Bildquelle: Anna Schnauss

Konzept Xpress und Express bei Edeka kommen voran

 

Für Convenience-Flächen unter 600 Quadratmetern hat Edeka Südbayern bekanntlich das Format Xpress entwickelt. Jetzt springt Edeka Südwest auf und die Edeka Minden forciert ihr Express-Konzept.

Mit einer Kombination aus Nahversorgung und Convenience will die Edeka in vielen deutschen Regionen verstärkt bei den Kunden punkten. Die Edeka Südwest beispielsweise will damit „Konsequenzen aus dem Wettrüsten in Richtung Supermarkt, das sich Aldi und Lidl liefern“ ziehen, so das Unternehmen. „Wir konzentrieren uns noch stärker auf das Vollsortimentsgeschäft und auf den selbstständigen Einzelhandel“, erklärte Rainer Huber, Sprecher der Geschäftsführung. Der regionale Discounter Treff 3000 wird bei dem Unternehmen ausgemustert und das C+C- sowie Zustellgeschäft an eine neue Gesellschaft ausgelagert. Gepunktet werden soll künftig mit „Edeka Xpress“, dem neuen Kleinflächen-format, das ein anderer Verbund, die Edeka Südbayern, bereits für ehemalige Tengelmann-Märkte in und um München platziert hat. Convenience Shop hatte bereits im September 2017 darüber berichtete.

Gleichzeitig expandiert die Edeka Minden Hannover mit ihrem Kleinflächenkonzept Edeka Express, das sie erstmals in Hildesheim testete. Ende Juni ging es mitten in der Fußgängerzone von Wolfsburg los. Nach Angaben des Unternehmens soll der 200 qm-Shop vor allem mit stylischem Design und frischen Sortimenten in Edeka-Qualität überzeugen. Im Fokus steht der Sofort-Verzehr: Geschnittenes Obst, frische Backwaren, Salate oder Sandwiches – die Produkte seien ideal für den kleinen Hunger unterwegs, beim Bummeln, im Büro oder nach Feierabend, teilen die Mindener mit.

Derweil geht es auch bei der Edeka Südbayern mit ihren Xpress-Konzept voran. Hier war von Anfang an die Rede davon, dass es künftig neben den schnell umgestellten Tengelmann-Märkten auch solche mit einem ausgefeilten zusätzlichen Convenience-Konzept geben werde.

Jetzt ist es soweit: Der Laden in der Karlstraße in München ist einer der ersten Xpress-Märkte mit separatem Convenience-Kundenlauf, wie kürzlich das Fachmagazin Lebensmittel Praxis berichtete. Die Kunden, die an diesem Angebot interessiert sind, müssen die Eingangsschranke gar nicht mehr passieren, sondern laufen an den Kassen und einer Sitzgruppe vorbei direkt auf die Theke zu. Die Mitarbeiter, die besonders geschult wurden, offerieren Backwaren, belegte Brötchen, Snacks, Leberkäse und Co., warme Mittagsgerichte, kalte Getränke sowie Käse- und Wurstspezialitäten. In der Truhe gegenüber gibt es zudem fertige Salate und SB-Grillwürstchen. Der Aufpreis für die Bequemlichkeit ist überschaubar: An der Convenience-Theke kostet zum Beispiel eine 0,5 l-Flasche Coca-Cola 1,85 Euro inklusive Pfand. Im Markt gibt es dieses Gebinde nicht.

Für Claus Hollinger, Geschäftsführer der Edeka Südbayern, ist die Convenience-Theke ein Erfolgsmodell. Der Umsatzanteil mit den von der Tochtergesellschaft Backstube Wünsche gelieferten Backwaren sei dort verdreifacht worden. Auch die Nachfrage nach Speisen zur Mittagszeit sei ungebremst. „Insgesamt gehen in unseren Märkten in München täglich bis zu 500 Speisen – von der Leberkässemmel bis zum Tagesgericht – über den Ladentisch“, sagt er.

Laut Hollinger bleiben die meisten Xpress-Märkte allerdings Nahversorger, nur etwa 15 bis 20 werden mit Convenience-Schwerpunkt neu gestaltet. In diesem Jahr eröffnen drei weitere Xpress-Nahversorger in den Münchner Stadtteilen Perlach und Neuperlach sowie am Starnberger See. „Dazu planen wir einen weiteren Markt mit dem Schwerpunkt Convenience im Stadtgebiet“, sagt Hollinger. Er betont aber: „Die Xpress-Flächen sind ein Zusatzgeschäft für uns.“ Xpress-Convenience-Märkte seien nur für Ballungsgebiete wie München geplant, Nahversorger dagegen auch anderswo. Derzeit gibt es in ehemaligen Tengelmann-Filialen, die zu klein für die Edeka-Vertriebsschiene waren, je einen Xpress mit lokalem Logo in Starnberg, Freising, Augsburg und Bad Tölz.