Aral setzt ein Denkmal Das Förder(turm)-Projekt

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Aral setzt dem Ruhrgebiet ein Denkmal: Ihr neues Flaggschiff an der A 40 passt sich nicht nur architektonisch der vom Bergbau geprägten Region an. In ihrer Gesamtheit ist die Anlage Beverbach Pilotprojekt für eine neue Generation der Tank- und Raststationen.

Die A40 ist die Verkehrsschlagader des Ruhrgebiets und verbindet die Metropolen von Dortmund im Osten, über Bochum, Essen, Duisburg im Westen, bis weiter zur holländischen Grenze. Einheimische sprechen immer noch vom Ruhrschnellweg, wo anlässlich der Kulturhauptstadt Europas Ruhr. 2010 rund 20.000 Tische über 60 km aufgestellt wurden und die autofreie Bahn in eine Mega-Tafel verwandelten. Dort, genauer gesagt auf der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Bochum, hat Aral die neue Tank- und Rastanlage Beverbach eröffnet. Ein idealer Standort an einer der höchstfrequentierten Straßen der Republik und für Autofahrer, die vom niederländischen Venlo kommen, nach 90 km die erste Gelegenheit, direkt an der Strecke zu rasten oder zu tanken. Von den 31.000 qm, die das gesamte Gelände umfasst, hat der Mineralölkonzern 6.600 qm bebaut. Auf dem Rest stellt der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen Pkw-, Lkw- und Busparkplätze zur Verfügung.

Beverbach hat Leuchtturmfunktion. Aral setzte bei der Planung zwei Themenschwerpunkte: Die Station sollte sich architektonisch an die Industrieregion anlehnen und auf Reisende wie ein Schaufenster des Kohlenpotts wirken. So wurde ein Förderturm nachgebaut, der von Osten kommend als markantes Wahrzeichen ein Blickfang ist. Die Stahlkonstruktion – wahrscheinlich die letztgebaute ihrer Art in Deutschland – ist knapp 16 m hoch und erinnert an die Blütezeit der Region. Der Turm verfügt über zwei Aussichtsplattformen, eine auf 4 m und die andere auf 7 m Höhe.

Dem Bochumer Mineralölkonzern kam es bei der Konstruktion und Umsetzung des Bauvorhabens darauf an, ein wegweisendes Beispiel in Sachen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu setzen. „Transparente Materialien ermöglichen eine natürliche Belichtung und leichte Dämmmaterialien sorgen für eine Senkung des Heiz- und Energiebedarfs. Massive Decken und Fußböden dienen der Speicherung von Wärme und Kühlung“, erklärt Aral-Vorstand Stefan Brok. Unter anderem wurden natürliche Materialien wie Holz, Glas und begrünte Wände eingesetzt. Aus der Region stammen Tonplatten, Holz, Kies, Sand sowie die Dachbegrünung. Zur Beheizung und Kühlung dienen Photovoltaikelemente und zur Warmwassererzeugung eine Solarthermieanlage. Spezielle Wärmetauscher sorgen für eine hohe Luftqualität bei minimalem Energieeinsatz.

Beverbach sei Teil des Aral-Programms zur Optimierung des Tankstellennetzes, erläutert Brok. Geplant sei, bis 2017 jedes Jahr 20 bis 30 Stationen zu eröffnen, entweder durch einen Neubau oder durch Kooperationen mit mittelständischen Mineralölhändlern. Im Gegenzug werden wirtschaftlich unrentable Stationen geschlossen oder veräußert. Allein in diesem Jahr haben die Bochumer dafür 73 Mio. Euro in die Hand genommen.

Das Beverbach-Konzept sei zukunftsweisend, erläutert Brok. So gehörten zu den klassischen Kraftstoffen für Lkw und Pkw auch Autogas- und AdBlue-Zapfsäulen sowie eine vom Strom- und Gasanbieter RWE betriebene Elektroaufladestation. Die Standortanalysen haben die drei- bis vierfache Frequenz einer durchschnittlichen Station ermittelt, also rund 2.000 Kunden am Tag. Entsprechend wurde drumherum ein service-, qualitäts- und bedarfsorientiertes Tankstellen-Erlebnis geschaffen. Dafür hat sich Aral Partner ins Haus geholt. Für das Tankgeschäft und den Shop ist Nadja Anana zuständig. Sie ist kein Newcomer, sondern bereits Pächterin mehrerer Tankstellen.

Fotos: Carsten Hoppen