Studie Gutes Essen für unterwegs

Im Jahr 2030 essen wir nach wie vor unterwegs, aber etwas anders. Das ist ein Fazit aus der aktuellen Nestlé-Zukunftsstudie.

Unterwegs wollen sich Verbraucher leicht und bequem mit Essen und Getränken versorgen. Und das wird auch in 15 Jahren noch so sein. Das bescheinigt die Nestlé-Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030“. Ein Blick in die Zukunft: Die Deutschen verpflegen sich zunehmend außer Haus, nicht nur mit Snacks und Süßigkeiten, sondern auch in Restaurants, Imbissen oder Kantinen. Das Interessante: Diese Angebote werden ganz individuell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein und uns beispielsweise bei einer auf unser persönliches Gesundheitsprofil ausgerichteten Ernährung unterstützen.

Experten gehen sogar davon aus, dass uns unser Autonavigationsgerät künftig zu den passenden Angeboten führt, was verstärkte Informationstechnologien möglich machen. Dabei werden vor allem Restaurants oder Kantinen als Informationszentren und soziale Treffpunkte künftig eine größere Bedeutung haben. Auch das Interieur der Verpflegungseinrichtungen wird diesem Zweck gerecht. Die Kantine der Zukunft lädt ausdrücklich zum Verweilen ein und ist den ganzen Tag geöffnet. Dort werden vor allem schmackhafte und gesunde Gerichte angeboten sowie kleine Snacks. Die Kantine könnte zu einem Mittelpunkt des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden, und Arbeitgeber könnten sich über ein ansprechendes Konzept profilieren.

Die Experten sind sich zudem sicher: Wohnraum in den Metropolen wird künftig noch knapper und teurer. Das wird in den Städten den Trend zur reduzierten Versorgungsküche stärken. Diese dient dann nur noch der schnellen Nahrungszubereitung. 42 Prozent der Befragten schließen sich dieser Vorstellung an. Vor allem Ein-Personen-Haushalten werden sich bei der Küchenausstattung auf ein Minimum beschränken.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Stellenwert der Außer-Haus-Verpflegung wichtiger wird. Statt vorwiegend sättigender Angebote für eine breite Masse gibt es dann individuell angebotene „on Demand Menüs“. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine im besonderen Maße vernetzte Kommunikationstechnologie: Hierdurch könnten wir beispielsweise Anbietern der Außer-Haus-Verpflegung das persönliche Gesundheitsprofil zur Verfügung stellen, um ein maßgeschneidertes Menü noch vom Auto aus an Raststätten zu ordern.

Die Gruppe der Genießer lässt sich auch weiterhin viel Zeit bei ihren Restaurantbesuchen. Aber auch sie werden von der Möglichkeit Gebrauch machen, den Restaurants vorab individuelle Gesundheitsprofile zukommen zu lassen, damit der Koch die ausgewählten Gerichte darauf abstimmen kann. In der repräsentativen Befragung zeigt sich, dass diese Vorstellung Anklang findet: 47 Prozent gefällt das Szenario des reflektierten Genusses.

Menschen, die auf eine gesunde und leistungssteigernde Ernährung setzen, gehen davon aus, dass sie unterwegs auf individualisierte Nahrung zurückgreifen können, etwa auf Power-Riegel. Für die Anhänger des Szenarios „Einfaches Sattwerden“ im virtuellen Umfeld werden Lieferdienste einen hohen Stellenwert einnehmen. 13 Prozent gefällt die Vorstellung, dass wir uns von ihnen mit traditionellen Mahlzeiten im Abo versorgen lassen.

Die Außer-Haus- und Unterwegs-Verpflegung wird deutlich vielfältiger und damit attraktiver, schätzen die Experten. Künftig könnte die große Auswahl an Snacks das klassische Mittagessen ersetzen. Auch die Grenze zwischen Einkaufen und dem Außer-Haus-Verzehr wird verschwimmen. Es wird kaum noch Geschäfte ohne gastronomische Angebote geben. So wird sich in den nächsten 15 Jahren unsere Ernährungsweise auch hinsichtlich der bevorzugten Konsumorte deutlich verändern. Die Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten unterwegs wird dazu beitragen, dass Essen die eigene Werteorientierung widerspiegelt und zum Statussymbol des persönlichen Lebensstils wird.