Fleisch- und Wurst-Snacks Wurst, Wahn und Wahrheit

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Wenn man den öffentlichen Hype um Vegetarier und Veganer betrachtet, dann scheint fleischlose Ernährung in vieler Munde zu sein. Doch die Wirklichkeit ist bei genauem Hinsehen anders: Nach wie vor begeistert sich der allergrößte Teil der Bevölkerung für fleischige Genüsse.

„Wurst und Wahn“ hat der Schriftsteller und Psychiater Jakob Hein seinen 2013 erschienenen Roman genannt. In ihm malt er ein für Fleischesser düsteres Bild: Nur noch in den übelsten Vierteln der Stadt sind Grillteller oder Fleisch vom Spieß zu haben. Wer noch Fleisch isst, gilt nicht nur als Außenseiter, sondern fast schon als Krimineller oder zumindest therapiebedürftig.

Wer anno 2015 die Flut von Büchern, Artikeln, Aktionen, Kampagnen und Bekenntnissen in Sachen fleischloser Ernährung über die Öffentlichkeit schwappen sieht, könnte sich fragen: Wie weit sind wir von solchen Verhältnissen entfernt?

Diese Frage hat neben einer philosophischen Dimension eine betriebswirtschaftliche. Schließlich entscheidet die Antwort über Sortimente und Vermarktungsstrategien – und das selbstverständlich auch im Convenience-Shop-Bereich.

Lediglich 2 bis 3 Prozent Vegetarier

Glaubt man dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU), leben in der Bundesrepublik ungefähr 7,8 Mio. Vegetarier. Das wären 8 bis 9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Selbst wenn diese – zweifellos interessengeleitete – Zahl stimmen sollte (man bedenke: Der VEBU ist ein Lobbyverband und keine neutrale Institution), bedeutet sie im Umkehrschluss: Mehr als 90 Prozent der Bundesbürger wollen nicht ohne Würstchen, Schnitzel, Frikadellen und Co. auskommen. Allerdings stellt sich ernsthaft die Frage, ob die Zahl von 7,8 Mio. Vegetariern überhaupt Hand und Fuß hat. Diese Fragezeichen wurden im Sommer 2013 durch eine Untersuchung der Universitäten Göttingen und Hohenheim vergrößert. Denn die Wissenschaftler fanden eine Vegetarier-Quote in der deutschen Bevölkerung von lediglich rund 3,7 Prozent heraus. Ebenfalls 2013 veröffentlichte das fleischkritische Greenpeace-Magazin die Ergebnisse seiner Befragung zum Thema Vegetarismus. Bescheidene 3 Prozent konsequenter Vegetarier wurden festgestellt.

Ein Jahr später ermittelte das Max-Rubner-Institut Karlsruhe, seines Zeichens das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, einen Vegetarier-Anteil in der Bevölkerung von übersichtlichen 2 Prozent. 3 Prozent Vegetarier waren es laut Fleischatlas 2014 des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Heinrich-Böll-Stiftung und der Zeitung Le Monde Diplomatique. Die Abweichungen zu den VEBU-Zahlen lassen sich auch damit erklären, dass sich Personen gegenüber dem Vegetarierbund selbst als Vegetarier einordnen durften. Demgegenüber wurden bei den wissenschaftlichen Untersuchungen aufwändige Befragungen von geschulten Interviewern vorgenommen.

60 kg als Dauerzustand

Fakt ist: Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in der Bundesrepublik ging in den vergangenen Jahren trotz der Dauerbeschallung zum Thema fleischlose Ernährung kaum zurück. Er pendelt bei knapp 60 kg (2010: 61,3 kg; 2011: 61,6 kg; 2012: 60,8 kg; 2013: 60,3 kg). Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), kommentiert: „Die gesellschaftliche Akzeptanz der Fleischproduktion drückt sich auf denkbar demokratische Weise im Kaufverhalten der Verbraucher aus. Sie greifen an der Fleischtheke und im Kühlregal weiterhin kräftig zu.“

Gero Jentz, Pressesprecher des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV), formuliert: „Man könnte die Einstellung der Deutschen zum Thema Vegetarismus etwa mit ihrer Haltung zum Blutspenden vergleichen. Viele geben auf Nachfrage an, dass das im Prinzip eine gute Sache ist. Doch nur ein Bruchteil spendet tatsächlich Blut.“

Einer der bedeutendsten Anbieter von Fleisch-Snacks ist Jack Link´s. Er hat in den USA die Marktführerschaft erobert, avancierte zugleich zu dem am schnellsten wachsende Fleischsnack-Hersteller der Welt. Auch Jack Link´s kann bei Absatz und Umsatz keinen Verbraucher-Rückzug vom Produkt Fleisch feststellen.