Rückblick Herausforderungen für Lekkerland

Der sukzessive Verlust der Aral-Shops, der Snack-Ausbau in Supermärkten und Discountern sowie der Rückgang bei Tabakwaren hat Lekkerland Umsatz gekostet. Kunden-Verluste wurden durch Neu- und Wiederabschlüsse kompensiert.

„2017 hatten wir einige Herausforderungen zu bewältigen“, sagt Patrick Steppe, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Lekkerland AG & Co. KG. Das Ergebnis zeigt, dass es der Gruppe gelungen ist. Zwar schraubte sich im vergangenen Jahr der Umsatz runter. Unterm Strich stieg aber der Gewinn von 60,2 Mio. Euro auf 78,3 Mio. Euro. Im Vorjahr war er noch vom defizitären Ostgeschäft belastet, von dem sich der Fachgroßhändler aber getrennt hatte.

Die Frechener behaupteten damit ein weiteres Mal ihre Position als führender Convenience-Spezialist Europas. Den größten Umsatzanteil, nämlich 60 Prozent, steuerte natürlich Deutschland bei. Leider mussten hier zu Lande auch die größeren Umsatzverluste verbucht werden, nämlich 2,1 Prozent, während die Erlöse im restlichen Westeuropa nur um 1 Prozent zurückgingen.

Andererseits stimmten diverse Vertragsverlängerungen optimistisch, etwa die von Burger King Spanien mit der spanischen Landesgesellschaft Conway und in Deutschland die mit mehreren Mineralölgesellschaften. Dazu gekommen sind Neukunden, von denen Coffee Fellows einer der wichtigsten ist. Lekkerland verantwortet europaweit die Supply Chain der Coffee-Shop-Kette. Doch trotz aller Verlängerungen und Neuabschlüsse hinterlässt die Aufkündigung aller Belieferung für die Aral-Standorte Spuren. Bereits Ende Juni läuft der Vertrag aus. Rund 1.250 Aral-eigene Shops werden dann von der Rewe versorgt, auch wenn sie noch nicht auf Rewe to go umgestellt wurden.

Die Frechener hatten frühzeitig auf die veränderten Verbraucherbedürfnisse und den Wettbewerb reagiert, in dem sie bei der Konzeption von Shops das Kundenerlebnis in den Fokus stellen. Gemäß seines Retail Enablement-Ansatzes (Lösungen und Konzepte, die auf die heutigen Bedürfnisse von Verbrauchern zugeschnitten sind) wurden in verschiedenen Ländern Foodservice-Konzepte weiter ausgerollt. Mit „Fresh & Tasty“ hat das Unternehmen ein ganzheitliches Bistro-Konzept vorgestellt. Shopbetreiber können die meisten Bestandteile dieser Komplettlösung auch einzeln in Anspruch nehmen. Dazu zählen beispielsweise drei neue Clip-In-Lösungen für das Mittags- und Abendgeschäft: die Grillbar bietet alles rund um Currywurst, Schnitzel und Pommes; Tai Wok ist ein To-go-Konzept mit typischen Produkten aus der thailändischen Küche und bei „Die Pizzabäcker“ gibt es den italienischen Klassiker frisch handbelegt und im Steinofen gebacken.

In Deutschland hatte der Fachgroßhändler im vergangenen Jahr das Shop-Konzept Frischwerk vorgestellt, das unter anderem von Convenience Shop die Auszeichnung „Shop des Jahres“ für die Aral-Tankstelle Aalen verliehen bekam.. Ende dieses Jahres soll das Frischwerk-Konzept den Kunden von Lekkerland deutschlandweit zur Verfügung stehen. Dem Vernehmen nach sind zunächst acht Standorte geplant.

Ziel des Großhändlers ist es, der bequemste Partner für seine Kunden zu werden. An allen Kontaktpunkten soll die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen so einfach und bequem wie möglich sein. Auf dieser Basis wurde die Lekkerland-Strategie um eine weitere Stoßrichtungen erweitert, und zwar um das Marktsegment Organized Foodservice. Er umfasst beispielsweise Burger- und Coffee-Shop-Ketten, aber auch Casual-Dining-Konzepte. Dabei spiele natürlich die Digitalisierung eine zentrale Rolle.

Convenience ist heute ein Lebensstil, der die Nachfrage nach Snacks und Getränken zum Mitnehmen wachsen lässt. „Indem wir unseren Kunden die Lösungen und Produkte bieten, die den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen, waren wir in einem wettbewerbsintensiven Umfeld wieder erfolgreich“, fasst Peter Spitlbauer, Geschäftsführer der Lekkerland Deutschland GmbH & Co. KG, das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 zusammen. „Über die positive Entwicklung des Food-Bereichs freuen wir uns besonders. Der Anstieg spiegelt den anhaltenden Trend zu mehr Frischeprodukten und einer qualitativ hochwertigen Unterwegsversorgung wider“, ergänzt Spitlbauer.

Die Lekkerland Gruppe wird in diesem Jahr weiter an der Umsetzung ihrer Strategie arbeiten. Aufgrund des steigenden Wettbewerbsdrucks und des herausfordernden Tabakmarktes dürften die wesentlichen Erfolgskennzahlen im Geschäftsjahr 2018 zwar niedriger ausfallen als 2017, werden aber auf dem guten Niveau des Jahres 2016 erwartet.