Energydrinks Auf der Jagd nach der Energy-Krone

Kein Getränke-Segment legt schneller zu als Energydrinks. Der Markt wird von wenigen Playern dominiert, hat aber Platz für Nischen.

Mittwoch, 13. Dezember 2017 - Non-Food
Thomas Klaus
Artikelbild Auf der Jagd nach der Energy-Krone
Bildquelle: Gettyimages

Inhaltsübersicht

Bei Energydrinks ist die Marge im Vergleich zu Säften und Co. überproportional – und das Wachstum dieser Getränkekategorie ist es ebenfalls. Nach Berechnungen der Marktforscher von Euromonitor beliefen sich die Umsätze in Deutschland 2012 noch auf 778 Mio. Euro und 2015 bereits auf 1 Mrd. Euro. Das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht: Für 2020 kalkulieren die Experten mit 1,2 Mrd. Euro.

Unterdessen haben die Analysten von Statista herausgefunden, dass 0,6 Prozent der Deutschen täglich Energydrinks zu sich nehmen. Rund 5 Prozent greifen ein- bis mehrmals pro Woche auf diese speziellen Getränke zurück, denen aufgrund ihres erhöhten Koffein- und Tauringehaltes eine leistungssteigernde und belebende Wirkung attestiert wird.

Gutes Markenimage fördert den Abverkauf

Die Statista-Mitarbeiter wollten es noch genauer wissen und fragten gezielt nach den behaupteten negativen Folgen des Konsums. Doch ein Drittel der befragten Konsumenten war völlig unbesorgt und lediglich 17 Prozent der Ansicht, dass Energy-drinks einen eher schlechten Ruf haben. Für 6,6 Prozent sind diese Getränke sogar die liebste Art der Erfrischung im Alltag.

Statista erkundigte sich außerdem nach den wichtigsten Produkteigenschaften und bekam neben dem guten Geschmack und der direkten positiven, belebenden Wirkung ein gutes Markenimage genannt. Als wichtigste Inhaltsstoffe von Energydrinks gaben die Befragten zusätzlich zu Koffein und Taurin Vitamine und Mineralstoffe an.

Wie sehr die Powerdrinks in Handel und Gastronomie zum verlässlichen Umsatzbringer geworden sind, lässt sich ebenso einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) über Getränkekonsum-Trends zwischen Januar und August 2017 entnehmen. Demnach sank über alle Altersgruppen hinweg die Ausgeh-Frequenz, während von Jung und Alt pro Weggeh-Tag höhere Ausgaben verzeichnet wurden. Marléne Duchale von der GfK erläutert: „Über alle Locations hinweg beträgt der Unterwegsanteil des Außer-Haus-Umsatzes 21 Prozent. Betrachtet man die einzelnen Getränkesegmente, so nimmt die Kategorie Energydrinks mit einem Anteil von 73 Prozent, die Spitzenposition ein, gefolgt von Heißgetränken mit einem Unterwegsanteil von 41 Prozent.“

Marktführer Red Bull unter größerem Druck

Dominiert wird der deutsche Markt von wenigen Playern. Marktführer Red Bull musste sich zwar inzwischen wärmer anziehen als früher, denn gleich von mehreren Mitbewerbern erwuchs dem österreichischem Konzern neue Konkurrenz. Trotzdem konnte Red Bull seinen Gesamtumsatz im vergangenen Jahr auf mehr als 6 Mrd. Euro erhöhen. 2015 waren es noch 5,9 Milliarden Euro. In 171 Ländern der Welt ist der Getränke-Pionier aktiv, setzte dort mit etwa 6,1 Mrd. Dosen knapp 2 Prozent mehr ab als 2015. Zahlen zum Deutschland-Markt kommuniziert Red Bull aktuell zwar nicht, aber hierzulande sitzt das Unternehmen nach wie vor fest im Sattel – auch wenn die größten Verkaufserfolge außerhalb Österreichs und Deutschlands zu verzeichnen sind. In Chile zum Beispiel betrug das Absatzplus 28 Prozent, in Skandinavien und Polen jeweils 13 Prozent und in den Niederlanden 12 Prozent. Südafrika war mit einem Zuwachs von 10 Prozent mit von der Partie.