Bildquelle: Koelnmesse

Anne Schumacher „Schokolade wird bunt“

ISM-Messechefin Anne Schumacher berichtet über die Süßwaren-Trends dieses Jahres und die aus ihrer Sicht wichtigsten und neuesten Messethemen, die in Köln viel diskutiert wurden.

Frau Schumacher, welche Süßwaren Trends haben die ISM 2019 beherrscht?
Ob vegetarisch und vegan, gluten- und laktosefrei, zucker- und fettreduziert, traditionelle Rezeptur oder neu interpretiert – für alle Bedürfnisse hatte die Internationale Süßwaren Messe etwas zu bieten. Passgenaue Produkte für individuelle Verbraucherbedürfnisse spielten eine besonders große Rolle. Wichtige Trendthemen blieben ähnlich wie auf der ISM 2018 Bio, vegetarisch, vegan, funktional und zuckerfrei.

Gibt es dafür einen gemeinsamen Nenner?
Mit Blick auf das Thema Individualität rückten die Themen Halal und Koscher sowie diverse Farb- und Geschmacksvarianten bei Knabberartikeln und Snacks stärker in den Mittelpunkt. Hier zeigt sich, dass die Aussteller nunmehr auch die kulturelle Herkunft der Verbraucher berücksichtigten und Farb- und Geschmackserlebnisse bei Süßwaren und Snacks zunehmend mehr im Einklang stehen müssen.

Welche Produkte standen während der Messe im Fokus?
Ein Highlight der Messe war sicherlich die Präsentation der Ruby RB1 Schokolade des Herstellers Callebaut. So wird die Schokoladenwelt deutlich bunter. Aber auch herzhafte Snacks und Knabberartikel lagen weiter hoch im Kurs bei den Einkäufern. Hier spiegelt sich auch die Nachfrage der Verbraucher nach mehr To-Go-Produkten oder dem schnellen Snack zwischendurch deutlich wider. Auch Bioprodukte sowie vegetarische und vegane Produkte standen im Fokus. Sehr gut aufgestellt war zudem der junge „New Snacks“-Bereich. Das vor fünf Jahren etablierte Segment zeigte die neuesten Trends bei Frucht- und Gemüse-, Frühstücks, Protein- sowie Jerky- und Fleisch-Snacks.

„Die Nachfrage nach mehr To-Go-Produkten oder schnellen Snacks zwischendurch spiegelt sich deutlich wider.“

Und persönliches Highlight?
Ich könnte gar nicht das eine Highlight herausgreifen. Ich finde, die ISM und ProSweets Cologne spiegeln das gesamte Spektrum, das Süßwaren- und Snackbranche jetzt und künftig zu bieten hat, wider – von der Herstellung über die Verpackung bis hin zu fertigen Produkten. Das ist eine einzigartige Kombination, auf die wir sehr stolz sind.

Welche Konzepte funktionierten?
Insgesamt fand ich auf jeden Fall die Themen Trends und Neuheiten hochinteressant. Diesmal haben wir Trendflächen, die Expert Stage und die Start-up Area in unserem neuen Trend Court in der Halle 5.2 gebündelt. Hier gab es verschiedenste Einblicke in die Trend- und Themenwelt der Süßwaren und Snackbranche in Form von spannenden Präsentationen, professionellen Vorträgen und mehr. Spannend war auch die Erweiterung der ISM um die Halle 3.1. Hier präsentierten sich in günstiger Lage direkt am besucherstarken Süd-Eingang neue Marktführer und Länderpavillons. Oft gab es in der Sweet Kitchen Live-Präsentationen und Verkostungen, die sehr gut angekommen sind.

Mit der Zahl der Aussteller und Besucher sind Sie zufrieden?
Wir sind mit der diesjährigen ISM wieder sehr zufrieden. Das hohe Interesse sowohl aussteller- auch besucherseitig zeigt, dass die ISM das Branchenevent Nummer eins ist. Erneut waren wieder zahlreiche wichtige nationale und internationale Einkäufer großer Handelsunternehmen sowie relevante Importeure vor Ort. Auch die Mischung aus Produktschau und umfassenden Eventprogramm hat die Besucher wieder überzeugt.

Wie haben Sie die Branche auf der Messe erlebt?
Die Branche ist gut aufgestellt und bietet ein breites Spektrum an Produkten für jeden Geschmack, worin sich letztlich auch die Innovationsfreude und Kreativität der Branche widerspiegelt. Nachdem das Jahr 2018 aufgrund des heißen Sommers in Deutschland insbesondere für Schokoladenhersteller ein schwieriges Jahr war, schauen alle zuversichtlich auf 2019.