Bildquelle: Convenience Shop

Ansprüche an Lebensmittel Infinite Food als Chance

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Die Ansprüche an Lebensmittel steigen. Darauf müssen sich die Verantwortlichen in Convenience-Shops einstellen, wenn sie erfolgreich sein und bleiben wollen.

Niemand ist Pächter oder Geschäftsführer eines Convenience-Shops geworden, damit er als Gastronom arbeiten kann. Und doch: Zunehmend erweitert sich das Tätigkeitsprofil um gastronomische Dienstleistungen. Betriebswirtschaftlich betrachtet, ist das alles andere als ein Drama – noch dazu, weil kreative Hilfsmittel und moderne Technik das Anbieten von Speisen beträchtlich erleichtern.

Fachleute wie die bekannte Trendforscherin Hanni Rützler aus Wien, die in der österreichischen Hauptstadt das Futurefoodstudio leitet, haben den Begriff vom „Infinite Food“ aufgeworfen. Und den dürfen sich die Verantwortlichen im Convenience-Shop-Bereich auf der Zunge zergehen lassen.

Infinite Food beschreibt den Trend, dass künftig in der urbanen Alltagskultur rund um die Uhr und überall gegessen wird. Mahlzeiten werden also nicht mehr nur in den eigenen vier Wänden oder in Lokalen eingenommen, sondern zum Beispiel auf Märkten, an Streetfood-Ständen oder in Modegeschäften.

Heil wird im Weglassen gesucht

Angesichts der großzügigen Öffnungszeiten vieler Tankstellen, Verkaufsstätten in Bahnhöfen und anderen Convenience-Shops scheint Infinite Food für diese Branche wie geschaffen zu sein. Und was soll da rund um die Uhr und überall gegessen werden? Die Entwicklung geht zu gesunder Kost möglichst ohne bedenkliche Inhaltsstoffe. Spezielle Ernährungsformen gewinnen an Boden.

Einerseits möchten Menschen bewusst auf gewisse Zutaten verzichten; andererseits nimmt die Zahl der Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien zu. Kunden in Tankstellen und Co., die sich auf diese Weise ernähren (müssen), sollten auch hier auf ein Angebot treffen, damit sie nicht am Ende beim Mitbewerber fündig werden.

Solche Lebensmittel werden zu den Free-from-Produkten gerechnet. Für diese wird damit geworben, dass sie bestimmte Bestandteile eben nicht enthalten. Sie können laktosefrei, glutenfrei, fruktosefrei, frei von Nüssen, frei von Hefe, frei von Soja, frei von Konservierungsstoffen, frei von Gentechnik sein – und das möglichst alles auf einmal. Das gesundheitliche Heil wird vom Konsumenten also im Weglassen gesucht.

Das langsame, aber erkennbare Wachstum bei den Free-from-Produkten führen Ernährungsexperten und Branchenkenner neben dem gesundheitlichen Faktor auf zeitgeistige und lebensphilosophische Aspekte zurück, sprich: Die Lebensumstände und die Welt als solche werden deutlich komplexer.

Parallel dazu wollen Menschen einen Gegenpol setzen, in dem sie sich intensiv mit den von ihnen konsumierten Lebensmitteln befassen und von ihnen zusätzlichen Nutzen erwarten. So soll Sicherheit erlangt werden, die an anderer Stelle oft schmerzlich vermisst wird.

Hier fügt sich ebenfalls die vegetarische und vegane Ernährung ein, für die die Kunden auch im Convenience-Shop-Bereich Antworten erwarten. Gleiches lässt sich über die so genannten Superfoods wie zum Beispiel Quinoa, Chiasamen und Gojibeeren sagen.

Eine weltweit explodierende Nachfrage wird von Prof. Dr. Ulrike Detmers bestätigt, der Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien. Sie beobachtet, dass diese Nachfrage im Wesentlichen von Frauen geschürt wird. Ulrike Detmers: „Sich ernähren wie die Hollywood-Stars – das ist angesagt.“

Urkorn-Revolution ausgerufen

Ein vergleichbarer Hype zeichnet sich bei den Urgetreidesorten ab – also zum Beispiel Emmer, Einkorn, Dinkel und Waldstaudenroggen. Bäckermeister Siegfried Brenneis wurde 2014 als erster Deutscher auf der Messe Europain zum Ambassadeur du Pain (Botschafter des Brotes) ernannt und fungiert als Kapitän der Bäcker-Nationalmannschaft. Und Brenneis hat bereits eine „Urkorn-Revolution“ ausgerufen – ein Hinweis auf den Trendcharakter des Urkorns, von dem die Verantwortlichen in den Convenience-Shops zumindest wohl schon einmal gehört haben sollten.

Parallel dazu wächst der Konsumenten-Wunsch nach Regionalität. Hanni Rützler konkretisiert: „Der Konsument sehnt sich nach Nähe, Frische und Authentizität.“ Er wolle, dass die Eigenheit einer Region mit den Lebensmitteln „transportiert“ und Geschichten etwa vom Produzenten, der Herkunft oder der Lebensmittelverarbeitung erzählt werden. Warum sollen sich darin nicht auch Convenience-Shops versuchen? Bei ihnen geht es um mehr als nur um ein Verpflegungsangebot. Zudem müssen möglichst viele Gäste bzw. Kunden in kurzer Zeit schnell bedient werden.


Neuheiten von der Hersteller-Seite:

Der Auftrag an die Trendscouts von Salomon Food World war eindeutig: Sie sollten sich in den traditionellen Küchen Chinas, Thailands und Japans umsehen. Ziel: Gesundheitsbewusstsein und aktuelle Streetfood- und Finger-Food-Trends zusammenbringen. Und die Trendscouts kehrten nicht mit leeren Händen zurück:

Nach ihrer Rückkehr wurden die Asia Noodle Sticks entwickelt. Das Konzept dahinter: Die drei der beliebtesten asiatischen Nudelgerichte aus dem Wok werden von Hand auf kleine Holzsticks gewickelt – nach authentischen Rezepturen mit den landestypischen Nudeln und Originalzutaten. Mit Glasnudeln am Spieß mit fruchtiger Ananas sowie roten und grünen Paprikastückchen in süß-saurer Sauce ist China vertreten.

Aus Japan stammt die Teriyaki-Sauce. Deren süßlich-pikanter Geschmack ist mit geröstetem Sesam verfeinert. Und das soll der Wok-Spezialität aus Udon-Nudeln eine besonders authentische Geschmacksnote vermitteln.

Thailand ist das dritte asiatische Land, das bei den Asia Noodle Sticks berücksichtigt wurde. Beim Nationalgericht „Pad Thai“ werden den Reisnudeln mit Tofu und Cashewnüsse in klassischer Pad-Thai-Sauce ein wenig Koriander und Chili hinzu gefügt.

Nach eigenen Angaben war Tulip Foodservice vor drei Jahren der erste Anbieter, der die amerikanische Südstaatenspezialität Pulled Pork auf den deutschen Markt gebracht hatte. Bald darauf wurde Pulled Pork, also die slow cooked Variante aus Schweinefleisch, durch Pulled Turkey verstärkt. Inzwischen erfreut sich dieses zarte Fleisch einer großen Beliebtheit. Es wird „zerrissen“ in Burgern, Salaten, auf Pizza oder zu Gemüse serviert.

Tulip Foodservice will die Popularität des Produktes unter dem Motto „Topping & Filling“ am Laufen halten. Deshalb bietet das Unternehmen sowohl Pulled Pork als auch Pulled Turkey neuerdings als IQF-Variante an. Im Klartext heißt das: Das Fleisch ist fix und fertig gegart, zerrissen und zu einem Kilogramm je Beutel tiefgefroren; es kann also portionsweise entnommen werden. Nach dem Erwärmen wird es einfach in den Burger-Bun oder zu dem Menü gegeben, ist dann „ready to serve“.

Gesundheitsbewusste Genießer gibt es immer mehr, und die nimmt Délifrance Deutschland mit seinen Superfood Petites Baguette ins Visier. Diese neue Range besteht aus den Baguettes Dinkel-Chia-Cranberry, Rote Beete und Carotte. In Conveniece-Shops kommen sie vor allem als Sandwich-Brote in Frage.

Durch Dinkel- und Roggenmehl im Teig bekommt das Baguette Dinkel-Chia-Cranberry seinen kernig-fruchtigen Geschmack. Der wird durch Chiasamen und Cranberrys intensiviert. Maisgrieß und Mohnsamen bilden das Topping.

Beim Baguette Rote Beete sind Maisgrieß, Mohn und Kräuter der Provence das Topping. Das Petite Baguette Carotte ist reich an lebenswichtigen Nährstoffen. So enthält es Karottenstückchen und einen Körner-Mix im Teig sowie Kürbiskerne, Leinsaat, Sonnenblumenkerne und Haferflocken als Topping. Der Körnermix soll einen kernigen Biss des Brotes und eine attraktive Optik garantieren.

Auf Kunden in der Frühstückszeit zielen die vorgebackenen rustikalen Steinofen-Minis von Nestlé Schöller Backwaren ab. Der Mischkarton bietet vier Brötchenvarianten von klassisch bis körnig, unter anderem längliche Baguette-Brötchen, ovale Bauernbrötchen mit Kartoffelflocken, dunkle Körnli-Stangen mit Weizenvollkornschrot und saftige Rautenbrötchen mit Joghurt, Sonnenblumenkernen und Leinsamen.

Neu von Nestlé Schöller Backwaren sind unter anderem auch die Knusperschleifen. Sie können in drei Variationen mit sichtbarer Füllung im Butter-Plunderteig bezogen werden. Alle drei Sorten sind von Hand geschlungen und lassen sich warm, aber auch kalt verzehren.

Die Knusperschleife Salami-Käse verbindet Salami mit herzhaftem Edamer-Käse. Paprikawürfel werten die Füllung auf. Erinnerungen an den Urlaub im Süden soll die vegetarische Knusperschleife Mediterrane zurück bringen. Deshalb wurde sie mit einer würzigen Gemüsefüllung aus Tomaten, Zucchini, Paprika, Auberginen, Zwiebeln und Knoblauch ausstaffiert. Und bei der Knusperschleife Elsässer Art ist die Füllung an die beliebte Spezialität Elsässer Flammkuchen angelehnt – mit Sauerrahm, Zwiebeln und Rohschinken.

Dr. Oetker Professional möchte das Profi-Line-Sortiment von Coppenrath & Wiese auch im GV-Markt positionieren. Schließlich ist die „Conditorei aus der Tiefkühltruhe“ im LEH bereits deutlicher Marktführer für tiefgekühlte Kuchen, Torten und Backwaren. Eingeführt wurden elf Runde Kuchen und Blechkuchen.

Die Früchte für die vier Runden Kuchen mit Äpfeln werden von Coppenrath & Wiese erst vor Ort in der Produktion geschält und geschnitten. Zur Auswahl stehen ein Gedeckter Apfelkuchen, ein Apfelkuchen mit Streuseln, der Premium-Apfelkuchen und die feinen Apfelspalten der Französischen Apfel-Tarte.

Abgerundet wird die Profi Line durch den Kirsch-Creme-Brûlée-Kuchen, den Rahmkäsekuchen mit Rosinen und den Käsekuchen mit Aprikosen und Streusel. Hinzu kommen vier Blechkuchen-Varianten: Diese sind Kirsch- und Pflaumen-Streusel, Apfel-Streusel und Schokolade.

Als „Snack-Innovation ohne Löffel und Teller“ definiert Bel Deutschland seinen cremigen Snack Kiri Dipp, bei dem die knusprigen Grissini für das Dipp-Vergnügen gleich mitgeliefert werden. Der verkaufsfertige Display-Karton mit 20 Portionspackungen zu jeweils 35 Gramm Inhalt soll für ein einfaches und flexibles Handling mit variablen Platzierungsmöglichkeiten sorgen – in Tankstellen und anderen Convenience-Shops bevorzugt auf der Theke oder im Snack Cooler.

Nach Darstellung des Unternehmens resultiert die hohe Akzeptanz der Marke Kiri aus positiven Kindheitserinnerungen und führt zu zahlreichen Impulskäufen – noch dazu, wenn zugleich passende Getränke offensiv vermarktet werden.

„Kaffeezeit ist Waffelzeit!“ Deshalb hat Vandemoortele seine original belgische Zuckerwaffel um zwei Kreationen erweitert. Für die Schokoliebhaber unter den Kunden gibt es die Zuckerwaffel mit feinen Schokoladenstückchen. Diese Variante ist nicht mit Schokolade glasiert, sondern punktet mit dunklen Schokoladenstückchen direkt im Teig. Auf diese Weise wird eine Geschmackskomposition aus süßen Hagelzuckerstückchen und herber, dunkler belgischer Schokolade geschaffen.

Außerdem wird die Zuckerwaffel jetzt im Miniformat geführt. Die 30 g-Variante ist klein, handlich und schnell mit zwei Bissen verzehrt – und somit auch die ideale Portionsgröße für Kinder. Die Minis lassen sich aber ebenfalls als kleines Extra zum Kaffee oder Tee reichen. Für ein einfaches Handling sind die Zuckerwaffeln bereits fertig gebacken; schnell und einfach lassen sie sich auftauen und durch weitere beigaben verfeinern.