TK-Pizza Fleischiges bleibt der Star

Früher war Pizza gefragt, weil sie die Deutschen an ihren Italien-Urlaub erinnerte. Und schnell hat sie den Einzug in die TK-Truhen genommen. Im Außer-Haus-Markt ist sie nicht mehr wegzudenken.

Für 2014 spricht die Absatzstatistik des Deutschen Tiefkühl-Institutes (dtz) eine deutliche Sprache. Demnach ist bei Pizza das Ende der Fahnenstange immer noch nicht erreicht. Im Außer-Haus-Markt betrug das Wachstum sogar 18,5 Prozent: Insgesamt gesehen, wachsen die Pizza-Bäume jedoch nicht in den Himmel. Im Lebensmittel-Einzelhandel belief sich das Wachstum auf bescheidene 0,6 Prozent (knapp 281.300 t). Am Ende landete der Gesamtmarkt bei fast 302.000 t und einem Plus von 1,6 Prozent. Das bedeutet: Pizza ist eine feste und solide Größe. Und im Außer-Haus-Markt ist noch genügend Luft nach oben.

Dass sich der deutsche Pizza-Markt mit mehr als 1 Mrd. Euro zum größten und zugleich wettbewerbsintensivsten Pizza-Markt Europas gemausert hat, verdankt er nicht zuletzt zwei Unternehmen: Dr. Oetker und Wagner.

Marktführer ist Dr. Oetker. 1970 hatte der Nahrungsmittelkonzern die erste Tiefkühl-Pizza vorgestellt, die Pizza alla Romana. In diesem Jahr wurde der 30. Geburtstag der Ristorante-Range mit der neuen Geschmacksrichtung Carbonara – bestehend aus milder Sauerrahmsoße, geräuchertem Schinken, Ei und roten Zwiebeln eingeläutet.

Immerhin rund 20 Mio. Stück aus dem Sortiment Ristorante werden jedes Jahr verzehrt. Dabei hat die Sorte „Ristorante Salame“ das Siegerkrönchen auf, ist mit Abstand der größte Favorit der Deutschen.

Dr. Oetker könnte mit den jährlich verarbeiteten Salami-Scheiben für die TK-Pizza das Fürstentum Monaco fünfmal bedecken.

Die von den deutschen Konsumenten gepflegte Vorliebe für Pizzen mit Salami-Auflage ist ein Phänomen, das auch von anderen Herstellern bestätigt wird. Pizzen mit Schinken-Auflage werden ebenfalls nach wie vor sehr stark nachgefragt. Daran hat das wachsende Interesse an vegetarischer oder veganer Ernährung (noch) nichts geändert. Trotzdem wird der Trend zu vegetarischen Sorten auch bei Dr. Oetker beobachtet. Vegetarische Pizzen machen mittlerweile etwa ein Drittel des Pizza-Sortimentes bei Dr. Oetker aus.

Ein 30-jähriger Geburtstag steht 2015 auch bei Wagner ins Haus. Denn 1985 war seitens dieses Unternehmens mit der ersten Steinofen-Pizza aus der Tiefkühltruhe ein Meilenstein in der TK-Pizza-Geschichte gesetzt worden. Nach Firmenangaben ist dieses Produkt die beliebteste Steinofen-Pizza des Landes und befindet sich weiterhin auf Wachstumspfaden. Die neue Spinat-Variante antwortet auf den Trend hin zu vegetarischen Produkten.

Auf Erfolgen wie denen der Steinofen-Pizza soll man sich bekanntlich jedoch nicht ausruhen. Deshalb macht Wagner mit neuen Produkten von sich reden. So wird zum Beispiel mit dem Backfrische-Sortiment ein Saison-Konzept verfolgt: Im Grundsatz wechselt jede Saison in eine neue Sorte. Doch manchmal sind die jeweiligen Sommer- und Wintersorten beim Verbraucher so beliebt, dass sie wiederkehren. Beim Sortiment Big Pizza will Wagner durch Special Editions neue Kaufimpulse setzen. Eine solche Special Edition zeichnet sich durch eine zeitliche Limitierung und einen jährlichen Trendsortenwechsel aus. Ausnahme: Burger Style mit 100-prozentigem Rinderhackfleischanteil bleibt bis zum Februar 2016 gelistet – nach Firmenangaben aufgrund der großen Nachfrage.

1985 gab es die erste tiefgekühlte Steinofen-pizza von Wagner.

Während Dr. Oetker bei der Tiefkühl-Pizza der Vorreiter in deutschen Landen war, kommt dieser Ehrentitel der Firma Wagner beim Tiefkühl-Flammkuchen zu. Das saarländische Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Frankreich hat den engen Verwandten der Pizza bereits in den achtziger Jahren in die Familie aufgenommen und ist seitdem mit großem Abstand Marktführer.

Beim Thema TK-Pizza sind die Verbraucher besonders markenbewusst, wie Experten des dti ebenso wie Untersuchungen bestätigen. Die Konsumenten setzen dieses hoch verarbeitete Lebensmittel mit Kriterien wie Convenience, Qualität und Geschmack gleich. Diese Maßstäbe verbinden sie mit Marken. Dem Preis kommt in diesem Zusammenhang keine ausschlaggebende Bedeutung zu – für den Convenience-Shop-Bereich eine gute Nachricht.