Bundesverband Freier Tankstellen Die Probleme der E-Ladeinfrastruktur

Der Bundesverband Freier Tankstellen (bft) will als Anbieter von Mobilität grundsätzlich beim Aufbau von E-Ladeinfrastruktur beitragen. Aus diesem Grund unterstützt die Vertretung des unabhängigen Mineralölmittelstands prinzipiell die geplante Ausstattung von 25 Prozent aller Tankstellen mit mindestens zwei Ladepunkten pro Station bis Ende 2022.

Donnerstag, 01. April 2021 in Tankstelle
Martin Heiermann
Artikelbild Die Probleme der E-Ladeinfrastruktur
Bildquelle: bft

Der Bundesverband Freier Tankstellen (bft) will als Anbieter von Mobilität grundsätzlich beim Aufbau von E-Ladeinfrastruktur beitragen. Aus diesem Grund unterstützt die Vertretung des unabhängigen Mineralölmittelstands prinzipiell die geplante Ausstattung von 25 Prozent aller Tankstellen mit mindestens zwei Ladepunkten pro Station bis Ende 2022.

Das wurde beim Autogipfel im November 2020 beschlossen. Die bisherigen Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen zeigen jedoch erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung an den Stationen. Das ergab eine Abfrage unter den Mitgliedern Ende März 2021. Dabei kristallisierten sich drei wesentliche Problemfelder heraus: Bei einigen Tankstellen fehlt der Platz, um auf dem Grundstück ausreichend Raum für eine Ladesäule zu schaffen. Andere Unternehmen kämpfen mit den komplizierten Genehmigungsverfahren und Förderanträgen bei den zuständigen Behörden, die sich teilweise über Monate hinziehen. Die wohl größte Schwierigkeit liegt jedoch darin, einen leistungsstarken Stromanschluss an das Grundstück zu bringen. An den meisten Standorten müssten dafür neue Stromleitung verlegt oder sogar ein Transformator gebaut werden. Hier liegen die Kosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich, was angesichts der zumindest aktuell noch fehlenden Wirtschaftlichkeit von Ladesäulen gerade bei mittelständischen Unternehmen finanziell nicht darstellbar ist.

Dieses Problem kann aus Sicht des bft nur dann gelöst werden, wenn die Regierung die Anbindung eines leistungsstarken Stromanschlusses an die Tankstellengrundstücke zu 100 Prozent fördere. „Wenn die Politik bereit ist, uns bis zur Grundstücksgrenze zu unterstützen, sind wir als Branche bereit, unseren Teil zum Ausbau der Ladeinfrastruktur an unseren Stationen zu leisten“, betont Duraid El Obeid, Vorstandsvorsitzender des bft. Die Elektromobilität könne jedoch nicht der einzig vorstellbare Weg zum Erreichen der Klimaziele sein. „Aus unserer Sicht ist nicht die einseitige Förderung eines Antriebs die Lösung, um die Treibhausgase spürbar zu reduzieren. Dieses Ziel erreichen wir nur mit einem Mix aus verschiedenen Technologien“, erklärt El Obeid.