Bildquelle: Convenience Shop

Ladenbau Gegenwart und Zukunft gestalten

Immer schneller halten Innovationen, ja ganz neue Sortimente Einzug in den Convenience-Kanal. Doch wenn es um die Shop-Einrichtung geht, scheint die Uhr stillzustehen.

Wir schauen auf den 20. Mai 2016, wenn sich ab dann das Tabakwarenregal nach und nach zwangsläufig mit Schockbildern füllt. Alle Bemühungen, dem Shop ein Wohlfühlambiente zu geben, scheinen sich mit der neuen Tabakproduktrichtlinie in Luft aufzulösen. Beruhigend: Dieser Sortimentsbaustein wird nicht gleich ein Gruselkabinett aus dem C-Store machen. Tatsache ist aber, dass Warengruppen entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung, den Ladenbau und damit auf die Einrichtung haben, spätestens, seit die Shops sich auch der Gastronomie verschrieben haben.

Shop-Gastronomie

Sie hält immer mehr Einzug in die Kleinflächen. Eine Auswertung des Wettbewerbs Shop des Jahres ’15 hat ergeben, dass alle Bewerber mittlerweile einen Bistro-Teil in ihrem C-Store haben, der bei einer durchschnittlichen Shop-Größe von 133 qm immerhin ein Drittel, also 41 qm, einnimmt. In 87 Prozent der Shops gibt es Sitzgelegenheiten, in den restlichen sind zumindest Stehtische verfügbar, so dass sofort vor Ort verzehrt werden kann. Dass die Betreiber Wert auf eine längere Aufenthaltsdauer der Kunden legen, zeigt auch, dass nur der geringere Teil, nämlich zwei von fünf, parallel Take-Away-Alternativen hat.

Die Zahlen sind nicht repräsentativ, doch sie zeigen die Tendenzen Dabei geht es längst nicht mehr nur um die klassischen Brötchen oder Süßgebäcke. Warme Snacks, wie Pizza, sind zwar schon lange Realität so wie ein wechselnder Mittagstisch.

Dafür reicht ein Verkaufstresen nicht mehr aus. Kühlräume und Tiefkühlschränke/-Truhen im Lager und Aufbacköfen im Shop, sind nötig. Highspeedöfen ersetzen Mikrowellen. Spülmaschinen und Kaffeevollautomaten müssen auf wenigen Quadratmetern harmonisch integriert werden.

Parallel dazu gehört ein ansprechender Aufenthalts- bzw. Sitzbereich, in dem sich die Gäste wohlfühlen. Angesagt ist zum Beispiel momentan der Loung-Charakter. All das stimmen professionelle Ladenbauer aufeinander ab.

Kühlungen

Im SB-Bereich ist der Bedarf an Kühlungen gestiegen: Getränke für unterwegs, Steaks für das spontane Grillen am Abend oder die vergessene Butter für das Sonntagsfrühstück. Obwohl seitens des LEHs wegen seiner verlängerten Öffnungszeiten Konkurrenz droht, bleiben Shops doch häufig die erste Wahl für den schnellen, kleinen Einkauf. Kunden haben oft nicht die Muße, sich für ein kühles Feierabendbier oder ein Impulseis an der Supermarktkasse in die Schlangen einzureihen.

Je größer die Kühlkapazitäten, um so höher die Energiekosten. Darum ist im Rahmen einer Umbauplanung die Frage nach sparsamen Verbrauchsgeräten zu klären, die auch in der richtigen Nachbarschaft zu platzieren sind. Ein Backofen neben einer Tiefkühltruhe ist fehl am Platz. Zwar gibt es mittlerweile schon SB-Regale, die im unteren Bereich kühlen und im oberen Menüschalen warmhalten. Doch diese sind soweit aufeinander abgestimmt, dass es der Ware und auch dem Energiebedarf nicht schadet.

Ähnliche Überlegungen sind beim Licht anzustellen. Das richtige Konzept ist verkaufsfördernd, weil es anlockt sowie Warengruppen und ihre Produkte inszeniert bzw. gekonnt in Szene setzt. Doch die variablen Kosten, also der Strombedarf, sind nicht zu unterschätzen. Eine enorme Entwicklung hat da in den vergangenen Jahren die effektivere LED-Technik durchlaufen. Diese Investition wird sich wegen des sparsameren Verbrauchs schnell amortisieren.

E-Loading, Geschenkgutscheine, Nonfood

Eine neue Mobilität erreicht die Gesellschaft. Vor allem junge Leute sind eher an einem brandneuen Smartphone und Tablet als an einem eigenen Auto interessiert. Passend dazu ist in Tankstellen-Shops zu beobachten, dass diese ihr Angebot an Kfz-Bedarfsartikeln zurückschrauben und nur noch das Wesentlichste im Programm haben. Stattdessen erobern E-Loading-Produkte, digital aufzuladene Geschenkkarten und Spiele sowie das gesamte Nonfood-Equipment rund um die Mobilgeräte die Shop-Fläche.

Eine durchdachte und professionelle Shop-Konzeption berücksichtigt also die unterschiedlichsten Faktoren: Trends, Handlings, standortspezifisches Outfit, Energiesparprogramme, Corporate Identity usw. Stracke Ladenbau hatte zum Beispiel vor geraumer Zeit einen sehr kompakt konzipierten Kassenbereich für Shops vorgestellt. Drumherum waren verschiedene Warengruppen, etwa die Bedientheke so platziert, dass alles von einer Person ohne lange Laufwege gemanagt werden kann.

Mit einem American Diner-Ambiente hat S-iQ, der Shop-Einrichter aus Sigmaringen, die Frequenz an der Esso-Tankstelle in Weinstadt erhöht, denn der 60er-Jahre-Stil lockt auch Neugierige an. Dabei sind Einrichtung und Shop-Angebote aufeinander abgestimmt: Zum Beispiel ist die Station mittlerweile auch wegen ihrer individuellen Burger und Milchshakes bekannt.