Bildquelle: Rewe, Lekkerland

Lekkerland Was die Branche diskutiert

Was mit Rewe und Lekkerland passiert, ist derzeit Thema fast jeder Diskussion über den Convenience-Markt in Deutschland. Ein Shopper-Monitor-Spezial von Bormann & Gordon gibt erste Einblicke in die Erwartungen von Shop-Betreibern.

Das Schicksal einzelner Unternehmen, ist eher selten in starkem Maße mitentscheidend für die Gesamt-Entwicklung einer Branche. Bei Lekkerland und der Convenience-Branche könnte das anders sein. Diese Einschätzung ist aktuell im Convenience-Markt allenthalben zu hören. Ein Marktpartner, dem seit vielen Jahren die Aufgabe zufällt, Vermutungen und Spekulationen in diesem Geschäft auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen und mit Zahlen zu hinterlegen, ist das Beratungsunternehmen Bormann & Gordon. Es hat erkundet, was die Shop-Betreiber von dem geplanten Lekkerland/Rewe-Merger im Vorfeld erwarten.

Die meisten wissen Bescheid
Laut eine Spezialausgabe des „Shopper-Monitor 2019“ zu diesem Thema, wissen inzwischen etwa 75 Prozent der Shop-Betreiber, dass dieser Deal geplant ist. Diese Kenntnis führt allerdings wohl nicht zu voreiligem Aktionismus. Dass man, bei Bedarf, auch den Dienstleister wechseln könnte, schließen einige nicht aus. Das könnte wiederum die Lekkerland-Wettbewerber stärker ins Spiel bringen. Der weit überwiegende Teil der Befragten plant zumindest derzeit keinen Wechsel des Lieferanten.

Handelskompetenz gefragt
Zunächst einmal wollen die Befragten wohl abwarten, was in der Praxis passiert. Die Vorteile, die die Betreiber erwarten, leiten sich vor allem von der großen Handelskompetenz, die der Rewe zugerechnet wird, ab. Aber auch Aspekte wie niedrigere Einkaufspreise und ein größeres Sortiment stehen auf der Wunschliste. Erwartet werden insgesamt mehr Aktionen und auch eine stärkere Verbreitung der Rewe-Eigenmarken, die in der Erwartung der Befragten mit Chancen verbunden werden. Außerdem erhoffen sich einige Shop-Inhaber wichtige Impulse für die Frische-Sortimente. Kritisch wird gesehen, dass der Wettbewerb durch den Merger abnimmt, verbunden mit Befürchtungen, dass Rewe/Lekkerland diese Marktmacht dazu nutzen könnte, den Shops bestimmte Sortimente vorzuschreiben oder zu hohe Mindestabgabemengen vorzugeben. Bei den erwarteten Vorteilen spielen darüber hinaus aber auch logistische Weiterentwicklungen und eine noch bessere Warenverfügbarkeit eine Rolle. Da der Convenience-Markt nach wie vor sehr spezifisch funktioniert, hat ein gewisser Anteil der Shop-Betreiber sogar die Befürchtung, dass sich Rewe mit diesem Schritt übernehmen könnte.

Die Convenience-Branche muss jetzt die Entscheidung der Kartellwächter abwarten . Und erst bei einem positiven Bescheid wird die strategische wie praktische Detailarbeit beider Unternehmen wirklich beginnen können. Näher Infos zur Studie gibt es bei Bormann & Gordon (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. 06172–1896–0)