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Retail goes Handel Gastro-Test bei Aldi

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Das Pop-up-Bistro im Kölner Media-Park

Was hat Aldi in Sachen Gastronomie vor? Diese Frage blieb auch bei der Eröffnung des ersten Aldi Pop-up-Bistros in Köln unbeantwortet. Das Unternehmen legt es aber erstmals darauf an, zu zeigen, dass es auch gastronomisch etwas zu bieten haben könnte.

Die Retail-Wettbewerber der Convenience-Shops, unter ihnen auch Aldi, rüsten auf und bewegen sich stark in Richtung zusätzlicher Gastronomiekompetenz. Das ist nicht unproblematisch, denn die besondere Mischung aus Dienstleistung, Handel und Gastronomie war immer die besondere Stärke der Conveniences Stores. So vielfältig der Lebensmittelhandel und so preiswert die Discounter waren, die C-Shops konnten und können mit diesem besonderen Angebot sehr gut punkten. Doch der Druck wächst weiter, denn aktuell zeigt erstmals Top-Discounter Aldi gastronomisch richtig Flagge und betreibt im Kölner MediaPark für drei Monate ein so genanntes Pop-up-Bistro, das anschließend wieder spurlos verschwinden soll, bis es wahrscheinlich in einer anderen Stadt wieder auftaucht. Dass die ungewöhnlichen Aktivitäten von Aldi für besondere Aufmerksamkeit sorgen, ist bei dessen Stärke und Durchsetzungskraft im deutschen Handel kein Wunder. Schließlich waren die Discounter ursprünglich am weitesten von Convenience-Konzept weg, wären aber mit ihren verkehrsgünstigen Standorten, vielen Parkplätzen, langen Öffnungszeiten und dazu guten gastronomischen Angeboten plötzlich mittendrin. „Wenn die Discounter Coffee-to-go in guter Qualität anbieten, dann ist Convenience in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, meinte kürzlich auch Lekkerland CEO Patrick Steppe im Rahmen der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens. Aldi hat sich auch bei der Ladengestaltung bekanntlich längst von seinem spartanischen Paletten-Konzept der früheren Jahre abgewandt und setzt inzwischen auf mehr Ambiente und Aufenthaltsqualität in seinen Filialen. Im Sortiment wird Frische-Convenience – auch in to-go zum Sofortverzehr – forciert. Frische Backwaren haben sich inzwischen dort bereits seit Längerem etabliert und auch hier war der ungewöhnliche Backwaren-Automat nicht das letzte Wort.

Und jetzt sogar Gastronomie? Das könnte sein, denn was in diesen Tagen in Köln unter dem Motto „einfach lecker essen“ auf den Teller kommt, kann sich durchaus sehen lassen. Für relativ kleines Geld, ganz wie es der Aldi-Philosophie entspricht, können die Gäste ein gastronomisches Angebot nutzen, das auf Grundlage des Aldi-Sortiments von dem Fernseh-Koch Robert Marx konzipiert wurde. Wie bei dem sonst eher verschwiegenen Unternehmen zu erwarten war, wurden allerdings alle Fragen danach, was Aldi mit der neuen Gastrokompetenz dann in seinem Handelsnetz anfangen will, nicht beantwortet. „Dass wir so ein Konzept hier realisiert haben, muss nicht unbedingt heißen, dass wir auch gastronomisch aktiv werden“, sagte die Marketingleiterin Sandra-Sybille Schoofs von Aldi Süd im Rahmen der Eöffnung des Kölner Bistros gegenüber Convenience Shop. Sie räumte allerdings ein, dass man sich im Pop-up-Bistro natürlich genau ansehen wird, wie die Gäste reagieren und was sie wollen und was nicht.