Bildquelle: Vapiano

Vapiano Verkaufsprozess beginnt

Der Vorstand der Vapiano SE hat heute gemeinsam mit der vorläufigen Insolvenzverwalterin Dr. Ruth Rigol beschlossen, einen Verkaufsprozess einzuleiten. Dieser Prozess kann sich auch auf das weltweite Geschäft der Vapiano-Gruppe, Restaurant-Portfolios oder Vermögenswerte der Vapiano-Gruppe erstrecken. Es ist geplant, den Verkaufsprozess mit interessierten Investoren voraussichtlich bis Ende Mai 2020 durchzuführen. Die Franchise-Restaurants (insbesondere in Deutschland) werden nicht in den Verkaufsprozess einbezogen. 

Im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens hat die Vapiano SE ein Massedarlehen erhalten. Das teilen der Vorstand der Vapiano SE und die vorläufige Insolvenzverwalterin Dr. Ruth Rigol von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH mit. Zugleich werden auch die operativ tätigen Tochtergesellschaften in Deutschland einen Massekredit erhalten. Diese Gesellschaften befinden sich ebenfalls in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Köln bestellte PLUTA-Anwalt Stefan Conrads in allen Verfahren der deutschen Tochtergesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter. 

Bei der Vapiano SE sind mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, bei den operativen Tochtergesellschaften in Deutschland arbeiten insgesamt mehr als 1.500 Beschäftigte. In den vergangenen Tagen und Wochen konnte das Insolvenzverwalterteam von PLUTA im Zusammenwirken mit dem Vorstand der Vapiano SE und den Mitarbeitern in der Zentrale in Köln die Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Mitarbeiter sicherstellen, so dass die ersten Insolvenzgeldzahlungen bereits erfolgen konnten. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind in einem Insolvenzverfahren über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. 

Die Massedarlehen für die Gesellschaften dienen zur Überbrückung, bis der Geschäftsbetrieb der Vapiano-Gruppe wieder aufgenommen werden kann. Der Gläubigerausschuss hat der Aufnahme der Massekredite zugestimmt. Zugleich ist in Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss ein strukturierter M&A-Prozess eingeleitet worden, der von PricewaterhouseCoopers verantwortet wird. Neben Dr. Ruth Rigol und Stefan Conrads arbeiten im PLUTA-Sanierungsteam Stefan Meyer, Dr. Hubertus Bartelheimer, Dr. Maximilian Pluta und Ivo-Meinert Willrodt.

Rechtsanwältin Dr. Ruth Rigol sagt: „Wir wollen einen offenen, transparenten und zeitlich straffen Verkaufsprozess durchführen. Angesichts der aktuellen Ausnahmesituation ist dies aus unserer Sicht die beste Lösung. Die Gewährung der Massedarlehen ist zudem ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Restaurantkette. Wir haben in den vergangenen Wochen zahlreiche positive Signale aus dem Markt bekommen und sind zuversichtlich einen Investor für die Vapiano-Gruppe zu finden.“ 

Darüber hinaus führt Vapiano SE einen separaten Verkaufsprozess für die Vapiano-Tochtergesellschaften in Frankreich durch, die Vapiano Restaurants in Frankreich und Luxemburg betreiben. Dieser Verkaufsprozess und die Verhandlungen mit potenziellen Investoren befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und eine Unterzeichnung des Kaufvertrags wird voraussichtlich bis Ende Mai 2020 erfolgen. Die Vapiano-Tochtergesellschaften in Frankreich und Luxemburg befinden sich nicht in einem Insolvenzverfahren.

Aufgrund der Corona-Krise und der Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens verschiebt das börsennotierte Unternehmen die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das Jahr 2019, die ursprünglich für Ende April 2020 vorgesehen war. Nach derzeitiger Planung soll der Geschäftsbericht am 26. Juni 2020 veröffentlicht werden; die Hauptversammlung wird ebenfalls verschoben. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.