Das Eis Gestrichen, nicht gekugelt

In der Gastronomie hat sich Das Eis einen Namen gemacht. Jetzt wollen die Wiesbadener mit ihren ausgefallenen Sorten auch im Convenience-Kanal Fuß fassen. Listungen bei Lekkerland gibt es bereits.

Das Unternehmen gibt es erst seit 2007 und die vier Gründer und Freunde haben es in vergleichsweise kurzer Zeit geschafft, aus ihrem Eis ein Produkt mit Kultstatus zu machen – ganz ohne Werbung.

Freiwillig verbreiteten die Medien in den vergangenen Jahren die Nachricht, dass es da ein Eis gibt, das anders ist als die anderen. Beispiel: Damit die Sorte Vanille Honig auch nach Vanille schmeckt, werden echte Vanilleschoten per Hand aufgeschnitten, ausgekratzt und aufgekocht. Für Das Eis keine Besonderheit. „Die Milch kommt von der Kuh, nicht aus dem Hahn“, erläutert Florian Mayr, der für das Marketing verantwortlich ist. Dass die Zutaten ausschließlich Bio sind, ist selbstverständlich.

Der Fruchtanteil liegt bei 75 Prozent und mehr. Auch Eis ganz ohne Milch ist im Programm. Nicht nur für Veganer und/oder Allergiker (auf Soja wird auch verzichtet). Mandelmilch, Haselnussmilch und Hafermilch kommen dann zum Einsatz, wenn auf Kuhmilch verzichtet wird. Zum Beispiel aktuell: Orange küsst Mandel (500 ml). Somit ist es nicht nur gluten- und laktosefrei, sondern auch vegan. Und fürs gute Gewissen: bio, wie immer und klimaneutral produziert. Dazu tragen auc h die kompostierbaren Verpackungen mit Löffeln (im Deckel) aus Maisstärke und Holz bei. Außerdem neu: Vanilla Blueberry Applepie, wie der Name vermuten lässt, mit Blaubeeren und echtem Apfelkuchen, der von Hand in die Eiskrem gestreut wird. Dennoch oder gerade deshalb enthalten die Eissorten von Das Eis im Durchschnitt 30 Prozent weniger Kalorien. Auch das dürfte den einen oder anderen Convenience-Kunden überzeugen und die Bereitschaft erhöhen, einen Premium-Preis zu zahlen.

Im Herbst dieses Jahres wird es noch convenienter, dann sollen nämlich die ersten Stieleis-Varianten auf den Markt kommen. Für Bekanntheit sorgen neben den Innovationen, regelmäßigen Messe-Auftritten (auch auf der kommenden Internorga) und PR-Arbeit, auch die eigenen City-Stores, also die Das Eis-Eisdielen. Von denen gibt es bisher zwar nur einen in Frankfurt, doch das Unternehmen arbeitet derzeit an der Expansion. In Mainz und Memmingen sollen die nächsten Stores bald ihre Pforten öffnen. Weitere folgen. „Hier wird gestri chen, nicht gekugelt“, betont Mayr, nur halb im Scherz, denn der Unterschied zum Herkömmlichen ist ihm wichtig. Auch das sorgt für Aufmerksamkeit. „Der Abstrahleffekt auf Marke und Sortimentswahrnehmung ist dank hoher Erlebnisqualität enorm“, sagt Mayr.

Und es bahnt sich in Sachen City-Stores wohl ein größerer Deal an, über den Mayr jedoch noch nicht sprechen kann. Jedenfalls scheint das Unternehmen auf dem richtigen Weg zu sein, immerhin liegt das jährliche Absatz-Wachstum bei 50 Prozent – zwar noch ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau, aber dennoch ein deutliches Zeichen, in welche Richtung es geht. Jedenfalls werden die Produktionsräume in Wiesbaden gerade um 30 Prozent Fläche vergrößert, um dem Ansturm im Sommer gerecht werden zu können. Die Nachfrage hat sich jetzt schon im Vergleich zum Vorjahr um das Doppelte gesteigert, teilt Mayr mit.

Sicherlich weckt Das Eis früher oder später das Interesse des ein oder anderen großen Eis-Hersteller. Man darf gespannt sein, ob die Gründer möglichen Kauf-Offerten auch langfristig widerstehen können.