Cames „Wir liefern Markterfolg“

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Bei Cames ist der Generationswechsel bereits erfolgreich vollzogen. Michael Cames ist schon seit zehn Jahren im Unternehmen und arbeitet mit Senior Peter Cames zusammen. Im Interview mit Convenience Shop erläuterte der Großhändler seine Convenience-Strategie.

Ihr Unternehmen wurde bereits 1920 gegründet. Wann wurden Convenience-Stores für Sie wichtig?

Die kamen bei uns so richtig mit Gründung der MCS vor über 15 Jahren ins Spiel. Als einer der Gründungsgesellschafter des Großhandelsverbundes haben wir den Fokus darauf gelegt, Tankstellen nicht nur zu beliefern, sondern auch zu beraten und genau dasselbe auch im Kiosk-Bereich zu machen. Ursprünglich waren wir ein klassischer Zustellgroßhändler, der die selbstständigen Lebensmittel-Einzelhändler vornehmlich mit logistischen Dienstleistungen bedient hat.

War diese Umstellung für Ihr Unternehmen eine Herausforderung oder eher problemlos?

Ganz einfach war das nicht. Die Ansprüche der jeweiligen Kunden sind schon verschieden. Das gilt beispielsweise für die Breite und Tiefe von Sortimenten. Ursprünglich haben wir auch gedacht, dass die Sortimente deckungsgleicher wären als es sich dann herausstellte. Deshalb haben wir uns intern auf zwei Bereiche spezialisiert. So sind wir heute sowohl ein Vollsortiments-Zustellgroßhandel für den klassischen LEH als auch für den Convenience-Bereich. Die 13 Außendienstmitarbeiter vor Ort sind über unser komplettes Vertriebsgebiet verteilt und spezialisiert im Convenience-Geschäft oder im LEH. Damit können wir den speziellen Anforderungen beider Märkte hervorragend gerecht werden. In den vergangenen drei Jahren haben wir zudem unsere Lagerflächen vollständig umgebaut und auch deutlich erweitert sowie einen komplett neuen Warenausgang geschaffen.

Ist aus Ihrer Sicht die klare Trennung der Vertriebskanäle LEH und Convenience in Stein gemeißelt?

Aktuell erleben wir verstärkt, dass die unterschiedlichen Konzepte aus beiden Bereichen dabei sind, sich systemisch stärker aufeinander zuzubewegen. Ich glaube, dauerhaft wird es die Zweiteilung in Convenience-Handel und Lebensmittel-Handel so starr gar nicht mehr geben. Es kommt zu immer mehr Mischformen. Das stellen wir auch bei unseren klassischen Lebensmittel-Einzelhändlern fest. Die machen sich inzwischen zum Beispiel ebenfalls verstärkt über Coffee to go, selbstproduzierte belegte Brötchen und Essensangebote Gedanken und setzen vieles davon um.

Spielt das auch in Ihrem Nahversorger-Konzept Nah & Frisch eine Rolle?

Ja, das Konzept besteht aus einzelnen Modulen, unter denen unser Kunde wählen kann. Das fängt an bei der Außengestaltung des Marktes, geht über den möglichen Werbeauftritt mit Handzetteln und reicht bis hin zu vielfältigen Konzeptbausteinen, mit denen sich der Einzelhändler bei seinen Kunden profilieren kann.

Von den Anfragen her nehme das Geschäft mit den Nahversorgern zu, sagt Michael Cames. Dass sich jetzt in dieser Hinsicht mehr bewegt, liegt aus seiner Sicht auch daran, dass die verantwortlichen Politiker in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz, auch auf kommunaler Ebene, in Sachen Nahversorgung in den vergangenen zwei bis drei Jahren wesentlich aktiver geworden sind. NRW habe jetzt einen grünen Minister in diesem Bereich, der sich auf diesem Gebiet, anders als sein Vorgänger, engagiere, so die Einschätzung von Cames. So gebe es beispielsweise mehr Unterstützung für genossenschaftliche Modelle bei Nachbarschaftsläden.

Wie ist das Tankstellen-Geschäft bei Ihnen im vergangenen Jahr gelaufen?

Das Potenzial im Tankstellen-Geschäft ist immer noch sehr groß. Hier verzeichneten wir 2014 einen Umsatz-Zuwachs von 12 Prozent. Dabei kam uns die Übernahme eines kleinen Wettbewerbers zu Gute, aber um dessen Kunden zu halten, haben wir zum Beispiel weitere Sortimente aufgeschaltet. Wir sind insgesamt sehr zuversichtlich, dass das Ende der Fahnenstange im Tankstellen-Geschäft für uns noch lange nicht erreicht ist.

Was bewegt sich in anderen Bereichen des Convenience-Marktes?

Über die MCS kommen schwerpunktmäßig überregionale Kunden zu uns. Hier haben wir aktuell eine sehr positive Entwicklung im Flughafengeschäft. Wir sind in unserem Gebiet der Partner für die Beratung und Belieferung der Shops. Im Bereich Bahnhof läuft das Geschäft schon seit längerer Zeit sehr erfolgreich.