Mobile Payment Die Zeit ist reif

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Angekommen und angenommen: Mobile Payment hat großes Potenzial. Wenn erst die flächendeckende technische Infrastruktur etabliert ist, wird das System eine eigene Dynamik entwickeln. Den Einstieg bereitet die Near-Field-Communications, die so genannte NFC-Technik.

Ob am Flughafen-Check-in oder in der Bahn: Smartphones verdrängen das Ticket. Der kontaktlose Datenaustausch zwischen den Mobiltelefonen der Reisenden und den Empfängergeräten der Verkehrsbetriebe prägt dort bereits die Abwicklung. Jetzt macht sich die Technologie auch im Handel breit: Verbraucher rufen darüber Produktinformationen ab, vergleichen Preise, bestellen Ware usw. Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos und machen an der Kasse nicht halt. Mobile-Payment bzw. M-Payment ist keine Zukunftsmusik mehr.

Kredit-, Giro- oder Geldkarte bereiten den Weg zum Bezahlen per Smartphone. Sie sind ausgestattet mit einem NFC-Code, der in einer Entfernung von vier Zentimetern zu einem Kartenlese-Gerät den fälligen Betrag an den Empfänger sendet. Dazu gaben Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken Giro-Karten mit Prepaid-Chip heraus, mit denen mittlerweile in allen 1.100 Esso-Tankstellen, in Märkten der Edeka Minden-Hannover und in den Geschäften der Douglas-Gruppe bezahlt werden kann. Maximal bis zu 20 Euro bucht das Lesegerät den Kunden „im Vorbeigehen“ ab.

Ein sicheres und schnelles System schwärmen Anwender wie Esso. „Die 20-Euro-Grenze ist vielleicht ein kleiner Hemmschuh, da die wesentlich höheren Tankrechnungen darüber gar nicht zu begleichen sind“, gibt Esso zu bedenken. Umso geeigneter sei das Verfahren im Shop-Geschäft. Viele Kunden legen einen kurzen Stopp für einen Kaffee oder Snack ein oder kaufen schnell eine Packung Zigaretten. Der Durchschnittsbon liegt bei 8 Euro, ein Betrag, der via Funk-Chip schnell beglichen ist. Hygienische Bedenken, wie es sie beim Umgang mit Wechselgeld immer wieder gibt, sind tabu. Ebenso reduzieren sich die Fehlermöglichkeiten gegenüber der Bargeldzahlung, und die Vorhaltekosten fürs Kleingeld sinken.

Obwohl die Sparkassen und auch Esso gemeinsam die Werbetrommel für das neue Verfahren gerührt haben, wäre eine noch höhere Akzeptanz wünschenswert. Doch der Mineralölkonzern bringt Verständnis für die User auf: „Jeder kennt das: Die neue Girocard flattert ins Haus und das Begleitschreiben ungelesen in den Papierkorb.“ Obwohl das kontaktlose Bezahlen mit Karte 47 Prozent der von der Deutschen Bundesbank Befragten nicht unbekannt ist.

Auch aus reinen Sicherheitsüberlegungen sei eine größere Nutzung des virtuellen Geldes wünschenswert. Das würde die Kassenbestände an Tankstellen niedriger halten. Zudem ist das System gegenüber der klassischen Kartenzahlung recht günstig. Für Kleinbeträge, für die Kartenzahlungen bisher uninteressant waren, fallen nur 1 bis 3 Cent Transaktionsgebühren an.

Facts

Wenn Sie die QR-Code-App Ihres Smartphones testen wollen, scannen Sie den QR-Code vom Titelbild der aktuellen Convenience Shop Ausgabe (6/2013). Unser Thema zum Mobile Payment können Sie dann direkt auf Ihrem portablen Telefon lesen.