninitiative der Shop-Chefs, vielleicht mit Ausnahme der Kioske, war gering. Kein Wunder, denn rund die Hälfte des Marktvolumens fiel bereits Mitte der 90er Jahre auf Tankstellen, bei denen es bis dahin viel zu wenig Kompetenz in Richtung Food-Geschäft gab. Schnell war also klar, was der Kern unserer Aktivitäten mit Convenience Shop sein musste: Mit Fach-Informationen aller Art für eine qualitative Weiterentwicklung der Shops zu sorgen und die Betreiber langfristig dafür zu qualifizieren, die Optimierung ihrer Shops selbst aktiv zu betreiben. Ebenso deutlich wurde allerdings auch, dass das nur gelingen würde, wenn man die Entscheider bei Mineralölgesellschaften, Großhandel und Markenartiklern mit ins Boot holt. Daraus entstand dann diese besondere inhaltliche Mischung aus konkreten auf das Tagesgeschäft bezogenen nutzenorientierten Informationen und management-orientierten Geschichten. Diese richten sich an all jene, die - auf welchen Posten und auf welche Seite des Geschäftes auch immer - für die strategische Weiterentwicklung in diesem jungen Business zuständig waren und sind. Das war von Anfang an eine spannende Aufgabe, denn die Kompetenz für diesen speziellen Markt konnten wir nur teilweise aus den Erfahrungen mit unseren Top-Magazin Lebensmittel Praxis ziehen. So setzte das Team von Convenience Shop von vornherein darauf, intensiv mit den relevanten Fachleuten in diesem Markt zusammenzuarbeiten: Renate Weber, Gerald Wiegner, Sarah Auer, Roman Koidl und einige andere sorgten gemeinsam mit uns dafür, dass der Markt in seiner Zusammensetzung hier zu Lande erstmals glaubwürdig definiert wurde. Dabei hatte sich bereits früh herauskristallisiert, dass die Tankstellen-Shops im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen würden. Sie waren die ersten, die dieses Geschäft in Deutschland wirklich strukturiert und systematisch betrieben haben. Wurden sie am Anfang noch etwas belächelt, so war spätestens nach der Anuga, im Oktober 1995, klar, dass das Convenience-Geschäft ein wirklich ernst zunehmender Zweig der Food-Branche ist. Mehr als 800 Messse-Besucher wollten bei der ersten von Convenience Shop initiierten Kongress-Veranstaltung dabei sein, da reichte selbst der damalige große Rheinsaal auf dem Kölner Messegelände kaum aus. Seit diesem Zeitpunkt mussten grundsätzliche Diskussionen über die Relevanz der Thematik kaum noch geführt werden und Convenience Shop begleitet die Branche durch alle Höhen und Tiefen. Mit unseren Auszeichnungen Shop Tops, für die besten neuen Produkte, Shop des Jahres, für die besten Shop-Konzepte, und Show Star, für die interessantesten Messe-Neuheiten werden wir den Markt weiterhin inspirieren. Mit unserem Partner Euroforum bringen wir seit mehr als 15 Jahren Top-Entscheider der Branche bei „Handel und Wandel in Tankstellen und Convenience Shops“ zusammen, und gemeinsam mit unserem Partner Kölnmesse ist es 2012 endlich gelungen, mit der C-Shop Cologne der Branche eine echte eigene Messe maßzuschneidern, die im November des kommenden Jahres erneut die Branche in der Domstadt zusammenbringen wird.