KFC expandiert Schlag auf Schlag

Der Fast Food-Anbieter KFC ist auf Expansionskurs. Momentan öffnen wöchentlich in ganz Deutschland neue Outlets ihre Pforten – auch in Bahnhöfen und an Autobahnen.

Erst vor wenigen Wochen hat der Fast Food-Anbieter Kentucky Fried Chicken (KFC) ein neues Restaurant im Kölner Hauptbahnhof eröffnet. Mit durchschnittlich 250.000 Reisenden pro Tag zweifelsohne eine 1-A-Lage. Zur Verfügung stehen den Gästen knapp 200 qm Fläche bzw. rund 60 Sitzplätze. „Mit dem neuen Restaurant im Hauptbahnhof wollen wir noch mehr Kölner und auch Durchreisende zu uns einladen“, sagt Restaurant-Manager Mobarek Bakas. Es ist das insgesamt vierte Restaurant der Fast Food-Kette in Köln. Und es bietet besondere Öffnungszeiten, vor allem am Wochenende. Dann ist das Restaurant von 10:30 bis 5 Uhr morgens geöffnet – von Sonntag bis Donnerstag bis 24 Uhr.

Das Kölner Restaurant ist natürlich nicht das erste des Unternehmen, das in der Verkehrsgastronomie platziert wird. Auch die Hauptbahnhöfe in Hamburg, Leipzig und Dortmund verfügen über Outlets der Hähnchen-Braterei, die selbst im eigenen Slogan die Frage stellt: „Ist das noch Fast-Food?“ Die Renner sind laut Unternehmen Buckets, Hot Wings, Hähnchenteile sowie Burger. Ob Fast Food oder nicht, muss der Gast selbst entscheiden. Spielt auch nicht die große Rolle, denn diese Ambitionen des Unternehmens machen deutlich, dass es die Mutter- Gesellschaft, die amerikanische Yum Brands! (siehe Fact-Kasten) ernst meint und in Deutschland weiter expandieren will – ohne das großartig zu verkünden. Doch die zahlreichen Neueröffnungen der vergangenen Wochen deuten darauf hin, dass das Unternehmen hier zu Lande ordentlich Gas geben will.

Die jüngste Neueröffnung eines KFC fand Anfang Oktober in Stuttgart statt. Das 109. KFC in Deutschland befindet sich im Foodcourt des neuen Einkaufcenters Milaneo, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Nummer 110 folgte auf dem Fuße in Offenburg in einem Einkaufszentrum, nicht weit entfernt von der A 5.

Noch näher an der Autobahn ist KFC in den Autohöfen Geiselwind, Schweitenkirchen, Düsseldorf und seit Ende Juli am Euro Rastpark Guxhagen. Ein paar Wochen zuvor wurde in Singen, unweit des Schweizer Grenzübergangs Schaffhausen, übrigens das erste Restaurant direkt aufdem Gelände einer Aral-Tankstelle eröffnet. Es verfügt über Drive Thru und Außengastronomie. „Wir haben die Fläche von Aral gemietet und teilen sie mit dem Tankstellen-Betreiber“, informiert das Unternehmen. Eine weitergehende Verbindung oder Zusammenarbeit mit dem Betreiber gibt es hier jedoch nicht. Überhaupt verfügt das Unternehmen, anders als Wettbewerber wie McDonald’s oder Burger King, bisher noch über keinen einzigen Kooperationspartner. Aber das Unternehmen schließt eine Zusammenarbeit beispielsweise mit Mineralölgesellschaften grundsätzlich keinesfalls aus: „Wir wollen unsere Restaurants näher zu den Menschen bringen.“ Deshalb könnten auch Tankstellen-Betreiber Franchise-Partner werden, wenn die zur Marke passen. Das muss dann wohl im Einzelnen geklärt werden. Rund 60 Prozent der Restaurants werden in Deutschland derzeit von Franchise-Partnern geführt, die restlichen 40 Prozent in Eigenregie mit verantwortlichen Restaurant-General-Managern. In diesem Jahr stehen noch zwei weitere Neueröffnungen an: In Brunnthal bei München in einem Gewerbegebiet und in Bremen-Habenhausen nicht weit entfernt vom Flughafen. Apropos Flughafen: KFC gibt es auch im Flughafen Frankfurt, genauer in der Cargo City und der City Mall, also gleich zwei Mal. Natürlich sind auch direkte City-Lagen gefragt, das beweist die Eröffnung eines Outlet im August in der Heidelberger Innenstadt.

Facts

Weltweit betreibt KFC mehr als 18.000 Restaurants. Seit 2002 gehört die Marke zum amerikanischen Konzern Yum Brands!, der sich selbst mit insgesamt 40.000 Restaurants als größter System-Gastronom weltweit (125 Länder) bezeichnet. Zu Yum Brands! zählen neben KFC beispielsweise auch die Restaurant-Marken Pizza Hut und Taco Bell.

Fotos: KFC