Bildquelle: QSL

QSL Zurück zu neuer Normalität

Jetzt geht es wieder los: Nachdem auch für den Dienstleister der Systemgastronomie Meyer Quick Service Logistics im April und Mai viel Stillstand herrschte, nimmt nun das Geschäft wieder Fahrt auf. Die beiden Geschäftsführer erklären, welche Chancen sie sehen.

Wie positioniert sich Ihr Unternehmen in der derzeitigen Krisensituation?
Florian Entrich: Wir haben, nach einer etwa zweimonatigen Phase des nahezu kompletten Stillstands im April, im Mai wieder positive Signale bei unseren Kunden in der Systemgastronomie wahrgenommen. Im Mai hatte der Großteil unserer Kunden wieder geöffnet und die Konsumenten fingen wieder an, den Außer-Haus-Markt zu nutzen. Vielleicht noch zu zaghaft, aber es ist ein Anfang. Dennoch haben wir – als Unternehmen und mit Blick auf den gesamten Markt – die Auswirkungen des Corona-Virus alle noch nicht überwunden. Unsere Aufgabe ist daher, gemeinsam mit den Kunden Lösungen zu finden, wie wir den Weg zurück zu neuer Normalität weiter beschreiten.

Wird der Markt wieder schnell Fahrt aufnehmen?
Entrich: Das hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und damit Restriktionen der jeweiligen Landespolitik weiter entwickeln werden und die Endverbraucher Vertrauen schöpfen, auch wieder Essen zu gehen und sich in ein Restaurant zu setzen. Das Bedürfnis der Menschen ist gefühlt da. Mit der Regulierung durch neue Mindestabstände in den Stores und in den Terrassenbereichen können die Konsumentenzahlen aber schon rein rechnerisch eine Zeit lang nicht die gleichen sein, wie vor der Krise.

Wie unterscheidet sich die Lage derzeit in den verschiedenen europäischen Ländern, in denen Meyer Quick Service Logistics aktiv ist?
Markus Bappert: Die Krise hat ganz Europa im Griff. Wir sind in vielen Teilen Europas aktiv, müssen also lernen, uns flexibel auf neue Umstände und unterschiedliche Entwicklungen per Land einstellen. Dabei betreffen uns neue Hygienestandards und Abstandsregeln gar nicht so. Diese setzen wir sehr gut um. Es ist vielmehr auch im europäischen Ausland so, dass die Verbraucher verunsichert sind, auch hier der Außer-Haus-Markt nur langsam wieder anläuft. Daher ist die Situation hier spiegelbildlich ähnlich wie in Deutschland.

Wie viele Kunden beliefert Ihr Unternehmen regelmäßig vor allem europaweit beziehungsweise auch in Deutschland?
Bappert: Wir beliefern aktuell knapp 4.000 Kunden in den QSL Ländern, die verschiedene Gastronomiekonzepte betreiben. Mit vielen Kunden verbindet uns eine langjährige Geschäftsbeziehung. Neue Kunden können wir schnell durch Leistung von unserem Konzept überzeugen.

Meyer Quick Service Logistics organisiert die Vollversorgung der meisten seiner Kunden. Werden in diesen besonderen Zeiten auch Retail-Produkte für die Kunden geliefert?
Bappert: Überwiegend haben unsere Kunden ihre eigenen Produktsortimente entwickelt und diese werden von uns beschafft und an die Restaurants ausgeliefert. Vereinzelt sind auch mal Retail-Produkte im Sortiment, aber dies spielt bei unseren Kunden keine entscheidende Rolle.

Was sind denn die besonderen Stärken Ihres Unternehmens, die Sie den Systemkunden jetzt offerieren können?
Entrich: Der große Vorteil für unsere Kunden ist, dass sie es in der Zusammenarbeit mit einem zentralen Ansprechpartner für alles zu tun haben: nämlich der QSL. Wir übernehmen nach dem Prinzip des One-Stop-Shop die kompletten Dienstleistungen entlang der Supply Chain. In dem Umfang, wie es der Kunde individuell braucht und welche Schritte er in der Versorgung seiner Stores abgeben möchte. Vom Wareneinkauf, über die Lagerung und den Umschlag bis hin zur Distribution haben wir die komplette Supply Chain im Blick. Das auch mit Warehousing und modernem Fuhrpark. Durch unsere komplett papierlosen, weil digitalen Prozesse, sind wir hierbei gegenüber unseren Kunden immer transparent.

Dann ist sicherlich eine Mindestgröße Voraussetzung, um Ihre Dienstleistung in Anspruch zu nehmen: Wie groß muss ein Kunde sein?
Entrich: Da haben wir keine Scheuklappen, wenn neue Kunden mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir haben auch heute Kunden von zehn Restaurants und natürlich bis hin zu einigen hundert. Will sagen, wir sehen uns jede Anfrage an und entwickeln Konzepte, welche offensichtlich für unsere Kunden einen Mehrwert darstellen – in jeglicher Größe.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des Außer-Haus-Marktes in den kommenden Wochen und Monaten ein, und damit auch die Chancen für Ihr Unternehmen?
Entrich: Sicherlich wird es noch einige Wochen dauern, bis die Endkunden wieder gänzlich das Vertrauen in die Gastronomie gefunden haben. Jedoch sehen wir auch, dass sich viele unserer Kunden sehr positiv im Home Delivery-Segment entwickelt haben und die Krise genutzt haben, diese Form der Kundenbeziehung weiter auszubauen. Wir glauben, dass dieser Vertriebsweg auch zukünftig bei vielen Kunden bleiben wird und hierdurch sogar zusätzliche Umsätze versus vor der Krise generiert werden können.

Dann können Sie daraus einen weiteren Nutzen für QSL ziehen?
Bappert: Die QSL-Gruppe hat diese Krise in enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden solide gehandhabt. Wir sehen – auch aus der Beobachtung unserer Mitbewerber heraus – im Moment eine erhöhte Anfrage bei uns. Wir können als Logistiker mit Handelsfunktion eine vorteilhafte Lösung für unsere Kunden im Vergleich zum klassischen Großhandel anbieten.
„Wir sehen, dass sich viele unserer Kunden sehr positiv im Home Delivery-Segment entwickelt haben.“