Bildquelle: JoyBräu

Bier Forscher wittern Innovationen

Welche Ansätze für Innovationen es gibt und welche Produkte exemplarisch dafür stehen, das lässt sich dem Bericht „2020: Ein Jahr der Innovation bei Bier und Apfelwein“ des Marktforschers Mintel entnehmen.

Die Mintel-Forscher verweisen darauf, dass die Verbraucher tendenziell immer bewusster und achtsamer Alkohol konsumieren. Daraus ergeben sich für Markenhersteller große Chancen, indem sie alkoholfreie Getränkevarianten pushen, die in dieses Schema passen. Ein Beispiel ist das „Browar“-Bier aus Polen. Dieses ungefilterte und pasteurisierte Bier ohne Alkohol enthält Natrium, Kalzium und Vitamin K. Das „Zatec Mamma-Bier“ aus der Tschechischen Republik wird von Mintel als das erste Bier beschrieben, das speziell für Frauen mit Brustkrebs kreiert wurde. Aufgrund seines süßeren Geschmacks soll es für Patientinnen schmackhafter sein, die sich einer Chemotherapie unterziehen. Und das „JoyBräu alkoholfreies Protein Bier“ aus Estland wartet mit 21 Gramm Protein und 10 Gramm BCAA mit L-Carnitin und Beta-L-Alanin auf.

„Innovative Aromen“, wird in dem Mintel-Bericht ausgeführt, „können das Interesse der Verbraucher wecken und sie dazu veranlassen, neue Marken und Angebote auszuprobieren. Auf Regal-Ebene lassen sich Verbraucher von der Aufregung und dem Neuigkeitswert mitreißen, die von einem aufmerksamkeitsstarken Geschmack ausgehen.“ So werde der von Mintel prognostizierte Trend „Sense of the Intense“ aufgegriffen: Dieser Trend beschreibt den Wunsch der Menschen nach intensiven Erlebnissen, auch beim Bierkauf, die ihre Sinne stimulieren. Als Beispiel benennen die Marktforscher das Bier „Bådin & Wettre Bryggeri Umami Urchin Stout“ aus Norwegen. Dabei handelt es sich um ein sattes, kräftiges, dunkles Malz mit der salzigen Süße frisch gefangener Seeigel und dem Umami-Feeling von Trüffel-Algen aus der Region. Zwei weitere Beispiele sind der „Somersby Basil Flavored Cider“ aus der Ukraine mit erfrischendem Basilikum-Geschmack und das spanische Bier „Brewski Passionate Beating Berliner“ mit dem Geschmack von Passionsfrucht und Roter Beete. Nach den Erkenntnissen der Mintel-Experten können Biermarken erfolgreicher vermarktet werden, wenn sie den Ansprüchen an recycelbare und umweltfreundliche Verpackungen genügen.

Verpackungen müssen nachhaltiger werden
Sie müssen darüber hinaus „nachhaltiger“ auftreten: „Bier- und Apfelweinmarken müssen also einen ganzheitlicheren Ansatz für Nachhaltigkeit verfolgen, von der Beschaffung lokaler und biologischer Inhaltsstoffe bis hin zur Beschaffung erneuerbarer Energien.“ Ein Beispiel ist das „Edelweiss Original Mountain Herbs Flavored White Beer“ aus Frankreich. Die Flasche besteht zu 72 Prozent aus recyceltem Glas, während sich die Verpackung zu 15 Prozent aus Kartonabfällen zusammensetzt sowie aus Holz, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Weiteres Beispiel aus den Niederlanden: Der Erlös aus dem Verkauf des „Kompaan Honey Highway Wannabe Weißbieres“ finanziert den Anbau von Wildblumenkernen; so werden Bienenpopulationen unterstützt. Letztes Beispiel aus Großbritannien: Das „Toast Session IPA“ wird mit überschüssigem Brot hergestellt. Das soll ein Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung, aber auch zum Klimaschutz sein.