Inhouse Stores Caterer machen in Convenience

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Die Attraktivität von Convenience Stores macht sich auch in den Betriebsrestaurants von Unternehmen bemerkbar. Die Catering-Unternehmen forcieren deshalb eigene C-Store-Konzepte.

Den deutschen Convenience Stores erwächst eine relativ neue Konkurrenz, die bisher niemand so richtig auf dem Schirm hat: Inhouse Stores. Gemeint sind die Shops, die sich innerhalb von Unternehmen aller Art befinden, um die Mitarbeiter vor Ort zu versorgen. Fast unbeobachtet von der Öffentlichkeit sind diese Bereiche in den vergangenen Jahren immer weiter professionalisiert worden. Während dort früher Snacks und Getränke vor allen aus Automaten heraus verkauft wurden oder irgendwelche Theken in Betriebsrestaurant ein Angebot von Snacks, Süßwaren und Getränken bereithielten, sind inzwischen an vielen Orten echte Convenience Stores eingebaut worden, die den Vergleich mit Tankstellen-Shops & Co. nicht scheuen müssen.

Zu finden sind diese Shops beispielsweise in den Fabrikhallen der großen Autobauer, wie beispielsweise bei VW in Wolfsburg, die inzwischen eine ganze Kette solcher Shops betreiben, mit teils beachtlichen Umsätzen und einem Sortiment, das ebenfalls den Vergleich mit frei zugänglichen C-Stores nicht zu scheuen braucht. Ähnliche Einrichtungen gibt es auch bei BMW und anderen Betreibern großer Produktionsanlagen.

Das Thema entwickelt sich weiter

Dass sich das Thema jetzt deutlich weiterentwickelt, liegt daran, dass die Catering-Unternehmen, die per Vertrag in vielen deutschen Unternehmen für die Mitarbeiterverpflegung zuständig sind, das Thema für sich entdeckt haben. Der Grund dafür ist, dass sich die Gewohnheiten ihrer Gäste, ähnlich wie in der Gesamtbevölkerung, deutlich geändert haben. Immer weniger Menschen wollen sich regelmäßig in die Betriebsrestaurant setzen und dort, wie in einer Restaurant-Situation, essen. „Snacking ist ein großer Trend, der dem klassischen Mittagsgeschäft Konkurrenz macht. Viele Menschen essen lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt als einen üppigen Lunch, daher ist ein vielfältiges Angebot rund um die Uhr wichtig. Ein sehr großer Teil des Umsatzes wird vor und nach dem Mittagessen generiert, sagt Carsten Bick, Geschäftsführer der Compass Group, in einem Interview mit dem Fachmagazin Catering inside. „Der Anteil im Take-Away-Geschäft macht inzwischen bereits über 40 Prozent aus“, berichtet Bick weiter.

Markus Lang, Bereichsleiter Marketing beim Caterer Apetito, ergänzt: „Die Betriebsgastronomie bleibt trotz steigendem Konkurrenzdruck der umsatzstärkste Markt mit Erlöspotenzialen im Zusatzgeschäft. Der Trend geht zu geringerer Bezuschussung in der Mitarbeiter-Verpflegung. Die Caterer reagieren auf den dynamischen Arbeitsmarkt und flexible Arbeitszeitmodelle mit neuen Foodkonzepten.“ Das betästigt auch Bianca Krömer, Pressesprecherin von Dussmann: „Die Essensgewohnheiten verändern sich genauso wie die Arbeitszeitmodelle. Daher sind auch gut durchdachte Konzepte für die Zwischenverpflegung und den Take-Away-Markt zunehmend wichtig“, sagte sie gegenüber Catering inside. Ulrich Höngen, Geschäftsführer der Wisag Catering Holding, betont: „Es geht nicht mehr nur um das Mittagessen, es sind attraktive Verpflegungsangebote über den gesamten Tag hinweg und im gesamten Gebäude gefragt.“

Kantinen wurden reformiert

Um die Menschen wieder zu begeistern, haben große und kleine Caterer die frühere Kantine längst reformiert: Schönes Ambiente, freie Essenkombination im Free-Flow-Verfahren mit „Mix & Match“-Prinzip oder auch Integration von Mini-Theken moderner Fast Casual-Konzepte wie Coa oder Dean & David waren nur einige der Maßnahmen, mit deren Hilfe die Attraktivität des Angebotes deutlich erhöht wurde und noch wird.

Dennoch lässt sich der allgemeine Trend hin zu Snacken und To-go dadurch nicht neutralisieren. In dieser Situation haben die Caterer im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie nehmen es hin, oder sie versuchen dafür zu sorgen, dass ihre Kunden ihr Geld nicht außer Haus ausgeben, sondern dass dieser Umsatz auch in ihre Kassen fließt. Das ist ganz besonders dort notwendig, wo es rund um die Unternehmen, beispielsweise in Innenstädten, zahlreiche Alternativen für die Mitarbeiter gibt.

Die jüngste Initiative auf diesem Gebiet kommt von dem Caterer Aramark, einem der führenden Dienstleister auf diesem Gebiet. Er informierte kürzlich über seinen Vorstoß mit dem Shop-Konzept „Die Snackerei“. „In der Arbeitswelt von heute dominiert der Wunsch nach Individualität und flexiblen Arbeitszeiten, dementsprechend verändert sich auch das Essverhalten vieler Menschen“, bestätigt das Unternehmen den erwähnten Trend. Mit dem neuen Shop-Konzept „Die Snackerei“ will Aramark künftig ganztägig Snacks anbieten.

Bisher wurde das Konzept bei einem Kunden umgesetzt, im Laufe des Jahres sollen dann Stück für Stück immer mehr Kunden und Standorte dazukommen. Das Angebot soll vielfältig sein, herzhaft, süß, kalt, warm und vegetarisch. In der Snackerei gibt es ganztägig frisches Obst, Joghurts und selbstgemachte Müslis sowie Kaffee, Tee und gekühlte Getränke.

„Zusätzlich haben wir viele vollwertige kleine Mahlzeiten und frische Salate im Angebot. Dabei achten wir auf die Einbindung von regionalen Zutaten“, erläutert das Unternehmen. Als Motto hat sich Aramark auf die Fahne geschrieben: „Die richtige Ware, zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge, zum richtigen Preis, am richtigen Ort“, so verschwimmen in der Snackerei die Grenzen zwischen Gastronomie, Handel und Snacking, ist Aramark überzeugt. Der Fokus liegt also auf den Frischwaren. Doch eingebunden sind auch klassische Shop-Sortimente, wie etwa Tabakwaren, Süßigkeiten und Zeitschriften.