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Spirituosen Chancen für Shops

Ein besonderer Sommer kündigt sich an. Viele, auch jüngere Konsumenten, werden ihn zuhause verbringen, ihn dort zelebrieren und die hoffentlich warmen Temperaturen genießen. Ideale Begleiter dabei sind Spirituosen-Premixes.

Der Sommer ist da. Doch in diesem Jahr werden die meisten Deutschen weder zu Fernreisen noch an südliche Strände aufbrechen. Auch die meisten Bars und Festivals ermöglichen es diesmal kaum, ausgiebig zu feiern. Dennoch wollen besonders jüngere Konsumenten nicht auf ihre Lieblings-Drinks und -Mixes verzichten. Genießen können die Verbraucher sie auch an Nord- und Ostseestrand, auf der Alm oder zuhause im heimischen Garten. Oder auch, um das gute Wetter auszunutzen, im öffentlichen Raum und in Parks, wie Albrecht Schneider, Marketing Director Germany bei Beam Suntory, anmerkt. „Im Zuge dessen rechnen wir in den kommenden Monaten mit einer erhöhten Nachfrage nach Produkten in den Convenience-Shops“, teilt er auf Anfrage unserem Magazin mit. Doch er ermahnt auch die Konsumenten: Es sei trotzdem wichtig, die bestehenden Kontaktbeschränkungen der jeweiligen Bundesländer weiterhin einzuhalten und so das Ansteckungsrisiko konstant zu minimieren.

Nachfrage-Boom im vergangenen Jahr
Jedenfalls stehen die Drinks seit vielen Jahren in den Regalen der Shops bereit: Premixes oder Ready-to-Drinks als Teil der Warengruppe der Spirituosen. Unter dem Stichwort „Convenience“ steigt ihre Akzeptanz. Marktforschungsdaten beweisen die steigende Nachfrage: Laut Nielsen stieg der Absatz allein im Handel im vergangenen Jahr um über 20 Prozent. „Die Unterkategorie Premix treibt das Wachstum der Spirituosen voran, indem sie das veränderte Verbraucherverhalten bedient: Drinks werden häufig noch für den gleichen Abend und on the go“ gekauft“, sagt Amanda Basquil, Customer Marketing Director Diageo Central Europe.

Auf eine sehr positive Entwicklung in der Unterkategorie der Ready-to-Drinks verweist auch Stefan Ende, International Senior Brand Manager bei Diversa. Nach seinen Zahlen, die ebenfalls vom Marktforscher Nielsen kommen, legte die Produktgruppe von 2018 auf 2019 im Umsatz allgemein um 26,8 Prozent zu. Beachtenswert dabei sei, so Ende, dass vor allem Mixgetränke ohne Cola überproportional wachsen.

„Der Markt für Premix-Longdrinks hat sich in Deutschland sehr lange sehr traditionell verhalten. Das heißt, es gibt weiterhin viele klassische Mischungen wie Rum-Cola, Whisky-Cola und Gin & Tonic“, beleuchtet Charlotte Kern, Senior Marketing Managerin Beverages bei Symrise, nach einem Medienbericht entsprechend die Marktentwicklung in diesem Sortiment und verweist auf derzeit stattfindende Veränderungen.

Trend zu „Premiumisierung“
Die Klassiker bleiben also gefragt, aber die überwiegend jungen User greifen auch gerne zu innovativen Produkten. Das bestätigt der aktuelle „Cocktail Trends Report 2020“ von Bacardi. Um die Nachfrage nach so genannten „kultivierten To-go-Angeboten“ zu befriedigen, bevorzugen die Hersteller, dem Report zur Folge, immer öfter hochwertige, vorzugsweise natürliche Zutaten. Auch das veränderte Image der Dose habe in den vergangenen Jahren den Griff zum Ready-to-Drink erleichtert. Der Bericht des Unternehmens spricht von einer „Premiumisierung“ des Gebindes, das vor Jahren vielen noch eher „billig“ anmutete.

Amanda Basquil von Diageo bestätigt die neue Experimentierfreude der Verbraucher. Es gebe wachsende Wünsche nach mehr Convenience und Geschmacksvielfalt. Das sieht auch Stefan Ende so. Der Trend zeige sich an der im Sommer stark wachsenden Nachfrage nach Premixes der Marke Pitú aus dem Hause Diversa, so der Senior Brand Manager. „Cocktails wie Caipirinha sind klassische Sommer-Drinks und daher auch als Ready-to-Drinks in den Sommermonaten äußerst beliebt“, kommentiert er. Um die derzeitige Innovationslust zu nutzen, hat sein Unternehmen im Juni zwei neue Mix-Produkte gelauncht: Pitú Brazilian Mojito sowie Guaraná+Berry sollen mit ihrem erfrischend-fruchtigen Geschmack perfekte Getränke für die warme Jahreszeit sein. Ende zeigt sich insgesamt optimistisch, dass man damit nahtlos an den Erfolg der Caipirinha anschließen könne.

Convenience: Wichtig in Krisenzeiten
Auch Diageo sieht sich für den Sommer gut aufgestellt und knüpft mit seinem Premix Gordon’s Pink & Tonic an den anhaltenden Gin-Trend an , während Albrecht Schneider von Beam Suntory auf die Marken Jim Beam und Larios im Ready-to-Drink-Portfolio des Unternehmens hinweist. Insbesondere die Jim Beam Premixes entwickelten sich nach seinen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten sehr positiv. Sie seien zusammen mit dem Markt stark gewachsen: „Der Convenience-Channel hat sowohl in den vergangenen Wochen als auch während der strengen Ausgangsbeschränkungen von März bis Mai besonders profitiert und der Absatz von Ready-to-Drinks ist dort überproportional gestiegen“, berichtet er Convenience Shop. Ähnliches ist von Diversa zu hören. Die derzeitige Situation zeige sich überall stabil. Convenience sei für die Konsumenten gerade auch in Krisenzeiten wichtig. „Daher sind C-Stores nach wie vor essenzielle Partner für uns“, betont Ende. Er spüre zudem eine erhöhte Markenloyalität, die ebenso zum Erfolg der Pitú-Drinks beigetragen habe.