Eu'Vend: Leitmesse mit Niveau Erfolgreiches Gipfeltreffen in Köln

Die europäische Vending-Community traf sich erneut zur Leitmesse Eu’Vend. Der Vending-Verband bdv konnte sich mit der Kölnmesse über drei spannende Messetage freuen.

Sie setzte erneut ein Ausrufezeichen hinter den Anspruch, eine europäische Leitmesse für die Vending-Branche zu sein: die Eu’Vend & Coffeena. An den drei Messe-Tagen herrschte reges Treiben in Köln. Dabei zeigte sich die Branche darin einig, dass die Attraktivität der diesjährigen Messe auch ein Spiegelbild der modernen Entwicklung der Vending-Branche in Deutschland und Europa ist. Dennoch ergab ein Treffen vieler Chefs europäischer Vending-Verbände auf dem Roten Sofa - erneut eine viel besuchte erfolgreiche Veranstaltungs-Location in der Mitte der Messe-Halle - dass die Weiterentwicklung der Branche keinesfalls ein Selbstläufer ist. Im Jahr 2012, so die Erkenntnis, waren die Umsätze in vielen europäischen Vending-Märkten mit einem Minus von 2,5 Prozent leicht rückläufig. Erreicht wurden etwas mehr als 11 Mio. Euro Umsatz. Es ist eine stark mittelständig geprägte Branche, denn fast 70 Prozent der Automaten-Operatoren in Europa sind mit weniger als 100 Automaten im Geschäft. Die wichtigste Zukunfts-Strategie für ihre Mitglieder sehen die Verbands-Chefs offensichtlich darin, alle Chancen und Potenziale, die bisher vielleicht weniger beachtet werden, endlich zu nutzen. Dabei gehe es vor allem darum, die Automaten endgültig aus der Rolle der Notversorger für die Kunden herauszuholen und sie zu einem wichtigen Verkaufspunkt der Wahl für die Verbraucher zu machen, so die Botschaft der Verbands-Chefs.

Diese Grundidee zog sich auch durch das Angebot Messe-Aussteller. Von den Automaten bis hin zu den Füllprodukten ging es darum, diese Vision eines qualifizierten kundengerechteren Automaten-Angebotes in die Praxis zu übertragen. Die Angebote der Aussteller ließen sich dabei unter den Stichworten Erlebnis, Konzept, Qualität und Anspruch sowie diversen Mischungen aus diesen zusammenfassen.

Für die an Erlebnis orientierten Konzepte ist wohl die grundsätzliche Erkenntnis vieler Operatoren wichtig, dass ihre Kunden nicht mehr nur auf einen Knopf drücken und irgendein Produkt ziehen wollen. Das, so die Überzeugung vieler Branchenkenner, werde jedenfalls nicht mehr reichen, um Kunden auf Dauer zu halten und neue, junge Zielgruppen zu begeistern. Angebote wie die Bistro Box der Bistro Box GmbH oder die Food-Box von Unicum weisen in diese Richtung, weil sie Produkte attraktiv präsentieren. Das macht auch der viel beachtete Costa-Kaffee-Automat, der am Intel-Stand-präsentiert wurde und neben einem großen interaktiven Touch-Panel die Kunden auch mit Kaffee-Duft auf den Kauf einstimmt. Maschinen-Hersteller Servomat Steigler machte die Erlebnis-Dimension seiner Geräte schon mit den Werbe-Slogans „Sexy Machines“ und „Lovely Drinks“ deutlich. Mit dem gestalterisch ungewöhnlichen Konzept Otium des Unternehmens wurde der ganzheitliche Anspruch, der über den reinen Verkauf von Kaffee aus Automaten hinausgeht, ebenfalls unterstrichen: „Otium verwandelt jeden Raum in eine optische Oase der Sinne für Genussmomente“, so das Unternehmen. Andere Hersteller wie Animo bieten mit unterschiedlichen leuchtenden Farbvarianten den Operatoren die Möglichkeit, die Geräte sinnvoll und attraktiv in das jeweilige Umfeld einzupassen. Darüber hinaus bieten beispielsweise auffällig gestaltete Pizza- und Pasta-Automaten die Möglichkeit, den Automaten-Aufstellplatz zum Mini-Bistro umzugestalten. Das ist wohl auch der Ansatz von 24h-Shop, den beispielsweise Bianci-Vending im Rahmen der Eu’Vend vorstellte.

Viele der wichtigen Automaten-Hersteller und Technik-Anbieter setzen im Rahmen der diesjährigen Eu’Vend aber eher darauf, ihren Kunden stimmige Konzepte für ihr Kerngeschäft anzubieten. Dabei ging es beispielsweise um Themen wie Bedienbarkeit, Sicherheit. Stromverbrauch, Pouch-Panel, LED, Zahlungssysteme und vieles mehr. Einigen Anbieter war es besonders wichtig, Zeichen in Richtung Qualität zu setzen, so der Becherhersteller Huthamaki oder der Automatenhersteller Gerhard, der diesen Anspruch mit dem Slogan „Die Vending-Manufaktur“ unterstreicht, ebenso wie Vendo, die von „The Art of Vending“ sprechen.

Bei Thema Anspruch ging es im Rahmen der Eu’Vend beispielsweise um gesunde Ernährung und Frische. So zeigte N & W Global-Vending mit seinem Konzept City-Farming, das in Zusammenarbeit mit Deutsche See entwickelt wurde, dass Automatenernährung sich ändern kann und vielleicht auch muss. Dazu kommt der gesellschaftliche Anspruch mit Themen wie Nachhaltigkeit bezüglich der Geräte, aber auch der angebotenen Produkte. Diesbezüglich stellten in Köln auch Hersteller wie Nestlé (Nachhaltigkeits-Kampagne „Beyond the Cup“) ihre Aktivitäten vor. Bei den Automaten spielten dabei aber auch Themen wie Stromverbrauch und Recycling eine Rolle. Bezüglich der Füllprodukte hat die Eu’Vend neben Herstellern wie Nestlé, Mondelez, Mars, Lorenz und Kuchenmeister noch Entwicklungspotenzial.