Bildquelle: Migrolino

Schweizer Test Pick me 24/7

Ob ein C-Store zum E-Loading passt, testet Migrolino in Zusammenarbeit mit Tesla. An den Ladesäulen für die E-Autos gibt es jetzt Pick-me 24/7, ein Vending basierter Micro-Market.

Dass man bei Migrolino in Sachen Convenience weit über die Migrol-Tankstellen hinausdenkt, zeigt jüngst ein Test, der für Aufsehen sorgt: Migrolino eröffnete in Kooperation mit Tesla die ersten Pick-me 24/7-Station an einem „Supercharger“-Ladeplatz für E-Autos in Dietikon.

Tesla hat mit 24 Ladeplätzen hier seinen bisher größten Standort in der Schweiz gebaut und bietet auch eine der seltenen Tesla-Lounges an. An der voll automatisierten Einkaufsstation Pick-me 24/7 können Tag und Nacht Artikel des täglichen Bedarfs eingekauft werden. „Gleichzeitig wird sinnvoll die Wartezeit überbrückt, während das E-Fahrzeug aufgeladen wird“, erklärt das Unternehmen den Zusammenhang. Rund 430 Artikel des täglichen Bedarfs finden die Kunden im umgebauten Container vor. „Ins Sortiment gehören gesunde Produkte in hoher Qualität zum Sofortverzehr wie frische Sandwiches, Salate und Birchermüslis zu marktüblichen Preisen“, wird das Konzept beschrieben. Dazu komme ein breites Sortiment der beliebtesten Migros Produkte zu Migros Preisen, Frischeartikel wie Früchte, Gemüse, Fleisch, Milch oder Brote und auch Tabakwaren für volljährige Kunden.

Weitere Standorte geplant
Kunden wählen ihre Produkte per App oder vor Ort am Touchdisplay des Pick-me 24/7. Sie bezahlen via EC- oder Kreditkarte, scannen ihren Abholschein und sollen ihre Ware innerhalb von weniger als einer Minute erhalten. Im Inneren arbeiten zwei Roboterarme in zwei Klimazonen und transportieren die bezahlte Waren zum Kunden. Die Smartphone App läuft auf Android- und iOS-Basis und steht gratis bei Google Play und im App Store zum Download bereit.

Währenddessen beäugen die Schweizer Medien das Projekt relativ skeptisch. Ein Beispiel dafür ist ein Artikel der Schweizer Zeitung Blick. Sie berichtet, dass einer ihrer sogenannten „Leserreporter“ bei einem Test der Anlage zwar bezahlte, aber keine Ware bekam.

Einstiegs-Probleme
„Im Moment zickt der Automat aber noch“ zitierte ihn die Zeitung. Er habe ein Snickers und einen Energydrink bestellt und auch bezahlt. Das Geld sei von seiner Karte abgebucht worden, die Ware anschließend aber nicht ausgegeben worden, sagt er. Bei der auf der Quittung genannten Hotline habe sich anschließend niemand gemeldet. Nach dem sich Blick bei Migrolino gemeldet hatte, bestätigte das Unternehmen offenbar den Vorfall auf Anfrage. „Bei jeder Innovation gibt es zu Beginn Kinderkrankheiten. Aktuell sind weniger als ein Prozent der Bestellungen betroffen“, zitierte Blick das Unternehmen. Man arbeite mit dem Softwarepartner daran, diese Quote weiter zu minimieren. „Mit der Lancierung des smarten Pick-me 24/7 will Migrolino das Angebot für seine Kunden weiter ausbauen und zukunftsgerichtete Ladenkonzepte testen. Weitere Standorte sind geplant“, sagt das Unternehmen selbst. Dieser Test soll aber zunächst einmal nur bis Mai laufen, ob die Corona-Krise die Termine verändert, ist nicht absehbar.

Auch an der Tankstelle?
Das Thema Tankstelle ist dabei nicht so weit weg: Nach der Testphase, so sagte kürzlich Migrolino-Chef Markus Laenzlinger gegenüber der Handelszeitung, könnten zunächst kleinere Tankstellen und danach auch Wohngebiete angesteuert werden. Das Ziel sei „ganz klar der landesweite Rollout“. „Migrolino steht für Sofort-Konsum, für den Frische-Einkauf und für Genuss“, sagt das Unternehmen selbst über sich.

Die Migrolino AG war 2009 aus der Trennung eines Joint Ventures mit der Valora AG entstanden und ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Migros Konzerns.
Sie ist heute an mehr als 320 Standorten in der Schweiz vertreten und betreibt ihre Shops mit Franchisepartnern als Stand-alone sowie an Tankstellen zusammen mit Unternehmen wie Migrol, Shell, Socar oder Piccadilly. Unter dem Namen Migrolino-Wholesale werden seit rund sechs Jahren ihre Logistik- und Servicedienstleistungen auch Retail-Partnern außerhalb des eigenen Konzerns angeboten.