Bildquelle: Stefan Mugrauer, Lekkerland

Lekkerland Dynamischer Wettbewerb

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Ein positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres konnte Lekkerland ziehen. Im härter werden Kampf um die Belieferung der Shops setzen die Frechener zunehmend auf Fullservice-Konzepte und ihr Convenience-Know how.

Der Wettbewerb wird sehr sehr hart!“ Lekkerland CEO Michael Hofmann ist sich bewusst darüber, dass mit dem verstärkten Engagement von Rewe & Co. in diesem Geschäft herausfordernde Zeiten anbrechen.

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Großhändlers konnte das Unternehmen zunächst eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres ziehen. Der Umsatz in Deutschland stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf ca. 7,8 Mrd. Euro. Europaweit sogar um 4,2 Prozent auf ca 12,5 Mrd. Euro. Was allerdings ab 2017 vom Umsatz mit dem hiesigen größten Einzelkunden Aral noch bleibt, ist weiterhin unklar. Für 2016 seien die Auswirkungen jedenfalls noch gering, so Hoffmanns Ankündigung. Zuversichtlich ist der Großhändler, dass er, wie bisher, etwa 800 unabhängigen Eigentümer-Stationen weiter beliefern wird. Über alles andere werde mit Aral verhandelt.

„Zu sagen, dass wir den Auftrag verloren haben, ist mir zu pauschal“, meinte Hoffmann zu diesem Thema. „Aral schaut differenziert auf die Zusammenarbeit“, ist er sich sicher. Das macht wohl Sinn, denn auch die Zahlenlage bei den Tankstellen von Aral muss differenziert betrachtet werden. In den kommenden fünf Jahren sollen, wie bereits bekannt, etwa 1.000 Aral-eigene Shops mit Rewe to go ausgerüstet und dann auch von der Rewe beliefert werden. Das bedeutet allerdings, dass es aus dem Feld der 2.463 mit Aral gebrandeten Tankstellen neben den erwähnten 800 unabhängigen so genannten „Dealer-Stationen“ noch 663 weitere Tankstellen gibt, darunter auch 210 eigene und die 109 Autobahn-Stationen, die auch beliefert werden müssen.

Bei der Warenversorgung der 1.000 umzubauenden Shops muss zwischen Lekkerland und der Mineralölgesellschaft offenbar noch über eine Übergangsphase verhandelt werden, deren Notwendigkeit auch Aral-Vorstand Patrick Wendeler im Rahmen der am selben Tag stattgefundenen Aral-Bilanzpressekonferenz (dazu ab Seite 20) einräumte. Auch wollte er nicht ausschließen, dass die Frechener möglicherweise Teilsortimente weiterliefern können. Die Tatsache, dass der Mineralölkonzern die Rewe allerdings als strategischen Partner betrachtet, und nach eigener Aussage darüber hinaus selber den Umbau der Tankstellen-Shops zu Rewe to go finanziert, zeigt aber, dass hier die Würfel zunächst gefallen sind.

Den Lekkerländern bleibt in dieser Situation nur übrig, die Qualität ihrer Dienstleistungen für alle Kunden auf breiter Front weiter zu optimieren und das klar über die Lieferung von Produkten aller Art hinaus. Natürlich haben die Frechener über die Jahrzehnte ein einzigartiges Know-how in Sachen Supply-Chain für die Convenience-Branche angesammelt und es in passende Konzepte verwandelt. Dennoch war man sich schon unter den Hoffmann-Vorgängern durchaus bewusst, dass andere ambitionierte Handelsunternehmen, wenn es sich wirklich lohnt, hier nachziehen könnten.