Cames „Für uns ein ganz wichtiges Standbein“

Nicht nur einfach Produkte verkaufen, will der Convenience-Großhändler Cames. Der Gründungs-Gesellschafter der MCS verspricht seinen Kunden, Markterfolg zu liefern. Wir stellten dem Geschäftsführer des Familienunternehmens, das 2020 hundert Jahre wird, einige Fragen zu Geschichte und Strategie.

Dienstag, 22. September 2020 - Handel
Martin Heiermann
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Bildquelle: Cames

Nicht nur unser Magazin Convenience Shop feiert in diesem Jahr Jubiläum. Einen runden Geburtstag begeht auch das Großhandelsunternehmen Peter Cames in Neuss. Künftig wird der Convenience-Großhändler auch verstärkt Dienstleistungen für den Onlinehandel anbieten, teilt Unternehmens-Chef Michael Cames im Gespräch mit.

Herr Cames, Ihr Familienunternehmen feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Was planen Sie für den Herbst?
Cames: Die bereits geplanten Termine für eine Mitarbeiter- und eine separate Partner-Veranstaltung mussten wir leider auf September 2021 verschieben. Aber uns gefällt das Motto ‚100+1‘ mittlerweile tatsächlich recht gut. Es wäre aber auch sehr schade, wenn wir eine solche Gelegenheit, einige gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen, an uns vorbeiziehen lassen müssten.

Sie bieten Ihren Kunden zum Jubiläum eine Onlineaktion. Was genau offerieren Sie?
Bereits im ersten Quartal haben wir eine Hausmesse zum Firmenjubiläum durchgeführt – und wir hatten ganz viel Glück, dass dies noch möglich war. Die Auslieferung hat sich dann im Anschluss etwas verzögert, weil einige Partner zeitweilig nicht lieferfähig waren, oder weil Kunden uns darum gebeten haben, die Auslieferung um einige Tage zu verschieben. Da eine „Face to face“-Messe derzeit nun nicht möglich ist, sprechen wir unsere Kunden auch digital an und bieten bis jetzt, also bis Anfang September, Artikel von über 40 Herstellern. Es ist natürlich auch für den Convenience-Store etwas dabei, beispielsweise attraktive Marken-Displays aus dem Getränke- und dem Snack-Bereich oder Zweitplatzierungen von Süßwaren.

Wann und warum sind Sie in das Geschäft mit Tankstellen und C-Stores eingestiegen?
Wir sind als „klassischer“ Lebensmittelversorger mit Produkten wie Milch, Butter, Eier, Käse und vor allem Zucker und Mehl gestartet. Damals mussten die Waren noch zum Teil händisch in großen Säcken abgepackt und richtiggehend „geschleppt“ werden. Den Convenience-Markt beliefern wir seit über 30 Jahren – also ein Drittel unseres Unternehmensdaseins. Darüber hinaus sind wir Gründungsgesellschafter der MCS – Mein Convenience Shop – und haben in all den Jahren einiges mittelständisches Knowhow angesammelt. Unsere Logistik war damals wie heute schon sehr gut ausgerüstet, um die Stoppgrößen von Kiosken und Tankstellen Shops problemlos abwickeln zu können.

Diesen Convenience-Markt gibt es seit rund 25 Jahren. Unsere Zeitschrift CS auch. Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Convenience-Markt weiter entwickeln?
Dann einen Glückwunsch zum Jubiläum auch in Ihre Richtung! Der Markt ist und bleibt für uns ein ganz wichtiges Standbein. Wir werden unsere Dienstleistungen weiter dahingehend entwickeln, dass wir unseren Kunden nicht nur einfach Produkte verkaufen, sondern wirklichen ‚Markterfolg liefern‘ – so wie es unsere Grundmotivation ist. Das geschieht zum Beispiel durch mühelosere Bestellmöglichkeiten bei uns, durch die Unterstützung beim Abverkauf, oder bei der Werbung gegenüber dem Endkunden. Das Sortiment unterliegt dabei einem stetigen Wandel, der uns manchmal vor logistische Herausforderungen stellt, die wir aber gerne annehmen.

Zu Ihren Kunden zählt auch der „Internetbasierte Handel“. Wie agieren Sie in diesem Bereich?
Wir beliefern einige reine Online-Betriebsformen im B2B- wie auch B2C-Bereich, meist auf einige Warenbereiche spezialisierte Shops. Vereinzelt ist das ein Postengeschäft, teilweise steuern wir die Geschäftspartner mit feinkommissionierten Lieferungen mehrfach pro Woche an. Die Kunden dieser Händler sind zwar sehr preisaffin, aber die meisten Partner sind sehr findig beim Auf- und Ausbau ihrer Dienstleistungen, abseits eines reinen Preiswettbewerbs – sei dies das Anliefern der Ware bis ins Wohnzimmer oder das Erfüllen von Produktsonderwünschen. Da bietet der Markt noch einiges Potenzial.

Sehen Sie ein Zusammenwachsen der C-Stores und der Online-Shops unter dem Stichwort Convenience?
Viele unserer Kunden versuchen, eine höhere Wahrnehmbarkeit im Internet zu erreichen, bevor sie sich mit Shop-Lösungen auseinandersetzen. Kann diese erfolgreich gesteigert werden, beispielsweise durch Nutzung von Social Media Kanälen, dann ist das eine gute Grundlage für nächste Schritte. Wir helfen dabei im MCS-Verbund mit der Bereitstellung von kostenlosen Templates. Außerdem kann, schaut man sich den Kaufprozess an, noch einiges angenehmer eingerichtet werden: sei es durch die Nutzung von Apps oder von Online-Zahlungsmethoden. Heute greift noch nicht alles ineinander. So auch, wenn der Kunde per WhatsApp bestellt und im Backoffice nochmals alles abgetippt wird.