Automaten Hotboxxx setzt auf Klappensnacks

Aus der Catering-Welt kommt die Firma Hotboxxx, die das Geschäft mit Snacks, welche aus so genannten Klappenautomaten gezogen werden, von Hannover aus in Deutschland etablieren will.

Montag, 14. Februar 2022 - Handel
Hans Jürgen Krone
Artikelbild Hotboxxx setzt auf Klappensnacks
Bildquelle: Hotboxxx

In Pandemie-Zeiten gehen immer mehr Unternehmen auf der Basis ihrer Kernkompetenz in andere zusätzliche Geschäftsfelder. Dass sie allerdings im öffentlichen Geschäft der Convenience-Channels mitmischen, ist bisher noch selten. Den Standort Hauptbahnhof hat jetzt der bekannte Hannoveraner Caterer und Eventplaner Der Party Löwe ins Visier genommen, der seit 2021 mit vierzehn hochkarätigen Eventfirmen und -locations unter der gemeinsamen Dachmarke H.And Group aktiv ist. Die Grundidee von Hotboxxx kennen Deutsche vor allem aus dem Nachbarland Niederlande. In Deutschland ist sie bisher einzigartig: Kontaktloser Verkauf von frittierten und süßen Snacks aus Klappenautomaten. Die Aufgabe des Geschäftspartners und Geschäftsführers Tim Lösch, sei es unter anderem, neue Geschäftsfelder zu finden, berichtet Andreas Hüttman, Geschäftsführer der H.And Group im Gespräch mit CS. Tim Lösch sei aus Amsterdam zurückgekommen und von den Systemen, die er dort gesehen habe, begeistert gewesen. Anschließend habe er mit seinem Team etwa ein Jahr an der Umsetzung gearbeitet. Gelöst werden mussten rechtliche, aber auch technische Herausforderungen. Entwickelt wurden schließlich Automaten, die sehr spezifische Lösungen in der Kalt- wie Warmausgabe anbieten – eine Mischung aus unterschiedlichen internationalen Systemen, die es so bisher laut Hüttmann noch nicht gab.

Schnelle Snacks und bunte Drinks
„Wir bieten die schnellsten Snacks in Deutschland”, versprach Geschäftsführer Lösch im Rahmen der Eröffnung in Hannover. An insgesamt 15 Automaten mit 120 Klappen können sich die Gäste im Ladenlokal in der Passerelle, unterhalb des Hauptbahnhofes in Hannover, Snacks ziehen, und das berührungslos. Im Programm sind beispielsweise Corn Dogs, Kaas Soufflee, Pizza Sticks, Chocolate Cakes, Muffins oder sogar „Mutters Zimt-Apfelringe“ mit Vanillesauce. Die Snackauswahl reicht von veganen und vegetarischen Spezialitäten bis zu fleischhaltiger und glutenfreier Kost. Gerade für junge Leute, die spät unterwegs seien, gebe es diese Art von veganen Produkten to-go sonst kaum, ist Hüttmann überzeugt. Von Woche zu Woche variiert das Speisenangebot. Bei den Getränken, die es bei Hotboxxx ebenfalls gibt, ist es dem Unternehmen besonders wichtig, aktuell trendige Produkte für eine junge Zielgruppe anzubieten. „Es gibt bei uns viele bunte Drinks“, sagt Hüttmann“.

Da man das Kundenverhalten derzeit analysieren lasse, wisse man ziemlich genau, was dort passiere. Erstaunlich sei, dass es an diesem hochfrequenten Standort tatsächlich bereits Stammkunden gebe, die sich dort täglich oder sogar mehrmals täglich einen Snack kauften. „Viele Kunden und Kundinnen kommen gezielt dorthin, um sich zu versorgen“, folgert Hüttmann daraus. Die Speisen werden hinter den Klappenautomaten in der Küche produziert und von dort aus in die Automaten gestellt, erläutert Tim Lösch die Vorgehensweise. Die Küche, die im Moment nur mit Convenience-Produkten arbeitet, könne eigentlich sogar, wenn es Zeiten mit weniger Frequenz gibt, mit nur einem Mitarbeiter betrieben werden, ist er überzeugt. Alles sei hier, auch dank spezieller Fritteusen aus den USA, bereits technisch einfach beherrschbar. Die Hotboxxx hat aber auch noch einen interessanten Aspekt für die Hersteller von Convenience-Produkten. „Wir können hier beispielsweise deren Innovationen live im Markt testen und so sehr konkret feststellen, ob sie wirklich den Anforderungen gerecht werden und den Geschmack der Kunden treffen.“, regt Hüttmann an. Erste Tests gebe es bereits.

Hotboxxx als Inklusionsbetrieb
Zum Konzept gehört auch, „dass wir mit der Hotboxxx einen Inklusionsbetrieb auf die Beine gestellt haben”, erläutert Lösch. Acht Mitarbeiter beschäftigt er vor Ort, vier davon mit einem Handicap. „Wir wollen Menschen zurück auf den Arbeitsmarkt bringen und ihnen eine Perspektive bei uns im Unternehmen bieten.“ In jeglichen Arbeitsschritten würden die Prozesse aus Sicht der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesehen. So befindet sich im Küchenbereich ein geschützter Arbeitsbereich mit familiärer Atmosphäre, abgetrennt vom Kundenbereich. Spezielle Fritteusen, Farbcodes und akustische Signale sollen ein sicheres Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter mit Handicap gewährleisten.