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Popai-Studie C-Stores in Europa

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Im Rahmen einer europaweiten Studie zum Thema Convenience-Stores hat Popai, eine Nonprofit-Organisation für Instore-Marketing, genau hingesehen. Ergebnis: Für zahlreiche Verbesserungen, die die Wachstumsbranche weiter nach vorne bringen können, gibt es in der praktischen Performance der Shops noch wenig Raum.

 Die europäische Convenience-Branche wird hart arbeiten müssen, um das Einkaufserlebnis der Verbraucher bei ihren meist kurzen aber häufigen Besuchen der C-Stores zu verbessern und sich damit eine neue Generation loyaler Kunden aufzubauen. Das ist die zentrale Aussage einer aktuellen Studie von Popai, einer europaweit aktiven Organisation für Instore-Marketing. Sie hat unter dem Namen „European Store-edits“ die Ergebnisse von Storechecks bei 76 Convenience-Retailern in ganz Europa zusammengetragen und daraus interessante Schlussfolgerungen gezogen. Als Grund für dieses besondere Interesse an der Convenience-Branche nennt die Nonprofit-Organisation das unzweifelhafte Wachstum dieser Branche in ganz Europa.

Wichtige Faktoren dabei seien unter anderem die wachsende Zahl von Menschen, die europaweit in städtischen Regionen leben. Das sei besonders in Frankreich, den Niederlanden und Italien zu beobachten. Dazu kommen die wachsende Zahl kleinerer Haushalte sowie ein Lebensstil, der wenig reine Freizeit beinhaltet. Dabei haben die Verkäufe in den C-Stores in vielen Teilen Europas noch einen vergleichsweise kleinen Anteil am Lebensmittelhandel: an der Spitze Großbritannien mit 27 Prozent. Die Tatsache, dass der deutsche Marktanteil der Convenience-Shops deutlich niedriger liegt und langsamer wächst als in vielen anderen europäischen Ländern, führt die Studie auf die preisbewussten Konsumenten zurück, die daran gewöhnt seien, bei Discountern einzukaufen. Aber auch auf das Vorhandensein kleiner Nachbarschaftsläden sowie regionaler Spezialisten wie Bäcker und Metzger spiele hier zu Lande eine Rolle. Als einigendes Band der C-Stores sieht Popai ihre Rolle als Ort für Zusatzkäufe, die die Kunden, ergänzend zu ihren gelegentlichen großen Vorratseinkäufen, immer häufiger machen. Kein Wunder also, dass europaweit auch große Handelsunternehmen wie Tesco und Carrefour ihre Chance in diesem Geschäft, das sie mit ihren großen Outlets offensichtlich nicht machen können, wahrnehmen wollten. Für die Convenience-Branche habe das den Vorteil, dass der Standard des Angebots höher werde und auch Convenience-Shopper neue Formate kennenlernen, die sich deutlich stärker auf das Food-Angebot fokussierten.

Diese Einschätzung lässt sich auch im deutschen Markt nachvollziehen, wo die Aktivitäten von Rewe, Edeka, Albert Heijn und anderen diese Tendenz ebenfalls deutlich erkennen lassen. In Bezug auf das Convenience-Engagement sieht die Studie allerdings für die Handelsunternehmen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Zum einen bestehe die Gefahr, dass Shop-Verkäufe die Einkäufe in den Supermärkten zunehmend kannibalisierten. Zum anderen seien beim Geschäft mit den C-Stores insgesamt deutlich höhere operative Kosten zu tragen als im Stammgeschäft.

Umso wichtiger sei es deshalb, dass C-Stores über gute zentrale oder verkehrsgünstig gelegene Standorte verfügten. So würden sie auch Anlaufpunkt für Food to go-Verkäufe und könnten mit ihrem Angebot zusätzlich erfolgreich gegen reine Foodservice-Anbieter antreten. Außerdem könnten diese Standorte es der Branche ermöglichen, unter dem Stichwort „click and collect“ als Convenience Hub (Knotenpunkt), Online- und Offline-Retail miteinander zu verbinden. Und damit auch vom wachsenden Online-Handel zu profitieren. Um all das zu schaffen, müsse Convenience-Shopping genau das sein, was sein Name aussage: bequem für die Kunden. Ob das in den europäischen C-Stores im Detail der Fall ist, wurde im Rahmen der Storechecks anhand unterschiedlicher Themenbereiche überprüft.