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Onlineshop „Real wird es weiter online geben“

Eine neue Kooperation mit drei Online-Marktplätzen, ein Exklusiv-Partner für die Zustellung von E-Food-Produkten und eventuell neue Liefergebiete. Nichts sieht danach aus, dass es Real.de bald nicht mehr geben wird. Trotz des anstehenden Verkaufs stärkt die Geschäftsführung die Plattform.

Noch ist nichts endgültig entschieden. Nur eines scheint sicher zu sein: Die Hypermarkets von Real, einer Tochtergesellschaft der Metro in Deutschland, werden verkauft. Die Gesellschaft wird eventuell sogar zerschlagen. Edeka hat die Absicht, 87 Real-Märkte zu übernehmen, wenn denn das Bundeskartellamt zustimmt. Und auch Lebensmittel-Einzelhändler Tegut interessiert sich für einige Standorte. Das übrige Unternehmen soll wohl an die Immobiliengesellschaft Redos verkauft werden. Doch es geht nicht nur um die einzelnen Märkte. Auch der bisher wachsende Online-Marktplatz Real.de steht zu Disposition. Es drängt sich nun die Frage auf, was aus ihm wird. In der Öffentlichkeit ist darüber bis jetzt wenig spekuliert worden. Zu gering ist bislang die Bedeutung des Online-Geschäftes mit Nonfood- und Food-Produkten für das Handelsunternehmen. Hinzu kommt, dass in diesem Geschäftsfeld sicherlich weiter rote Zahlen geschrieben werden. Allerdings erklärt Patrick Müller-Sarmiento, Real-CEO, gegenüber Convenience Shop, es sei beabsichtigt, Real.de zu erhalten: „Das aktuelle Konzept sieht vor, dass es Real auch in Zukunft sowohl stationär wie auch online geben wird,“ so sein Statement.

Folgerichtig unternimmt die Geschäftsführung einiges, um die Online-Plattform zu stärken. Jüngstes Beispiel ist die Beteiligung von Real.de an dem internationalen europäischen Marktplatz International Marketplace Network (IMN). Neben der Düsseldorfer Noch-Metro-Tochter gehören dazu C-Discount aus Frankreich, die italienische Web-Plattform E-Price und das rumänische Pendant E-Mag. Ziel der vier Gründer und ihres im November online gegangenen Angebots ist es sicherlich, die eigenen Chancen im Wettbewerb mit Amazon zu stärken. „IMN verkörpert die Idee eines grenzenlosen Europas und eines barrierefreien Onlinehandels“, sagte dazu Real-Chef Müller-Sarmiento gegenüber den Medien.

Plattform mit 30.000 Händlern
IMN betreibt technische Schnittstellen zwischen den einzelnen Marktplätzen, über welche die Händler ihre Angebote und Bestellungen synchronisieren können, teilt das Unternehmen mit. So sollen die Händler auf den anderen europäischen Marktplätzen aktiv werden können. „Dadurch sichern sich die insgesamt rund 30.000 Händler der vier Marktplätze Zugang zu mehr als 230 Millionen potenziellen Neukunden in Europa“, beschreibt ein Real-Sprecher die Vorteile des neuen Bündnisses.

Doch auch ohne diese Unterstützung profitiert Real.de von der steigenden Nachfrage der Verbraucher im Onlinehandel und verzeichnet eine positive Entwicklung. „Von Jahr zu Jahr konnte der Online-Marktplatz das Bruttowarenvolumen um gut 75 Prozent steigern“, berichtet Müller-Sarmiento. Im vergangenen Jahr lag demnach der Gross Merchandise Value (GMV), also der Wert aller auf der Plattform gehandelten Waren, bei rund 380 Millionen Euro. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr habe sich der GMV auf 608 Millionen erhöht. „Damit wächst Real.de schneller als der Markt“, so der Real-Chef weiter. Aktuell seien auf dem Online-Marktplatz mehr als 5.000 Händler aktiv. Im vergangenen Jahr habe der Online-Marktplatz rund drei Millionen Kunden bedient, die mindestens einmal eingekauft haben.

Wie groß der Anteil des Food-Geschäftes und die Bedeutung des Real-E-Food-Shops auf dem Online-Marktplatzes ist, möchte das Unternehmen allerdings nicht sagen. Nur soviel: „Der Real Lebensmittelshop verzeichnet seit mehreren Jahren eine gleichbleibend positive Entwicklung,“ berichtet Müller-Sarmiento. Viel wichtiger sei es wohl aus Sicht des Unter- nehmens, dass der Handelskonzern mit seinem Onlineangebot unter Real.de ein Ökosystem aus Produkten, aber auch Themen und Dienstleistungen etabliere, das in dieser Form nur Real biete. Also wie im stationären Handel: Auch dort bietet Real einen Mix aus Lebensmitteln und Nonfood-Sortimenten im Gegensatz zum klassischen Lebensmittel-Einzelhandel. Das Angebot des Real-E-Food-Shops können derzeit die Konsumenten in elf deutschen Großstädten und auch im Ruhrgebiet nutzen. Mittelfristig sei eine Ausweitung des Liefergebietes geplant. Über eine genauere Zeitplanung könne man noch nichts sagen, teilt der Real-Chef mit. „Daran arbeiten wir aber gemeinsam mit unserem Logistik-Partner für den Online-Lebensmittelshop.“ Das ist das Berliner Unternehmen Liefery. Mit dem Startup ging Real.de im September eine exklusive Kooperation ein. Nun liefern nur noch die Berliner für die Düsseldorfer Lebensmittel in Deutschland aus. Profitieren sollen die Kunden von flexibleren Lieferzeiten, pünktlicheren Zustellungen und umfangreicheren Service- angeboten. Gemeint sind damit beispielsweise Same Day Delivery oder Same Day Returns und eine garantierte Zustellung am Folgetag bei Bestellungseingang bis Mitternacht. „Unsere Erfahrungen mit dem neuen Dienstleister sind ausgesprochen positiv,“ resümiert Müller-Sarmiento die Zusammenarbeit.

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