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Bildquelle: Wochenmarkt24

Wochenmarkt24 Postbote für Erzeuger

Ein kleiner Onlineshop in Ostwestfalen hat den internationalen Internetriesen den Kampf an gesagt – im Bereich des Food-Handels. Punkten will Wochenmarkt24 mit regionaler Qualität und einer extrem kurzen Supply Chain.

Vor rund einem Jahr eröffnete die neu gegründete Genossenschaft Wochenmarkt24 sowie ihr Initiator und Ideengeber Robert Tönnies ihren Onlineshop. Das neue Vertriebskonzept für regionale Lebensmittel des täglichen Bedarfs ging als Pilotprojekt für die Region Bielefeld an den Start. Sollte der Pilot den gewünschten Erfolg haben, hieß es im September 2018, sei geplant, das Konzept in weiteren Regionen Deutschlands zu verwirklichen. Das Geschäftsmodell funktioniert folgendermaßen: Über eine Online-Plattform bieten verschiedene Lebensmittelproduzenten aus der Region Bielefeld, vor allem Landwirte, Bäckereien und Metzgereien, ihre Produkte zum Verkauf an. Das angebotene Sortiment soll dem des klassischen Wochenmarktes entsprechen. Zum Konzept gehöre es, Qualitätsansprüchen zu folgen und nachhaltig zu wirtschaften.

„Der Online-Lebensmittelhandel wird in absehbarer Zeit einen signifikanten Marktanteil erreichen, so wie es in anderen Ländern dieser Welt bereits heute schon der Fall ist“, zeigte sich bei der Eröffnung von Wochenmarkt24 Robert Tönnies überzeugt. Die zentrale Frage sei, ob man dieses Geschäft den amerikanischen Großkonzernen überlassen sollte. Daraus werde sich für Lieferanten und Kunden eine Abhängigkeit ergeben. Auch deshalb startete Tönnies diesen Pilot. Derzeit sieht Wochenmarkt-Geschäftsführer Eike-Claudius Kramer ein beständiges Marktwachstum für Food im E-Commerce, allerdings noch auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. „Die große ‘Wachstumsexplosion‘ ist im deutschen Gesamtmarkt bisher ausgeblieben,“ stellt er fest. „Dennoch zeichnet sich durch den fortschreitenden digitalen Wandel eine immer stärkere Affinität zum Online-Shopping ab.“ Der Online-Einkauf von Lebensmitteln werde folglich künftig genauso selbstverständlich sein, wie der Online-Kauf von Nicht-Lebensmitteln jetzt schon ist, so sein Schlussfolgerung. „Die Wachstumschancen beurteilen wir demnach als sehr positiv, auch wenn sich die Konsumgewohnheiten nicht von heute auf morgen in Masse ändern werden,“ meint Kramer.

Eine sehr kurze Supply-Chain
Wochenmarkt24 ist als Genossenschaft organisiert und bietet daher allen beteiligten Erzeugern entsprechend viel Mitbestimmung. Dies drückt sich laut Unternehmen nicht nur in den Gremien aus, sondern auch in der freien und selbstbestimmten Mengen- und Preisgestaltung jedes Produktes, das im Onlineshop angeboten wird. Die Erträge kommen direkt beim Erzeuger an. Die Hersteller als Mitglieder der Genossenschaft können auf der jährlich stattfindenden Generalversammlung Einfluss auf Aufsichtsrat und Vorstand ausüben. Auch besteht ein wöchentlicher Austausch, beispielsweise in Form von Berichten und Auswertungen. Ein weiterer Vorteil: Die Supply-Chain ist extrem verkürzt. Sie besteht nur noch aus Erzeuger und Kunde sowie der Genossenschaft, die als „Postbote“ die Logistik selbst organisiert. Damit ist Wochenmarkt24 vor allem für kleinere- und Kleinsterzeuger interessant. Ohne Zwischenlager werden die Waren über Nacht geliefert. Wochenenmarkt24 holt am Abend bei den Herstellern die Waren mit einem Kühltransporter ab und stellt sie in der Nacht an dem vom Kunden angegebenen Ort ab. Bei Bedarf stellt das Unternehmen den Abnehmern dafür Thermoboxen und Kühlakkus zur Verfügung.

Zielgruppe von Wochenmarkt24 sind Verbraucher, die regionale Lebensmittel konsumieren möchten. „Dieser Gruppe fehlt aber zunehmend die Zeit, jeden einzelnen Hofladen, jede Bäckerei oder Metzgerei aufzusuchen“, beschreibt Kramer. Aus diesem Grund sind es häufig Familien und beruflich eingespannte Personen, die den Service nutzen. Auch ältere Menschen oder Menschen, die weniger mobil sind, bilden eine wichtige Zielgruppe. Um die zu erreichen, ist die Genossenschaft auf allen Kanälen der sozialen Medien unterwegs. Bespielt werden allerdings auch klassische Mediakanäle. Hinzu kommt ein eigenes Printmagazin. Ob das Geschäftsmodell der Genossenschaft Wochenmarkt24 aus dem Großraum Bielefeld auf andere Regionen übertragen wird, ist noch offen. „Es ist als Blaupause konzipiert“, wie Eike-Claudius Kramer es ausdrückt. Shop, Logistik und alle anderen Unternehmensbereiche seien als Konzept auf andere Regionen und Städte übertragbar. Natürlich müsse der Pilotshop erfolgreich sein. Ein siebenstelliger Umsatz sei ein gutes Zeichen.

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