Valora-Gruppe Künftig mehr Automated Stores, Self-Checkout, Delivery und E-Commerce

Nach einem guten Start wurden die Geschäfte der Valora Gruppe im vergangenen Jahr 2020 erheblich durch die Auswirkungen der weltweiten Coronakrise beeinträchtigt. Insbesondere an Hochfrequenz-Standorten des öffentlichen Verkehrs kam es zu einem Rückgang der Kundenfrequenz um bis zu 80 Prozent. Das teilte Valora CEO Michael Müller (Foto) jetzt mit. Valora sei gezwungen gewesen, Öffnungszeiten einzuschränken und einige Verkaufsstellen ganz zu schließen.

Mittwoch, 24. Februar 2021 in Handel
Martin Heiermann
Artikelbild Künftig mehr Automated Stores, Self-Checkout, Delivery und E-Commerce
Bildquelle: Valora

Nach einem guten Start wurden die Geschäfte der Valora Gruppe im vergangenen Jahr 2020 erheblich durch die Auswirkungen der weltweiten Coronakrise beeinträchtigt. Insbesondere an Hochfrequenz-Standorten des öffentlichen Verkehrs kam es zu einem Rückgang der Kundenfrequenz um bis zu 80 Prozent. Das teilte Valora CEO Michael Müller (Foto) jetzt mit. Valora sei gezwungen gewesen, Öffnungszeiten einzuschränken und einige Verkaufsstellen ganz zu schließen.

Während des gesamten Jahres seien durchschnittlich rund 5 Prozent der Verkaufsstellen geschlossen – mit einem Spitzenwert von rund 20 Prozent im April 2020. Valora erwirtschaftete deshalb 2020 nur einen Nettoumsatzerlös von 1,697 Milliarden Schweizer Franken. Das sind 1,54 Milliarden Euro. 2019 waren es noch 2,029 Milliarden Schweizer Franken oder 1,84 Milliarden Euro. Der Außenumsatz lag bei 2,233 Milliarden Schweizer Franken. Damit waren Rückgänge von minus 16.4 Prozent beziehungsweise minus 16.7 Prozent zu verzeichnen. Verbunden damit gab es signifikante Verschiebungen von Food hin zu Tabak, Non-Food und Services. Der Außer-Haus-Konsum ging deutlich zurück, was zu einem Einbruch des Außenumsatzes in der Food-Kategorie um minus 27.9 Prozent. Der Bruttogewinn im Geschäftsjahr 2020 betrug 743.3 Mio. Schweizer Franken nach 917.2 Mio. Schweizer Franken im Vorjahr. Insgesamt waren die Retail-Formate deutlich weniger stark betroffen als die Food-Service-Formate. Auch das diversifiziertere Verkaufsstellennetz mit derzeit stärker frequentierten Standorten wie Einkaufszentren, Agglomerationen und Tankstellen hat dazu beigetragen. Das Food-Service-B2B-Geschäft mit Laugenbackwaren verzeichnete während des ersten Lockdowns einen signifikanten vorübergehenden Auftragseinbruch. Als Reaktion auf das sich verändernde Konsumentenverhalten treibt Valora die Entwicklung neuer digitaler Convenience-Lösungen voran. Der Schwerpunkt liegt auf Automated Stores und Self-Checkout, Loyalty, Delivery, E-Commerce und Prozessverbesserungen. Unter anderem startete Valora mitten im ersten Lockdown die Pilotphase von www.avecnow.ch. Heute werden die im Online-Store aus einem breiten Convenience-Sortiment bestellten, kurzfristig benötigten Waren innerhalb nur einer Stunde geliefert. Darüber hinaus wurde Ende Januar 2021 mit avec 24/7 ein Hybrid-Store lanciert, der teils als konventioneller Laden und teils autonom betrieben wird. Valora erwartet vor Juni 2021 keine wesentlich höheren Kundenfrequenzen. Vor diesem Hintergrund wird das erste Halbjahr 2021 durch die andauernde Coronakrise noch stark beeinträchtigt sein. Im zweiten Halbjahr 2021 dürfte sich das Geschäft aber deutlich erholen und sich somit besser entwickeln als im Vorjahr.