Biermarkt Die Mischung macht’s

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Der Bier-Markt ist hart umkämpft: Auch 2013 ist der Absatz erneut gesunken. Gerade bei den jüngeren Kunden-Zielgruppen können die Shop-Betreiber mit Biermixes und Spezialitäten gegensteuern.

Einfacher ist es für Shop-Betreiber nicht geworden, mit dem Verkauf von Bier ein gutes Geschäft zu machen. Bereits seit 2006 ist der Absatz rückläufig. Er soll 2013 erneut um 2 bis 3 Prozent gesunken sein. Dabei wird das Thema Menge pro Kunden immer schwieriger. Doch im Wissen um diese Probleme muss es für die Betreiber gerade darum gehen, die Attraktivität ihres Sortimentes für die weiterhin interessierten Kunden zu steigern. Auch wenn das Angebot in Deutschland riesig ist, so sollte es dennoch möglich sein, sich über die wirklich relevanten Produkte zu informieren, um das Sortiment im eigenen Shop auf der Höhe der Zeit zu halten. Deshalb ist es weiterhin entscheidend , über die aktuellen Bier-Trends Bescheid zu wissen.

Laut des Shopper Monitors, einer Erhebung der Unternehmensberatung Bormann & Gordon im Tankstellen-Geschäft, spielt bei Biermixgetränken der Impulskauf eine besonders wichtige Rolle. Während Bierkauf insgesamt in den Shops laut der Untersuchung meist in Form eines Plankaufes stattfindet, ist das bei Biermix anders. Hier wussten laut Untersuchung fast 60 Prozent der Verbraucher vorher nur, dass sie überhaupt etwas zu trinken im Shop kaufen wollten. Wichtigstes Kriterium ist die Sorte oder Geschmacksrichtung, gefolgt von der Tatsache der Kühlung und der Marke. Die Käuferzielgruppe für Biermischgetränke ist laut Shopper Monitor im Durchschnitt deutlich jünger als die von Bier allgemein. 69 Prozent der Biermixkäufer sind bis 39 Jahre alt, aber nur 38 Prozent der Bierkäufer befinden sich in dieser Altersgruppe. Während die meisten Bierverkäufe in Tankstellen-Shops sich regelmäßig auf die Zeit zwischen 16 und 20 Uhr konzentrieren, ist die beste Zeit fü r den Verkauf von Biermix kürzer und eindeutiger: Sie liegt zwischen 16 und 18 Uhr. Deutlich höher, wenn auch insgesamt weiterhin recht niedrig, ist auch der Anteil weiblicher Kunden bei Biermischgetränken: Er liegt immerhin bei 17 Prozent, während dieser bei Bier nur 7 Prozent beträgt.

Für neuen Schwung im Geschäft mit Biermischgetränken soll ab März ein ungewöhnliches neues Produkt der Karlsberg Brauerei sorgen, die mit MiXery über die Nummer eins im Markt der Biermischgetränke verfügt: Die neuen „MiXery Beer Cocktails“ werden sicherlich für große Aufmerksamkeit sorgen. Schließlich bilden sie laut Unternehmen „eine vollkommen neue Geschmackskategorie auf dem Markt Ready to drink.“ Das Produkt wird in der 0,33 l-Sleek Dose angeboten und hat einen Alkoholgehalt von 5,9 Prozent. Im März kommen die Geschmacksvarianten Mojito, Caipirinha und Raw Bomb in die Tankstellen. „Die fruchtig-erfrischende Komponente eines Cocktails machen die MiXery Beer Cocktails zum perfekten Geschmackserlebnis für alle, die Cocktails lieben und trotzdem nicht auf MiXery-Geschmack verzichten wollen“, ist man bei Karlsberg überzeugt. Motto „More than a beer. Easier than a cocktail”. Auch die Brauerei C. & A. Veltins startet mit einem innovat iven Biermix ins Jahr: V+Black Label ergänzt fortan die Produktrange der Marke V+. Hier geht es um die Geschmacks-Kombination mit einem Spirituosen-Klassiker. „Die Produktentwicklung trifft dabei mit einem angenehmen Longdrink-Flavour direkt ins Schwarze und bedient so die wachsende Nachfrage nach Longdrink-Klassikern als Ready-to-Drink-Getränk“, so das Unternehmen. Der Mix aus 80 Prozent frischem Veltins und 20 Prozent Erfrischungsgetränk mit Whiskey-Cola-Geschmack hat einen Alkoholgehalt von 5 Prozent. Marktstart der Sorte ist der 1. März. Das Produkt wird in der 0,33 l-Mehrwegflasche auch als Six-Pack im etablierten Markeneinheitskasten mit transparenten Displayfenster ausgeliefert. Ab April folgt die 0,5 l-Dose.

Mit Innovationen für das Biermischgeschäft will sich auch Schöfferhofer weiter profilieren. Mit den zwei neuen Sorten Schöfferhofer Zitrone und Granatapfel+Guarana will das Unternehmen ab sofort nach eigenem Bekunden bereits jetzt „die Lust auf das Prickeln des Sommers“ wecken. Alle Sorten präsentieren sich außerdem in neuem Design. Es soll „Premiumanspruch und urbanen Lifestyle“ verkörpern. Die neuen Sorten sollen ab März im Handel sein.

Weiterhin im Trend liegen auch die alkoholfreien Biere. „Die Genussgewohnheiten der Bierfreunde in Deutschland rufen nach immer neuen alkoholfreien Produktantworten“, so Veltins Marketingdirektor Herbert Sollich. Hier zu Lande werden inzwischen bereits über 4 Mio. hl alkoholfreies Bier getrunken. Seit Anfang Februar hat Veltins seinem Traditionssortiment jetzt die neue Variante Veltins Radler Alkoholfrei zur Seite gestellt. Interessant in diesem Zusammenhang ist dabei, dass der Anteil alkoholfreier Radler am Biermix-Segment im ersten Halbjahr 2013 bereits 8,3 Prozent betrug. „Die Dynamik von alkoholfreien Biermischgetränken entwickelt sich rasant“, betont man auch bei Veltins. Allein im vergangenen Jahr sei das Segment um 60 Prozent gewachsen.

Der Werteverbund „Die Freien Brauer“ ist ein Gemeinschaft unabhängiger Familienbrauereien und seine Gesellschafter repräsentieren rund 7 Mio. hl Bier. Laut einer Umfrage unter seinen 41 Gesellschaftern, setzt die Branche 2014 erneut darauf Produkt-Innovationen auf den Markt zu bringen. Das sei vor dem Hintergrund eines steigenden Bewusstseins der Verbraucher für Qualität und Regionalität sinnvoll, auch, wenn der Imagewandel von Bier in Deutschland in den Augen der Verbraucher noch am Anfang stehe. Drei Viertel der Befragten Brauer gaben an, 2014 in dem Bereich Produkt-Neuheiten investieren zu wollen. Ganz vorne auf der Investitionsliste stehen bei über der Hälfte der Brauereien die Kommunikation und das Marketing, die Unterstützung der Region, die Produktion im Allgemeinen sowie Mitarbeiterschulungen. Auch die Freien Brauer bestätigen Trends wie alkoholfreie Produkte und Biermischgetränke.

Dazu kommt die weiter steigende Bedeutung von Bierspezialitäten und regionalen Angeboten. Die freien Brauer betonen dabei auch die Relevanz von Craft Beer. Dieses wird in kleinen Mengen von konzernunabhängigen Brauern handwerklich gebraut und inzwischen auch in so manchem Kiosk erfolgreich verkauft.„Das Thema Craft Beer unterstreicht sicherlich die Wertigkeit von Bier im Allgemeinen und zeigt uns Mittelständlern Möglichkeiten für die Zukunft auf, spricht aber momentan noch eine kleine Zielgruppe an“, sagen die Freien Brauer. Wohin die Reise wirklich gehe, könne noch niemand abschätzen. Wichtig sei, an diesem Thema festzuhalten, „um einen größeren Kreis von potenziellen Konsumenten, aber auch den Handel und die Gastronomie zu erreichen und für das Thema zu begeistern“, so die Unternehmen weiter. Shop-Betreibern sei zum Thema Bier auch ein Besuch der Hamburger Fachmesse Internorga, die vom 14. bis 19 März stattfindet, empfohlen. Auch wenn dort inzwischen viele national aktive Brauer fehlen, kann man sich hier immer noch einen interessanten Überblick über die aktuellen Trends verschaffen.