Mobile Payment Smart, sicher, schnell

Ein echter Mehrwert für Kunden und Unternehmen: Özgür Günes, Geschäftsführer der Stockheim-Betriebe im Düsseldorfer Hauptbahnhof, ist vom Bezahlen per Smartphone begeistert.

Herr Günes, nutzen sie Ihr eigenes Smartphone auch als elektronische Geldbörse?

Özgür Günes: Ja, und zwar überall dort, wo ich es einsetzen kann.

Seit sieben Monaten akzeptieren Sie in Ihren Verkehrsbetrieben Handy-Geld. Wie sieht Ihre erste Bilanz aus?

Günes: Sie ist ausgeglichen. Auf der einen Seite gibt es eine hohe Akzeptanz bei unseren Kunden, auf der anderen Seite ziehen wir als Verkehrsbetriebe daraus enorme Vorteile.

Sie gehören zu den Pionieren. Was hat Sie überzeugt, in einem so frühen Stadium virtuelles Bezahlen per QR-Code anzubieten?

Günes: Die Grundüberlegung war, für die mobile Generation eine Alternative zum Barkauf bzw. zur Kartenzahlung zu schaffen. Und weil das Smartphone für diese Generation ein unverzichtbarer Begleiter ist, lag es nahe, gleich mit dem System zu starten.

Ist Ihr System denn noch eine Insellösung?

Günes: Momentan wird noch an einem einheitlichen System gearbeitet. Wir sind im Februar mit PayCash, einem neuen Anbieter für mobiles, bargeldloses Bezahlen gestartet. Das ist sehr fruchtbar. Das Start-up ist aufgeschlossen und setzt Dinge auch schnell um. Insofern hoffen wir, dass es auch andere Anbieter überzeugen wird und bundesweit relativ zügig die QR-Zahlung standardisiert werden kann. PayCash hat jedenfalls eine Applikation entwickelt, die den Geldtransfer zwischen Sender und Empfänger regelt. Die Benutzer, also unsere Kunden, erhalten die App kostenlos im Apple App Store und bei Google Play. Um das Geld zu empfangen, hat PayCash die angeschlossenen Stockheim-Betriebe mit den passenden Lesegeräten ausgestattet, so dass wir nur für den Stromanschluss sorgen mussten.

Worin liegt für Stockheim der größte Nutzen?

Günes: Der Bezahlprozess ist unheimlich schnell. Sobald sich der Benutzer autorisiert und ein Guthaben aufgeladen hat, braucht er nur die Funktion Bezahlen wählen, den zu zahlenden Betrag eingeben und den generierten QR-Code an der Kasse einscannen lassen. Der ganze Prozess dauert maximal fünf Sekunden. Ist das Prepaid-Guthaben aufgebraucht, kann neues virtuelles Geld an Ort und Stelle und sofort wieder aufgeladen werden, derzeit bis zu einem Monatslimit von 250 Euro. Pro Zahlung können aber maximal 20 Euro abgebucht werden. Somit ist es auch ein sehr sicheres Zahlungssystem.

Aber rund 60 Prozent der Deutschen sollen noch Sicherheitsbedenken haben.

Günes: Das sehe ich anders. Denn jeder QR-Code ist eine ganz persönliche Kennung. Doppelbuchungen sind ausgeschlossen, weil jeder QR-Code für eine Kaufabwicklung nur einmal gültig ist. Außerdem ist die Zahlung anonym. Es werden keine Kundendaten ausgetauscht.

Wie hoch ist der durchschnittliche Betrag, der damit bezahlt wird?

Günes: Der ist nicht höher und nicht niedriger als der übliche Durchschnittsbon. Jetzt werden mehr Kleinbeträge ohne Bargeld beglichen. Dafür ist der Karteneinsatz zu teuer, weil die Transaktionsgebühr im Verhältnis zum Betrag doch relativ hoch war. Jedenfalls sind unsere Verkehrsbetriebe in Düsseldorf ideal, um Mobile Payment zu etablieren. Den Bahnhof passieren täglich eine Viertel Millionen Pendler und Reisende. Die meisten haben ihr Handy immer dabei, können sich im Vorbeigehen einen Kaffee kaufen und ihn bezahlen.

Wie würden Sie ihre Klientel beschreiben?

Günes: Für immer mehr User ist das elektronische Portemonnaie selbstverständlich, und das ist völlig altersunabhängig. Außerdem kann Mobile Payment Landesgrenzen übergreifend eingesetzt werden. Insofern bin ich überzeugt, dass das Thema eine große Zukunft hat, zumal der Nutzen noch gesteigert werden kann. Couponing, Gutscheine usw. alles kann aufs Smartphone gesendet werden.

Haben Sie schon etwas Neues in der Schublade?

Günes: Als nächstes bauen wir das System fürs Messe-Catering auf.