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Lekkerland Endverbraucher im Mittelpunkt

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Der neue Lekkerland CEO Patrick Steppe hat viel vor. Im Exklusiv-Interview mit Convenience Shop erläutert er, mit welcher Strategie er den Frechener Convenience-Großhändler noch besser positionieren will. Stichwort: Retail Enablement.

Herr Steppe, Sie sind seit etwa einem halben Jahr CEO von Lekkerland, aber im Unternehmen sind Sie schon viele Jahre?

Patrick Steppe: Ja, ich bin seit 17 Jahren in der Company. In Belgien gestartet, dann nach Holland gewechselt und mittlerweile bin ich schon mehr als ein Drittel meiner Lekkerland-Zeit hier in Deutschland. Bevor ich Ende August letzten Jahres den Vorstandsvorsitz übernommen habe, war ich vier Jahre im Vorstand für die Bereiche Vertrieb und Marketing verantwortlich.

War die erste Zeit als CEO eine ganz andere Erfahrung, als Sie sie bisher im Unternehmen gemacht haben? Sie stehen ja jetzt im Mittelpunkt des Interesses

Steppe: Als Lekkerland-Chef werde ich natürlich anders gesehen. Mir haben die ersten Monate viel Spaß gemacht. Vorher lag mein Fokus immer auf Vertrieb und Marketing. Jetzt haben sich meine Zuständigkeiten deutlich ausgeweitet. Durch viele Gespräche mit Führungskräften und Mitarbeitern, aber auch mit externen Stakeholdern, habe ich noch einmal eine ganz andere Sicht auf das Unternehmen bekommen. Die langjährige Betriebszugehörigkeit hat mir natürlich geholfen, sehr schnell zu verstehen, wo die Pain-Points sind und in welche Richtung „das Schiff“ gelenkt werden sollte, damit wir uns im Markt noch besser positionieren und unsere Ziele erreichen können.

Lässt Ihnen die Führung des großen Unternehmens noch Zeit, sich mit diesen Fragen wirklich intensiv zu beschäftigen?

Steppe: Für das, was wir heute und morgen machen, sind wir gut aufgestellt. Lekkerland besitzt engagierte und gute Mitarbeiter und ist ein gut funktionierendes Unternehmen. Es geht für mich aber auch darum, wie die Zukunft der Company mittel- und langfristig aussieht. Das ist absolut Chefsache. Deshalb investiere ich viel Zeit, mich im Markt zu orientieren, um dann gemeinsam mit einem Kernteam daran zu arbeiten, wie wir uns künftig positionieren und unsere Kunden am besten unterstützen können.

In welche Richtung wird denn die neue Positionierung gehen?

Steppe: Wir haben unsere Wurzeln natürlich im Großhandel, und das machen wir sehr gut. Aber wir sind schon lange kein reiner Großhändler mehr, sondern entwickeln uns mehr und mehr zum Dienstleister. Das wird auch einer meiner Schwerpunkte in der Strategie sein, die wir aktuell anpassen. Mein Lösungsansatz lautet hier „Retail Enablement“: Lekkerland entwickelt Lösungen und moderne Einzelhandelsformate, die die Wünsche und Bedürfnisse der Endkonsumenten erfüllen. Denn für unsere Kunden möchten wir der 360-Grad-Konzeptanbieter sein. Lekkerland nimmt die Stelle des Unterstützers von Retailern ein, die sich auf Kunden fokussieren, die unterwegs sind. Diese Kunden und Endverbraucher werden viel deutlicher in den Mittelpunkt unserer Strategie rücken als bisher. Das ist ein großer, entscheidender Schritt für mich.

Was ist für Sie dabei der ausschlaggebenede Punkt?

Steppe: Der Kampf um den Verbraucher wird immer stärker. Die Konsumenten vergleichen die Kanäle, in denen sie einkaufen, jetzt genau und in ihren Augen verschmelzen sie auch. Sie nutzen sehr unterschiedliche Angebote, aber die Erwartungen, die sie an den Besuch einer Tankstelle haben, sind fast die gleichen, wie beispielsweise beim Besuch eines Schnellrestaurants oder Starbucks. Darauf müssen sich die Tankstellen einstellen, und wir wollen sie dabei unterstützen.