Kaffeereport 2021 Kaffee für Genuss und Wohlbefinden

Der Kaffeereport 2021, den Tchibo in Zusammenarbeit mit Brand Eins und Statista vorlegte, feiert sein zehnjähriges Bestehen. Er ist wieder eine wichtige Informationsquelle, die es fürs Geschäft zu nutzen gilt.

Mittwoch, 21. Juli 2021 - Gastro
Hans Jürgen Krone
Artikelbild Kaffee für Genuss und Wohlbefinden
Bildquelle: Convenience Shop

Angesichts der Tatsache, dass das Kaffee-Geschäft in den Shops inzwischen wieder richtig anläuft, ist jetzt die passende Gelegenheit, sich intensiver mit den Hintergründen des Kaffee-Trends zu befassen. Das sieht wohl auch Tchibo so und hat seinen neuen Tchibo Kaffeereport 2021 zusammen mit Brand Eins und Statista vorgelegt. Der Befragungszeitraum für die repräsentative Umfrage bei mehr als 5.000 Kaffeetrinkern zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland waren Januar und Februar 2021. Ist Kaffee Genuss Gewohnheit, Geselligkeit, eine kleine Auszeit oder gar ein Laster? Wie und wo trinken wir ihn für gewöhnlich – und wie hat sich unser Konsum in den vergangenen Monaten verändert? Trinken wir im Homeoffice mehr oder weniger Tassen täglich? Was tun wir, während wir sie trinken? Und verabreden wir uns neuerdings womöglich sogar gern auf eine virtuelle Kaffeepause? Dies sind nur einige der Fragen, die die Macher der Studie nach eigenen Angaben klären wollten. Herausgekommen ist dabei eine Ausarbeitung mit umfangreichem Datenmaterial. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der Ergebnisse, die aus unserer Sicht für Ihr Kaffeegeschäft relevant sein könnten.

Kaffee ist weiterhin beliebt
Generell ist Kaffee in Deutschland nach wie vor sehr beliebt. 87,9 Prozent der deutschen Kaffeetrinker gönnen sich täglich oder mehrmals täglich einen Kaffee. Begründungen: Weil er schmeckt, entspannt, die Konzentration fördert und die Stimmung hebt: Mehr als 56 Prozent griffen zum Kaffee, wenn es ihnen in den vergangenen Monaten in den Lockdowns schlecht ging. Danach gefragt, was für sie im Leben unverzichtbar sei, ordneten die Verbraucher das Thema Kaffee gleich hinter Familie ein. Grund genug also für alle Shop-Betreiber, bei denen der Verkauf von Kaffee ein wichtiges Standbein ist, diese Wertschätzung auch auszustrahlen. Danach befragt, was sie nach der Pandemie am liebsten tun würden, gab die Hälfte der Menschen an, dass sie nach der Pandemie wieder ohne Mund-Nase-Bedeckung ein Café besuchen wollen. Entsprechend positiv sollten sie willkommen geheißen werden.

Persönliches Wohlbefinden
Kaffee ist für die Menschen offenbar etwas ganz Persönliches. Laut Befragung greifen nämlich deutlich über 50 Prozent zu diesem Getränk, um ihr Wohlbefinden zu steigern. Dies ist der höchste Wert vor Tee, Süßigkeiten und Limonaden. Zahlreiche Kunden wollen sich dieses positive Gefühl mehrmals am Tag holen, mit ihnen ist am meisten Geschäft zu machen. Vorne dabei sind hier die Einwohner von Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Schlusslichter in dieser Statistik sind die Einwohner von Hamburg, Bayern, Berlin und Niedersachsen.

Allerdings liegt der Schwerpunkt der „Heavy User“, die fünf Tassen und mehr trinken, im Norden Deutschlands. Die größte Altersgruppe, die diese Gewohnheit hat und deshalb besonders anzusprechen ist, ist die im Alter zwischen 56 und 65 Jahren. In der Konsumentengruppe, die täglich dagegen nur eine Tasse trinkt, überwiegen die 18 bis 21-Jährigen. Sie trinken auch weniger Filterkaffee. Dieser wird von allen anderen Zielgruppen eigentlich bevorzugt. Das sollte Grund genug für die Shop-Betreiber sein, auch hier ein spezielles, qualitatives Zusatzangebot zu machen. Dieses darf natürlich nichts mit dem früher leider sprichwörtlichen „Tankstellen-Kaffee“ aus der Thermoskanne zu tun haben. Jüngere Zielgruppen bevorzugen laut Befragung Kaffee aus Vollautomaten, auf die auch die Masse der Shop-Betreiber in Deutschland bei ihrem Geschäft setzt. Dabei gibt es offenbar keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. 21 Prozent der Verbraucher gaben an, ihren Kaffee auch unterwegs in Shops et cetera zu trinken. Das ist auf den ersten Blick eigentlich kein besonders hoher Wert, aber immerhin ist damit ihr Anteil bei den Nennungen der Verbraucher noch größer als der von Coffeebars (15,4 Prozent) oder Bistros (11,6 Prozent). Gewinner in diesem Ranking sind Cafés mit 41,8 Prozent. Es überrascht nicht, dass fast alle Befragten angaben, ihren Kaffee auch zu Hause zu trinken und etwa die Hälfte dies auch am Arbeitsplatz oder bei Freunden und Bekannten tut.

Was zum Kaffeegenuss dazu gehört
Was den Kunden zum Kaffeegenuss in den Shops zusätzlich angeboten werden muss, ergibt sich auch aus einem Ranking: Nur 22, 4 Prozent trinken ihren Kaffee schwarz. Die anderen erwarten Vollmilch (32 Prozent), Fettarme Milche (25 Prozent), Zucker (24,6 Prozent), Kaffeesahne/Kondensmilch (17,8 Prozent) Süßstoff (13,1 Prozent) und einiges mehr. Zugaben wie Mandelmilch, Sojamilch, Reismilch et cetera liegen dahinter weit zurück. Bei den Spezialitäten liegen Cappuccino (27 Prozent), Caffeé Crema (21,5 Prozent) und Milchkaffee (19,3 Prozent) vorne.