Tagung Handel und Wandel Neuer Umgang mit der Zeit

Beitragsseiten

Es durfte, ja sollte sogar, visionär gedacht werden. Nichts anderes war der kurze, aber doch effektive Workshop im Rahmen der diesjährigen Tagung Handel und Wandel in Tankstellen und Convenience Shops.

In Gruppen trugen die Teilnehmer spontane Ideen dazu zusammen, wie Shops künftig zu gestalten, welche Dienstleistungen denkbar sind und wo neue Betätigungsfelder liegen.Die Vorschläge landeten nicht in der Schublade, sondern im Rahmen einer Online-Befragung bezogen 150 Verbraucher bzw. Kunden gleich Stellung. Initiiert hatte das die Dialego AG Market Reseach Online, die noch während der Tagung den Teilnehmern die Ergebnisse präsentierte. Ein Gewinner-Ranking gab es nicht, wohl aber Tendenzen, die sich etwa an der Glaubwürdigkeit, Einzigartigkeit oder Relevanz orientierten. In den engen Kreis der akzeptierten Vorschläge kam zum Beispiel das Touch & Order-Prinzip, bei dem ein Monitor noch während des Tankens einen Überblick über das Shop-Ang ebot gibt.

Scheidt & Bachmann, das Systemhaus unter anderem für Parkhausanlagen und Tankstellen, hat etwas Ähnliches bereits im Test, ein in die Zapfsäule integriertes Display, das während des Tankvorgangs Werbebotschaften an den Kunden schickt. Da das Auto der Zukunft mit der Infrastruktur und dem Internet vernetzt sein wird, hat das Systemhaus zusammen mit Shell und Audi bereits erste Versuche gestartet via Navigationsgeräten und der Kreditkarte zu bezahlen, ohne dass der Kunde bis zur Kasse laufen muss. Das ginge nicht zu Lasten des Shop-Geschäftes, wies Jörg Heilingbrunner Geschäftsführer bei Scheidt & Bachmann entsprechend zurück. Der Verkauf könne eher gezielt gesteuert werden.

Es überraschte nicht, dass die Vorschläge der Tagungsteilnehmer sich um die wachsende Online-Präsenz (auch unterwegs) drehten. So kamen Ideen zum Smart Payment, also dem Bezahlen ohne Kasse auf, und sogar die bequeme Methode, das Bezahlen via Kfz-Kennzeichen – Registrierung und Gesichtserkennung vorausgesetzt – fand seine Anhänger.

Rund um den Komfort bewegten sich Ideen wie „Pharma to go“, ein Apothekenautomat, an dem mit der Krankenversicherungskarte an Raststätten die Medikamente kurzfristig zu jeder Tageszeit beschafft werden können. Noch Wunschdenken sind eine Kabine für entspannte Pausen (Play & Stay), Massage-Sitze, um für die Fahrt wieder fit zu werden, oder die Toilette der Sinne. Das stille Örtchen soll der Autofahrer farblich, optisch und duftmäßig für die Dauer seines Aufenthaltes selbst gestalten können. Und damit er seine Reise entspannt fortsetzen kann, wurde eine Art Concierge-Service, der sich ums Auto kümmert, vorgeschlagen. Wem trotzdem die Zeit zum Essen fehlt, der kommt mit einer so genannten Hot-Food-to-go-Box auf seine Kosten. Die Box erlaubt ihm, sich auch unterwegs mit warmen Speisen problemlos versorgen zu können.

Fotos: Christian Belz, Euroforum/Constantin Meyer