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Sommertrends Trendorientierung zahlt sich aus

Mintel hat die angelaufenen Sommer-Events wie Fußball-WM, Grillen und Gartenparties zum Anlass genommen, die Produktinnovationen und das Verbraucherverhalten zu analysieren. Vier Trends kristallisierten sich heraus.

Trends sind Herausforderungen und Basis für Strategien zugleich. Vor diesem Hintergrund ist es für Shop-Betreiber und ihr Angebot wichtig, die Entwicklung der Sommermonate und Outdoor-Saison zu identifizieren. Den Analysten von Mintel, der Agentur für Market Intelligence, erschienen bei ihrer Untersuchung vor allem vier Lebensmittel- und Getränkekategorien wichtig. Und sie sagen voraus, was sich in Bezug auf Grillen, Snacken, Softdrinks und natürlich Eiscreme in Deutschland, Europa und weltweit tut.

Veganes Grillen

Obwohl die Deutschen inzwischen gerne auch mal Fisch und Käse grillen, haben vegane Grillprodukte für die meisten Konsumenten bisher nur eine Nebenrolle gespielt. Dies könnte sich ändern, denn die Auswahl, der Geschmack und die Qualität veganer Produkte seien eine echte Alternative zum Fleisch, heißt es in der Mitel-Untersuchung. Und sie waren noch nie so gut und kreativ wie zurzeit. Dazu kommt, dass Verbraucher bereit sind, ihren Fleischkonsum einzuschränken: Sechs von zehn Konsumenten (57 Prozent) legen laut Mintel regelmäßig fleischfreie Tage ein. Und in den USA plant ein Drittel (33 Prozent) der Verbraucher, im nächsten Jahr mehr rein-pflanzliche Lebensmittel zu kaufen.

Melanie Zanoza Bartelme, Global Food & Drink Analystin, kommentiert: „Grillfleisch wird nicht abgeschafft werden, aber mit der Zunahme von hochqualitativen und geschmackvollen veganen Produkten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, wird der ein oder andere Flexitarier doch mal zur Veggie-Alternative greifen – ob der Umwelt, der Gesundheit oder der Neugier zuliebe. Ein Produkt zum Beispiel, das im Moment viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist die indische Jackfrucht, eine Frucht, die aufgrund ihrer Textur und Geschmacks als Fleischersatz an ‘Pulled Pork’ erinnert und immer beliebter wird.“

Ein Eis, das alles kann

Der Trend zum gesunden Eis schwappt in diesem Jahr von den USA nach Europa über. Die Nachfrage soll auch bereits vorhandensein: Über zwei Drittel (66 Prozent) der Verbraucher in Deutschland sagen, dass der Kaloriengehalt von Eiscreme deutlich auf der Packung angegeben werden sollte. Laut aktueller Mintel-Studie könnte weniger Zucker auch zu höherem Eiskonsum führen: 38 Prozent der deutschen Verbraucher wollen laut Befragung mehr Eis essen, wenn es zuckerreduziert wäre.

Alex Beckett, Associate Director Mintel Food & Drink, kommentiert: „Eis, das gesund ist und gut schmeckt, klingt wie ein Paradox. Aber unsere Forschung zeigt wenig überraschend, dass Verbraucher Produkte fordern, die eine gesunde, geschmackvolle Ernährung und ihr gelegentliches Verlangen nach Süßem unter einen Hut bringen können. Innovative Hersteller haben gezeigt, dass dies geht.“

Softdrinks am besten ohne Zucker

Die Zuckerdiskussion greift um sich: Verbraucher aus aller Welt zeigen weniger Interesse an Cola und Limo. Drei Viertel der Australier (76 Prozent) wollen, dass der Zuckergehalt von Konsumprodukten von deren Herstellern leichter verständlich gemacht wird. Eine ähnlich große Zahl (75 Prozent) der deutschen Verwender von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken sind sich darüber einig, dass Hersteller mehr für die Zuckerreduzierung tun sollten. Ein neuer Trend, der dem Markt für Erfrischungsgetränke eine neue Natürlichkeit und trotzdem guten Geschmack zurückgibt, soll aus den USA stammen, nämlich natürliche aber auch ebenso kreativ aromatisierte Sprudelwasser.

Jenny Zegler, Associate Director Mintel Food & Drink, kommentiert: „Der Trend bei Softdrinks wird vom Wunsch der Verbrauchervorangetrieben. Augenblicklich erreichen Innovation in diesem Bereich neue Höhen. Mit Spirulina aromatisiertes (und damit natürlich blau gefärbtes) kohlensäurehaltiges Wasser wurde europaweit eingeführt und in Japan gibt es seit Neuestem ein mit grünem Kaffee-Extrakt, Kaffeekirschen und Kokos verfeinertes Mineralwasser. Diesen Sommer können wir weniger Limo und mehr originelle und fast verrückte Mineralwässer erwarten, die vor allem eines sind: frei von Zucker.“

Snacks müssen vor allem schmecken

Beim Snacken ist der Geschmack für Verbraucher das wichtigste, wie eine neue Mintel-Forschung zeigt. In Deutschland wurde „Lieblingsgeschmack“ am häufigsten als wichtiger Faktor für die Kaufentscheidung genannt, weit vor „eine gesündere Option“, was nur 23 Prozent als wichtig bei der Snackwahl bezeichneten. Der Trend ist auch andernorts erkennbar: 36 Prozent der amerikanischen Verbraucher würden mehr Chips kaufen, wenn es neue Geschmacksrichtungen zu probieren gäbe.

Ayisha Koyenikan, Global Food & Drink Analyst, kommentiert: „Snacks mit innovativen und intensiven Aromen und Texturen, die dadurch besonders gut zum Bier passen, werden diesen Sommer glänzen. Insbesondere Snack, die auf den Konsum mit Alkohol abgestimmt sind, werden viele Abnehmer finden.“