Bildquelle: Klaus Ohlenschläger, SSP

SSP Erfolg mit Partnern

Noch nie ist in der deutschen Convenience-Branche so viel über Möglichkeiten von Kooperationen, neue Geschäftsmodelle und die Überwindung von selbstgesetzten Grenzen im Geschäft diskutiert worden. Aktuell macht das Unternehmen SSP besonders von sich reden. Zum Geheimnis der Erfolges gehört, das SSP durch seine Aufstellung als Portfoliobetreiber viele marktrelevante Kernkompetenzen miteinander vereint.

SSP-The Food Travel Experts ist in Deutschland, wie der Name vermuten lässt, vor allem an Bahnhöfen, Flughäfen und Raststätten aktiv. Im Exklusiv-Interview mit Convenience Shop (ab Seite 36) erläutert Cornelius Everke, CEO DACH (Germany, Austria & Switzerland) & FRABEL (France, Belgium & Netherlands), wie das Unternehmen auf ziemlich einzigartige Art und Weise Gastronomie und Retail zusammen bringt. Da gibt es Bäckereien, Coffee-Shops, Fastfood-Stationen und Restaurants auf der einen und Convenience-Retail auf der anderen Seite. Doch so getrennt will Everke das nicht betrachten. Das Ziel ist, da wo es Sinn macht, Kooperationen zu installieren. Und zwar nicht nur unter den eigenen Geschäftsmodellen, sondern auch gemeinsam mit anderen. Davon sollen alle profitieren.

Everke und sein Team sind überzeugt, dass man nicht alles allein stemmen kann und sollte. Partnerschaften lautet deshalb das wichtigste Stichwort in diesem Zusammenhang. Das jetzige SSP-Team hat sich nach seinem Start 2008 bis heute ein umfangreiches Lizenz-Portfolio von Starbucks über Heberer, Backwerk, Kamps und Ditsch zugelegt und bringt jetzt unter anderem Jamie Olivers erfolgreiches Jamies Deli Restaurant erstmals nach Deutschland.

Im Fokus der Convenience-Branche steht sicherlich die Zusammenarbeit der SSP mit Edeka und die mehr als 50 Spar-Express-Shops, die das Unternehmen nach eigener Aussage sehr erfolgreich und mit beeindruckenden Wachstumsraten betreibt. Im Rahmen umfangreicher Praxistests, die extra an wenig glanzvollen Standorten begannen, erwies sich offenbar schnell die große Akzeptanz der Kunden.

Es ist aber nicht allein die Vielfalt und die Auswahl der Marken, die das Konzept der SSP so interessant macht. Vielmehr ist es auch die interne Mischung von Kompetenzen und Marken, die zu neuen Konstellationen führt. So war bei Spar Express wohl die Integration des Backwerk-Angebotes der entscheidende Hebel für attraktives Umsatzwachstum. Das ist allerdings auch ein Fingerzeig dafür, dass es bei der Weiterentwicklung von Convenience nicht allein um Marke geht, sondern vor allem auch um eines: Frischekompetenz. Es ist kein Zufall, dass das Unternehmen im Convenience-Channel nach eigener Aussage derzeit am meisten Arbeit in das Thema Frische steckt. Sollte man künftig wirklich, wie Everke ankündigt, auf diesem Gebiet auch mit lokalen Edeka-Händlern zusammenarbeiten, wäre das auch eine überraschende Konstellation.

Wer so agiert, dem eröffnen sich natürlich in einigen verwandten Märkten neue Möglichkeiten, die sich nicht nur die SSP genau ansehen wird. Es spricht nichts dagegen, wie mit Marks & Spencer in England, eventuell auch hier zu Lande in Krankenhäusern mit Spar Express präsent zu sein und „einen ganz neuen Kanal zu eröffnen“. Dabei ist für Everke aber klar, dass sich die SSP bei solchen Aktivitäten nicht verzetteln darf.