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E-Loasing Geschenkkarten Gaming-Boom clever nutzen

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Video- und Computerspiele mausern sich auch in Deutschland zu einem immer populäreren Hobby. Der Verkauf von Aufladekarten macht den Boom auch für Shops interessant.

Gaming wird sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene zu einem immer beliebteren Zeitvertreib. Der Datenverband Bitkom beziffert den Anteil der Video- oder Computerspieler innerhalb der deutschen Bevölkerung auf 43 Prozent. Und unter den Nicht-Spielern äußern immerhin 30 Prozent ihr Interesse, sich möglicherweise doch dem Gaming zuzuwenden. Das Durchschnittsalter der Gelegenheitsspieler beträgt 35 und das der regelmäßigen Spieler 35,5 Jahre.

Gesellschaftliche Anerkennung wächst

Die bisher erste bundesweite Gaming-Studie zum Markt in Deutschland wurde im Dezember 2017 vorgestellt. Erarbeitet haben sie die Professoren Dr. Oliver Castendyk von der Hamburg Media School und Dr. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn. Die Studie spricht von einem Umsatz in Höhe von 2,9 Mrd. Euro, der den der Musikindustrie mit 1,55 Mrd. Euro und den der Filmwirtschaft mit 1,17 Mrd. Euro deutlich toppt.

Auftraggeber der Untersuchung waren der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und Game – Bundesverband der deutschen Games-Branche. Beide Verbände haben sich zum „Game – Verband der deutschen Games-Branche“ zusammengeschlossen. Dessen Geschäftsführer Felix Falk erläutert: „Unsere Mission ist es, Deutschland zum führenden Standort für die Spiele-Entwicklung zu machen.“ Auf dem Weg dorthin sei noch manches zu tun, aber immerhin wachse die gesellschaftliche Anerkennung. Das zeigt sich nach Falks Bewertung u.a. darin, dass die Notwendigkeit der Games-Förderung Einzug in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung gehalten habe.

Für Convenience-Shop-Verantwortliche ist der anhaltende Gaming-Boom eine gute Nachricht. Sie können mit dem Angeboten der entsprechenden Gutscheinkarten bei den Nutzern punkten. Der BIU hat zum Beispiel zum vergangenen Weihnachtsfest auf Basis einer YouGov-Erhebungen ermittelt, dass rund 16 Mio. Deutsche Guthabenkarten für digitale Medien zu Weihnachten verschenken wollten. Der größte Teil davon (32 Prozent) hatte Guthabenkarten für Games eingeplant. Danach folgten Karten für eBooks mit 27 Prozent und Karten für digitale Film- und Serienangebote mit 26 Prozent. Guthabenkarten für Games hätten sich somit innerhalb eines Jahres zur beliebtesten Geschenkvariante entwickelt. „Medieninhalte werden zunehmend über digitale Plattformen konsumiert, entsprechend stark werden Guthabenkarten für diese Angebote von den Kunden nachgefragt“, kommentiert BIU-Geschäftsführer Falk die Ergebnisse.

Mit den Guthabenkarten können in Online-Shops digitale Medieninhalte wie Games, Filme, Musik und eBooks gekauft oder abonniert werden. Der digitale Kauf von Games per Download hat sich inzwischen bei Spielern in Deutschland etabliert: Vier von zehn Games für PC und Konsole wurden im vergangenen Jahr als Download erworben. Gleichzeitig legte der Umsatz mit virtuellen Gütern und Zusatzinhalten in Computer- und Videospielen im Jahresvergleich um 17 Prozent zu.

Jedenfalls sind die Games für viele Spiele erst dann ein richtiges Vergnügen, wenn sie „aufgerüstet“ werden: Für so genannte Mikrotransaktionen, sprich: virtuelle Inhalte und Zusatzinhalte, wurden hier zu Lande zuletzt 266 Mio. Euro ausgegeben. Zum Teil fließen sie in Aufladekarten. Allerdings klagen viele Spieler darüber, dass es nicht einfach ist, in Tankstellen und Co. Karten zur Aufrüstung von Spielen zu bekommen (und dafür am Ende Geld auszugeben).

Wie kommt der Aufrüstungs-Wunsch zum Tragen? Inhaltlich geht es im Kern häufig darum, die Welt vor Monstern, Zombies und weiteren üblen Gestalten zu retten. Konzeptionell sind die Spiele grundsätzlich kostenfrei, schreien aber nach Investitionen. Nur so kann das Optimum aus den Spielen herausgeholt, bei Wettkämpfen gesiegt und dadurch das persönliche Renommee der Spieler gesteigert werden.

„eSports“, also der sportliche Wettkampf mit Hilfe von Computerspielen, ist in diesem Zusammenhang ein bedeutendes Stichwort. „Dieser Markt wächst stetig und ist ein Massenphänomen geworden“, bestätigt BIU-Geschäftsführer Felix Falk. Traditionelle Sportvereine, die – wie beispielsweise der VfB Stuttgart, der 1. FC Nürnberg oder der VfL Wolfsburg – eigene Abteilungen gegründet haben, mischen hier mittlerweile ebenso mit wie TV-Sender, die Turniere übertragen. Die Preisgelder für erfolgreiche Teams liegen bei den größten Turnieren im Bereich mehrerer Millionen Euro.