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Handel & Wandel Plattform für die C-Branche

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Vorschläge unterbreitete Stefan Wolf, Head of Insights & Strategy, hmmh Multimediahaus. Er kann sich sehr gut vorstellen, dass Händler über das Mobile Payment ihre Kunden künftig verifizieren, ihn über das Smartphone zur nächsten Raststätte leiten können, während seine Bestellung dort bereits bearbeitet, möglicherweise auch gleich digital bezahlt wird. Denkbar ist für ihn auch eine virtuelle Regalverlängerung, also dass Ware per QR-Code bestellt werden kann.

„Wir erwarten eine Digitalisierung bei der Kommunikation und Abwicklung“, unterstrich Lekkerland-CEO Michael Hoffmann. Und damit bildeten sich derzeit neue Impuls-Kategorien im Shop-Sortiment. Gemeint hat er den gesamten Bereich des e-Loadings sowie die entsprechenden Nonfoods, die zum Smartphone gehören, angefangen vom Ladekabel über den Kopfhörer bis hin zur E-Zigarette.

Drumherum hat sich eine ganze Industrie entwickelt, und Thomas Bernik hat sich mit seinem Großhandel Audio Media Vertrieb darauf spezialisiert. Bisher werde das Thema Nonfood noch nicht systematisch angegangen. Dabei nehme durchschnittlich jeder Deutsche sein Handy täglich 214 mal in die Hand, am meisten zwar zu Hause, aber auch im Auto, etwa die Beifahrer. Insofern sieht auch Bernik das Sortiment Mobilität in den Shops noch unterrepräsentiert. Allerdings nicht an der Westfalen-Tankstelle in Amelsbüren, südlich von Münster. Dort wurde nicht nur diesen Nonfood-Artikeln und dem E-Loading eine große geschlossene Präsentation eingeräumt. Sie hat sich vor allem mit ihrem Drive-in-Schalter Aufmerksamkeit verschafft und wurde Ende 2015 dafür von Convenience Shop zum Shop des Jahres ausgezeichnet.

Von einer Zeitwende im Convenience-Kanal kann deshalb noch keine Rede sein. Auch wenn sich eine Diskussionsrunde auf der Jahrestagung diesem Thema gestellt hat, bis 2030 haben die Diskussionspartner kaum geschaut. Matthias Pape, Leiter Foodservice bei Aral, meinte zurecht: „Entweder jetzt bewegt sich etwas, oder wir dümpeln in den nächsten Jahren vor uns hin. Convenience-Stores muss es gelingen, ein eigenständiger Kanal zu werden und keine kleine Kopie vom Supermarkt.“ Die Mineralölgesellschaft macht es gerade vor, in dem sie sich Rewe bzw. das to-go-Konzept des Kölner Händlers ins Haus holt (siehe Titelstory ab Seite 26). Und auch Carsten Nolof von Total will den Bogen mit Visionen nicht überspannen: „Testen um des Testens willen macht keinen Sinn. Wir konzentrieren uns auf das, was aus unserer Sicht Zukunft hat.“

Einen Spagat zwischen C-Stores und kleinflächigem LEH hat die Großhandlung Utz aus Ochsenhausen vor 20 Jahren gemeistert. 400 meist kleinflächige Supermärkte, 250 Tankstellen, 150 Bäckereien und Metzgereien sowie 100 Kioske, Kantinen und Campingplätze sind aktuell mit Waren zu versorgen. Geschäftsführer Rainer Utz räumte ein: „Als wir uns dem Convenience-Kanal öffneten, waren wir euphorisch, sind aber auch blauäugig gestartet.“ Den Umgang mit seiner Kundenstruktur und die Zulistung von 1.500 speziellen Artikeln für C-Stores habe man unterschätzt. Während dort Elemente wie Kids-Dreams, Flächen für Energy-Drinks oder der Zahlteller mit Getränkedosen-Spender gefragt seien, brauche der Nahversorger ein Fullservice-Programm, also das klassische Sortiment ergänzt um Frische, Convenience, To-go-Angebote und natürlich eine Aufenthaltsmöglichkeit vor Ort. Das sei vor allem ein wesentlicher Anziehungspunkt in den Dorf- bzw. so genannten Genossenschafts -Läden.